Grenzkontrollen

Was aus der zweiten Spur am Grenzübergang Krusau wurde

Veröffentlicht Geändert
Grenzübergang Krusau
Auf der zweiten Spur parken heute meist Einsatzfahrzeuge der Polizei.

Im Mai 2023 wurden die Grenzkontrollen gelockert. In Krusau sollte in diesem Zuge für den reibungslosen Grenzverkehr eine zweite Spur geöffnet werden können, wenn keine Kontrollen stattfinden. Das ist nach zwei Jahren aber nur noch selten der Fall. Die Polizei entscheidet anhand von drei Faktoren darüber, bleibt aber unkonkret, warum der Verkehr bei grüner Ampel und unbesetztem Grenzposten meist doch nur auf einer Spur fließen kann.

Dienstagmorgen, 8 Uhr, Grenzübergang Krusau: Eine kleine Schlange von Fahrzeugen hat sich vor dem Kontrollhäuschen gebildet. Die Ampel davor steht auf Rot. Grenzkontrolle. Doch die meisten Autos werden durchgewinkt. Es sind hauptsächlich Kennzeichen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg oder der Stadt Flensburg. Grenzpendelnde.

Seit Mitte Mai 2023 wird an der deutsch-dänischen Grenze nur noch stichprobenweise bei der Einreise kontrolliert. Wer etwa wie hier in Krusau über die Grenze rollt, sieht seither häufiger eine grüne Ampel und ein unbesetztes Kontrollhäuschen. Die Entlastung für Grenzpendlerinnen und -pendler funktioniert. Die mobilen Temposchwellen kommen ebenfalls seltener zum Einsatz – meist dann, wenn auch der Zoll kontrolliert.

Nur an wenigen Tagen ist an der Ampel am Grenzübergang ein rotes Licht zu sehen. Selbst dann werden nicht alle Fahrzeuge auch wirklich gestoppt, sondern häufig von gelangweilt wirkenden Grenzbeamtinnen und -beamten durchgewinkt. Für Verwirrung sorgen regelmäßig eine grüne Ampel und ein besetzter Posten. Darf man fahren oder nicht?

Nur noch selten beide Spuren geöffnet

Eine Änderung, die im Mai 2023 angekündigt wurde, hat am Grenzübergang in Krusau Seltenheitswert. Für eine kurze Zeit waren vor fast zwei Jahren immer wieder auch beide Spuren passierbar. Damals wurde das Tempolimit von 30 auf 40 Stundenkilometer erhöht und in diesem Zuge die Fahrbahnmarkierungen abgefräst. Doch schon seit längerer Zeit kann der Grenzübergang nicht mehr regelmäßig auf zwei Fahrspuren passiert werden. Das sorgt vor allem dann für Unverständnis, wenn der Grenzposten nicht besetzt und die Ampel grün ist.

Wurde die Spur etwa abgeschafft? Eine Antwort gibt die Pressesprecherin der Polizei für Südjütland und Nordschleswig, Anette Johnsen. „Die Entscheidung, zwei Fahrspuren zu öffnen, basiert auf mehreren Faktoren, darunter die aktuelle Verkehrssituation, unsere Betriebspläne und eine Sicherheitsbewertung.“

Im Mai 2023 hieß es für kurze Zeit: freie Fahrt auf zwei Spuren nach Dänemark.

Da es keine permanente Kontrolle an der Grenze mehr gebe, sondern lediglich Stichprobenkontrollen, werden diese an die Verkehrssituation angepasst. Dabei werde versucht, Staus zu minimieren, indem zum Beispiel in Krusau zeitweise eine zusätzliche Spur geöffnet wird.

Polizei bleibt unkonkret

Auf erneute Nachfrage, warum zwei offene Spuren nur noch selten zu beobachten sind, gibt es keine konkrete Antwort. Stattdessen verweist Johnsen auf die Pressemitteilung vom 11. Mai 2023. Darin heißt es allerdings: „Unter anderem können wir jetzt eine weitere Spur in Krusau in den Zeiten aufmachen, in denen wir keine Kontrolle durchführen.“

Doch das geschieht äußerst selten. Einen konkreten Grund liefert die Polizei nicht. Vielmehr verweist Johnsen erneut auf die drei genannten Faktoren. Weil diese unkonkret sind, werden Autofahrerinnen und -fahrer auch in Zukunft jeden Tag aufs Neue überrascht werden, welche Art Kontrolle sie an der Grenze erwartet.