Tradition

Hoyers Marsch-Spezialitäten: Delikatessen, Natur und Kultur

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Im Freilichtmuseum tummelten sich viele Leute an den historischem Fischerhütten. In denen kamen vor gut 100 Jahren vor allem Fischer aus Ruttebüll unter, die an der Hoyerschleuse und im Wattenmeer ihre Netze aufstellten.

Die Veranstaltung „Smag på Marsken“ entwickelte sich wieder zu einem Publikumsmagnet. Das Mini-Freilichtmuseum an der Wiedau stellte historische Boote vor.

In seiner neunten Auflage hat sich am Sonnabend die Veranstaltung „Smag på Marsken“ (Schmeckt die Marsch) in Hoyer präsentiert. Dabei gab es an einer Vielzahl von Ständen und Buden nicht nur Delikatessen heimischer Nahrungsmittelerzeugerinnen und -erzeuger.

Dem Publikum wurden auch „Geschmacksproben“ der örtlichen Natur und Kultur angeboten. So lud das seit einigen Jahren von der Initiative „Smag på Marsken" unterstützte Mini-Freilichtmuseum „Bådsfolk ved Vidåen“ (Schiffersleute an der Wiedau) zu einem Tag der offenen Tür ein.

Die Gäste konnten aktiv werden

Neben Verkaufsangeboten unter anderem örtlicher Käsereien, Schlachtereibetriebe oder einer Ökosafterzeugerin konnten in „Nahrungsmittel-Werkstätten“ eigenhändig Gerichte fabriziert werden.

Vertreten waren außerdem der Nationalpark Wattenmeer und die Naturschule der Kommune Tondern. Der Vorsitzende des Nationalparks, Professor Flemming Just, hatte morgens „Smag på Marsken“ offiziell eröffnet.

Kutschfahrten durch den historischen Ortskern

In einer Nahrungsmittelwerkstatt konnten Interessierte ihr eigenes Können unter Beweis stellen.

Auch das Konzept „Den Grønne Trepart“ in der Kommune Tondern, mit dem unter anderem die Klimabelastung durch die Landwirtschaft vermindert werden soll, wurde am Infostand erläutert.

Interessierte waren zudem zu Kutschfahrten durch die Straßen Hoyers und zu Wanderungen durch den historischen Ortskern und die angrenzende Marsch eingeladen.

Alte Bootstypen in neuer Auflage

Per Kutsche wurden Touren durch den historischen Ortsbereich Hoyers angeboten.

Im kleinen Freilichtmuseum stellte Bootsbauer und Musiker Joakim Okkels die von ihm in jüngster Zeit gebauten „Eingangsboote“ als Schiffstyp der Fischer und Reetschneider im Bereich der Wiedau vor.

Mit denen war ebenso wie mit den größeren „Zweigangs- und Dreigangsbooten“ Waren aller Art, von Rindern bis zu Ziegelsteinen, über Wasserläufe und Kanäle zwischen Hoyer, Tondern und Umgebung geschippert worden.

Im Gespräch ist aktuell, dass der Bootsbau und die Bootsfahrt im Bereich der Wiedau in die Vermittlung der Naturschule und der Museumpädagogik einbezogen wird.

Stiftungsmittel ermöglichten kleinen Anlegesteg

Joakim Okkels stellte eines der von ihm gebauten Eingangsboote am Freilichtmuseum östlich der Hoyerschleuse vor.

Joakim Okkels, der an der Wiedau an der früheren Schleusenmeisterwohnung die neuen Boote gefertigt hat, berichtete über den Einbruch dort vor wenigen Tagen, bei dem ihm teures elektrisches Werkzeug entwendet worden ist.

Als Trostpflaster brachte ihm Kristian Sørensen, Mitglied der Boostbaugilde in Ripen (Ribe), der in Reisby (Rejsby) lebt, eine Kiste mit Bootsbau-Werkzeug.

Mit Hilfe von Stiftungsmitteln konnte vor einigen Wochen ein kleiner Anlegesteg neben dem Freilichtmuseum aufgebaut werden. Dort zeigte Joakim Okkels, der in Hoyer wohnt, wie man mit dem Eingangsboot auf der Wiedau segeln kann.