Jugend und Politik

Zwischen Frust und Verantwortung – Jugendliche und die Demokratie

Veröffentlicht Geändert
Die Schülerinnen und Schüler des Tønder Gymnasiums treffen sich zum „Demokratie-Salon“.

Obwohl sie sich manchmal übersehen fühlen, glauben drei Schülerinnen des Tønder Gymnasiums an die Kraft der Demokratie. Sie erzählen von ihrem Streben, sich Gehör zu verschaffen, und wie wichtig es ist, die eigene Stimme abzugeben.

„Ich habe oft das Gefühl, man wird übersehen“, fasst Schülerin Jule zusammen, was vermutlich viele Jugendliche in ihrem Alter ähnlich sehen. Immer wieder stellt sich dann die Frage, ob die eigene Stimme überhaupt ein Gewicht hat. Auch ihre Mitschülerinnen Jasna und Isabell teilen den Eindruck. 

Es wäre verständlich, an dem Konzept Demokratie zu zweifeln, wenn einem das Gefühl gegeben wird, dass seine oder ihre Stimme gar nicht erst gehört wird. Die drei Schülerinnen denken aber das komplette Gegenteil. Sie sehen Demokratie als „eine der wichtigsten Grundlagen einer funktionierenden Gesellschaft“.

„Ich gebe mein Bestes dafür, gehört zu werden“

Auch während einer Podiumsdiskussion betont Junge Spitzen-Vorsitzende Wencke Andresen (Mitte), wie wichtig politische Teilhabe von jungen Menschen ist.

Das Tønder Gymnasium hat in Zusammenarbeit mit der kommunalen Bibliothek in Tondern die Schülerinnen und Schüler zu einem „Demokratie-Salon“ eingeladen. Gemeinsam sollen sie sich darüber austauschen, wie es ist, dass sich immer mehr junge Leute von der Demokratie abwenden, und was dagegen unternommen werden kann. 

„Ich finde, es bringt nicht viel, wenn irgendein Typ entscheidet, was ich zu tun oder zu lassen habe“, meint Jasna. Sie will selbst mitbestimmen, wer für sie in der Politik Entscheidungen trifft. Die drei Schülerinnen sind sich auch des Wertes ihrer Stimme bewusst. Eine einzelne Stimme kann wenig wirken, aber wenn mehrere Tausend so denken, dann summiere sich das, stellt die 18-jährige Isabell fest. Sie lässt sich auch trotz mangelnder Repräsentation nicht davon abhalten, wählen zu gehen. „Ich gebe mein Bestes dafür, gehört zu werden.“

Jule (rechts) hat auch das Gefühl, dass die Älteren den Jugendlichen nicht genügend zutrauen, wenn es um Politik geht.

Auch Jule meint: „Es ist immer wichtiger, es zu versuchen, als es von Anfang an zu lassen.“