Leserbrief

„Wenn der Butt nicht mehr weiterweiß…“

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Manchmal wirkt die Weltpolitik wie ein altes Märchen – nur dass man die Rollen ein wenig tauschen müsste: ein Leserbrief von Jens Friedrich Jessen.

Nicht der Fischer stapft zum Butt, sondern seine Frau. Sie steht am Strand, ruft in den Wind hinein:

„Mantje, Mantje, Timpete – Buttje, Buttje in de See! Ach mein Mann, ich find’s nicht toll, er kriegt partout den Hals nicht voll!“

Der Butt taucht auf, blinzelt und fragt: „Na, was will er denn diesmal?“

Die Fischerin seufzt: „Nun will er Venezuela übernehmen.“

An dieser Stelle überlasse ich die Fantasie den Leserinnen und Lesern:

Was, glauben Sie, hätte der Butt darauf geantwortet?

Eine Woche vergeht. Der Wind frischt auf, die Wellen schlagen höher. Wieder steht die Fischerin am Strand

Der Butt erscheint und fragt müde: „Na, was will er denn jetzt schon wieder?“

Die Frau sagt: „Jetzt will er die Insel Grönland kaufen.“

Auch hier möchte ich die Leserschaft einladen:

Welche Antwort hätte der Butt diesmal gegeben?

Wer das Märchen kennt, weiß: Es geht um Maßlosigkeit, um das ständige „Mehr!“, um Wünsche, die irgendwann jede Vernunft übersteigen. Und am Ende steht die Erkenntnis, dass selbst der geduldigste Butt irgendwann nicht mehr weiterweiß.

Als kleinen Scherz zum Schluss:

Bitte schicken Sie Ihre Antworten möglichst kurzfristig ein – man weiß ja nie, was der Fischer als Nächstes verlangt.

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