Natur & Umwelt

Naturnationalpark Pamhule: Zwischen Zaun und Zweifel

Veröffentlicht Geändert
Grenzen für die Wildnis? Das Naherholungsgebiet Pamhule ist ein Anwärter auf einen staatlichen Naturnationalpark.

Mehr Wildnis – weniger Freiheit? In der Debatte um einen Naturnationalpark Pamhule treffen Visionen auf Misstrauen. Zwei Kommunalpolitiker, zwei Wege durch das beliebte Naherholungsgebiet.

Das Naherholungsgebiet Pamhule bei Hadersleben ist ein Kandidat für einen staatlichen Naturnationalpark. Doch die Frage nach Zäunen, Tieren und Teilhabe spaltet die Lokalpolitik. Während Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei) klare Konzepte fordert, ist Thomas Fredsted (Venstre) der Meinung, die Zeit dafür sei noch nicht reif.

Eingezäunte Kühe 

Für Kommunalpolitiker Carsten Leth Schmidt ist die Sache klar: Wenn Pamhule wirklich ein Naturnationalpark werden soll, braucht es Vielfalt – auch beim Wildtierbestand. „Nur eingezäunte Kühe – das ist keine Natur“, sagt der Vorsitzende des Klimaausschusses. Statt Monokultur will er Rot- und Damwild im Wald sehen. „Das geht nur mit einem Zaun.“ Ohne Einzäunung wanderten die Tiere auf benachbarte Felder – mit gravierenden Schäden für die Landwirtschaft.

Sein Ratskollege Thomas Fredsted (Venstre) sieht das anders. Ihn treibt vor allem ein Gedanke um: „Pamhule ist unser aller Wald.“ Die Natur habe sich dort in den vergangenen Jahren gut entwickelt – ganz ohne Zaun. „Ich bin nicht gegen mehr Tiere oder Artenvielfalt. Aber ich bin nicht einverstanden, dass man das Gebiet einzäunt und den Zugang für Mensch und Tier damit einschränkt.“

Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei ist für einen Naturnationalpark Pamhule.

Misstrauen gegenüber der Naturbehörde

Fredsted stört vor allem, dass die lokale Bevölkerung kaum mitreden könne. Seine Cousine habe das mit dem Naturnationalpark Harrild Hede erlebt: „Da hat die Naturbehörde auch Mitsprache versprochen. Am Ende lief alles über ihre Köpfe hinweg.“ Auch auf Bornholm höre er von Problemen mit frei laufenden Großtieren. „Ich bezweifle, dass es in Pamhule besser laufen wird.“

Diese Sorgen müsse man ernst nehmen, kontert Leth Schmidt – und mit durchdachten Plänen begegnen. Mountainbike-Strecken etwa könnten im Zaunkonzept berücksichtigt werden. Er sieht den Nationalpark als Chance, es besser zu machen als andernorts – wie im Fall Mols Bjerge, wo Tierschutzverstöße zu Verurteilungen führten.

Kommunalpolitiker Thomas Fredsted (Venstre) gehört zu den Skeptikern: Die Zeit sei nicht reif für einen Naturnationalpark Pamhule.

Noch ist nichts entschieden

Eine Entscheidung wird frühestens 2026 fallen. Fredsted bleibt skeptisch: „Ich will keinen Designerpark aus Kopenhagen.“ Leth Schmidt hält dagegen: „Doch ohne Konzept bleibt alles beim Alten.“

Der eine wünscht sich Hirschwild und klare Regeln – der andere mehr Zeit und Vertrauen zum Behörden-Dänemark. Ob sich Natur und Mensch wirklich auf einen gemeinsamen Weg durch Pamhule einigen können, bleibt offen.