Deutsche MInderheit

Andacht mal anders: Reformation als Schlagzeile

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Schülerin Annie Rost liest eine Schlagzeile aus dem Mittelalter-Kurier vor.

„Wir haben uns die Bälle zugespielt, es war eine Art Pingpong“, so Piet Schwarzenberg. Mit dem „Mittelalter-Kurier“ haben er und Pastor Jonathan von der Hardt zusammen mit Schülerinnen und Schülern der Deutschen Schule Hadersleben die Reformation lebendig werden lassen – als Zeitreise zu Martin Luther, Herzog Christian und den Anfängen der evangelischen Kirche in Dänemark.

Reformation journalistisch für junge Menschen aufarbeiten – diese Idee haben Piet Schwarzenberger, Lehrer an der Deutschen Schule Hadersleben und Mitglied der Domgemeinde, und Jonathan von der Hardt, Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde in Süderwilstrup (Sønder Vilstrup).

Reformation in Dänemark von zentraler Bedeutung

„Hadersleben ist für die Reformation in Dänemark von zentraler Bedeutung. Sie hat die Gesellschaft in Dänemark stark geprägt, was bis heute nachwirkt. Deshalb ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen die Geschichte näherzubringen“, so Piet Schwarzenberger. So tauchten die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) in der Herzog-Hans-Kirche am Freitagvormittag in die Kirchengeschichte ein. 

Am 31. Oktober 1517 schlug der Theologe Martin Luther 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg, weil er zutiefst unzufrieden war mit dem Handeln und Wirken seiner Kirche. Der Reformationstag, in Norddeutschland seit einiger Zeit ein Feiertag, erinnert daran. Was als Reformation der Kirche gedacht war, führte zur Spaltung der Kirche – in einen neuen evangelischen und einen alten katholischen Zweig.

Martin Luther, Wittenberg, Hadersleben und Dänemark – wie passt das zusammen? Aufklärung verspricht da der Mittelalter-Kurier, erfunden von Piet Schwarzenberger und Jonathan von der Hardt. Vier Schülerinnen und ein Schüler lasen Artikel aus der Zeitung vor, die hautnah über die Geschehnisse um 1517 informieren. „Mönch fordert Kirche heraus – 95 Thesen gegen Ablass“, so die Überschrift, die Annie Rost aus der 7. Klasse vortrug und so ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ins Thema einführte. Weitere Storys aus dem Mittelalter-Kurier folgten, damit war schon mal klar, was Martin Luther in groben Zügen getan hatte.

Ein Interview mit Herzog Christian

Als Reporter von eben dieser Zeitung interviewte dann Piet Schwarzenberger Herzog Christian, der sich in Form von Jonathan von der Hardt als Fan Martin Luthers zu erkennen gibt. Dieser Christian sorgte als Herzog dafür, dass zwei Theologen aus Deutschland nach Hadersleben kamen und die neue Lehre verbreiteten. So kam es, dass Hadersleben auch Wittenberg des Nordens genannt wird.

Kurz und knackig war die Andacht gehalten und nach gut 30 Minuten entließ Pastor Jonathan von der Hardt mit einem Segen die Schülerinnen und Schüler der DSH. 

Im kommenden Jahr wird die Reformation in Hadersleben groß gefeiert, 500 Jahre wird sie dann her sein. Doch am 31. Oktober kommenden Jahres, am eigentlichen Reformationstag, werde vieles schon passiert sein. Dann im Nachhinein aufzuklären, was die Reformation sei und wie sie nach Hadersleben gekommen sei, sei dann nicht so glücklich, so Piet Schwarzenberger. Deshalb war es beiden wichtig, nun die Andacht mit Lerneffekt zu machen. „Außerdem wollen wir zeigen, dass es auch etwas anderes als Halloween an diesem Tag gibt“, so Jonathan von der Hardt abschließend.