Neuanfang

Alles auf Anfang: Strandsegeln auf Röm nur am Süderstrand erlaubt

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Der Wind trägt die Strandseglerinnen und Strandsegler auf Röm über den breiten Sandstrand – künftig wieder in einem klar abgegrenzten Bereich am Süderstrand (Symbolbild).

„Es wird wie früher – ein Stück Normalität kehrt zurück“: Die dänische Naturbehörde will das entscheidende und endgültige grüne Licht fürs Strandsegeln auf Röm schon vor dem Himmelfahrtswochenende geben – wenn auch nur in einem klar abgegrenzten Bereich am Süderstrand. Strandsegelschulen-Betreiber Henning Winum Bruun kann aufatmen.

Nach monatelanger Unsicherheit ist die Entscheidung gefallen: Auch die dänische Naturbehörde, Eigentümerin der Strände auf Röm (Rømø), will das Strandsegeln am Süderstrand (Sønderstrand) wieder erlauben.

Damit herrscht endlich Klarheit für eine Sportart, die nach einem überraschenden Verbot im Frühjahr lange in der Schwebe hing. Künftig werden somit keine zusätzlichen Genehmigungen mehr nötig sein, um den Sport auf der Wattenmeerinsel auszuüben.

Zwischen Wind, Freiheit und Vorschriften

Im März hatte die Polizei für Südjütland und Nordschleswig das Strandsegeln verboten – aus Sorge um die Sicherheit von Spazierenden und Badegästen.

Doch das Verkehrsministerium erließ kürzlich eine neue Verordnung, die das Strandsegeln ab dem 27. Mai an neun Stränden in Dänemark wieder grundsätzlich erlaubt – darunter Vejers, Børsmose, Fanø und Röm.

Die neue Verordnung legt verbindliche Sicherheitsstandards fest und schreibt unter anderem vor, dass Strandsegelnde sicher und zügig bremsen können müssen. Außerdem ist die Nutzung bei Dunkelheit sowie bei Windgeschwindigkeiten über 12 Metern pro Sekunde untersagt.

Die vergangenen Monate waren extrem schwierig. Wir haben im März und April rund 80 Prozent unseres Umsatzes verloren.

Henning Winum Bruun, Strandsegelschule „Ourstuff“

Naturbehörde als Zünglein an der Waage

Die endgültige Entscheidung bezüglich des Strandsegelns auf Röm liegt jedoch bei der Naturbehörde. Zwar hat das Verkehrsministerium das Verbot aufgehoben, aber nur unter der Bedingung, dass die jeweiligen Strandbesitzer – die sogenannten „Lodsejere“ – zustimmen. Auf Röm ist das die Naturbehörde.

„Der neue Rechtsrahmen ist da, und wir werden ihn umsetzen. Dieser gibt uns die Möglichkeit, das Strandsegeln auf Röm wieder so ähnlich zu ermöglichen, wie es vor der ganzen Situation war“, erklärt nun auch Bent Rasmussen, oberster Förster der Naturbehörde im Wattenmeergebiet, im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

Rasmussen betont: „Wenn die Strandsegler die Vorgaben des Verkehrsministeriums erfüllen, können sie wieder loslegen. Es wird wie früher – ein Stück Normalität kehrt zurück. Wir werden ein abgegrenztes Areal am Süderstrand festlegen. Es wird also nicht überall erlaubt sein, sondern nur in diesem Bereich. Ich denke, das wird bereits ab dem Himmelfahrtswochenende umgesetzt.“ Am Strandabschnitt von Lakolk wird das Strandsegeln hingegen untersagt.

Oberförster Bent Rasmussen von der staatlichen dänischen Naturbehörde „Naturstyrelsen“ (Archivbild)

„Ich habe immer daran geglaubt“

Für Henning Winum Bruun, Betreiber der Strandsegelschule „Ourstuff“ am Süderstrand, ist die Entscheidung eine Erleichterung. Nach Wochen mit stark eingeschränktem Betrieb und erheblichen Umsatzeinbußen kann er endlich wieder durchstarten.

„Die vergangenen Monate waren extrem schwierig. Wir haben im März und April rund 80 Prozent unseres Umsatzes verloren“, erzählt er. „Das war eine enorme Belastung, und die Qualität unseres Angebots hat gelitten.“ Wochenlang war der Betrieb nur mit vorübergehenden Genehmigungen (lejlighedsgodkendelser) möglich, was aufwendige Absperrungen und Kurse bedeutete.

Nach dem abrupten Verbot im Frühjahr können Strandsegelsport-Begeisterte und Henning Winum Bruun, Besitzer der Strandsegelschule „OurStuff“ auf Röm, wieder ihrer Leidenschaft nachgehen.

Für das Himmelfahrtswochenende rechnet Bruun mit rund 200 Gästen – vielleicht sogar mehr. Trotzdem vermutet er, dass sein Betrieb nicht sofort wieder wie früher laufen wird, wo er 10.000 Interessierte jährlich zum Strandsegeln nach Röm locken konnte.

Viele Menschen glauben immer noch, dass das Strandsegeln verboten ist. Diese müssen wir erst einmal davon überzeugen, dass sie wiederkommen dürfen.

Henning Winum Bruun

5.000 statt 10.000 Gäste

„Ich rechne dieses Jahr mit der Hälfte der Gäste. Wie sich die Hochsaison entwickeln wird, ist noch unklar. Aber wir haben nicht denselben Zulauf wie im vergangenen Jahr um diese Zeit. Viele Menschen glauben immer noch, dass das Strandsegeln verboten ist. Diese müssen wir erst einmal davon überzeugen, dass sie wiederkommen dürfen“, sagt Bruun.

Ursprünglich hatte er gehofft, mit seinen Teilnehmenden auch auf den nördlichen Teil des Süderstrands ausweichen zu dürfen, um bei Hochwasser flexibler zu sein. Doch vorerst beginnt der Betrieb nur im Süden, wo das neue eingegrenzte Strandsegel-Areal entstehen soll. „Das Gebiet wird meines Wissens nach zwar etwas kleiner als früher, aber ich bin froh, dass wir wieder loslegen können und einfach zum Strand kommen können, ohne vorher die Polizei oder die Bereitschaftsbehörde informieren zu müssen. Das erspart uns viel Arbeit.“

Mit der Entscheidung der Naturbehörde kehrt für Bruun und viele Strandseglerinnen und Strandsegler somit ein Stück Normalität zurück. „Ich habe immer daran geglaubt, dass am Ende die Vernunft siegt – und genau dafür haben viele andere und ich gekämpft“, so der Betreiber der Strandsegel-Schule.