Nordschleswig

Strandsegelschulen vor dem Aus: Inhaber auf Röm spricht von „Branchen-Schließung“

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Beim Strandsegeln wird der Wagen durch den Wind, der das Segel des Fahrzeugs trifft, vorangetrieben. Dadurch werden hohe Geschwindigkeiten erreicht.

Die Polizei plant drastische Einschränkungen für den Strandsegel-Sport. Der Inhaber der Strandsegelschule „OurStuff“ auf Röm ist enttäuscht. Er spricht von einer de facto-Schließung des Geschäfts.

„Das ist dasselbe, als würde man den Grand Canyon schließen“, so Henning Winum Bruun, Besitzer der Strandsegelschule „OurStuff“ auf der Insel Röm (Rømø).

Die Entscheidung der Polizei für Südjütland und Nordschleswig, Strandsegeln auf den Stränden der Region erheblich einzuschränken, stößt bei ihm wenig überraschend auf heftige Kritik.

„Das ist eine Katastrophe für das Geschäft und eine de facto-Schließung der Branche“, sagt Winum Bruun, der auch Vorsitzender von „Dansk Land Sejler Forening“ ist, zur Nachrichtenagentur „Ritzau“.

Regeln zur Nutzung öffentlicher Strände

Die Aktivität kann weiterhin legal ausgeübt werden. Entweder muss dafür jedoch zukünftig eine spezielle Genehmigung bei der Polizei beantragt oder das Strandsegeln auf bestimmte Bereiche beschränkt werden, so die Polizei für Südjütland und Nordschleswig in einer Pressemitteilung.

„Wenn das Strandsegeln auf einem öffentlichen Strand stattfindet, auf dem Fußgänger, Radfahrer und andere Strandnutzer unterwegs sind, kann dies zu gefährlichen Situationen führen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Laut der Polizei unterliegen Strände dem Straßenverkehrsgesetz. Fahrzeuge, die auf Stränden fahren, müssen daher den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.

„Ein Aushängeschild für Dänemark“

„Es wird schwierig, eine Genehmigung zu erhalten“, glaubt Winum Bruun, der bereits mehr als 2.000 Buchungen im Kalender stehen hatte und nun zahlreiche Absagen erteilen muss. „Am Montag hätte uns eine große Gruppe erwartet, und auch nächste Woche sollte uns ein deutsches Filmteam besuchen. Ich muss sie jetzt anrufen und absagen“, beklagt der Unternehmer laut „Ritzau“.

Winum Bruun schätzt, dass sich auf Röm jährlich etwa 100.000 Menschen hinter das Steuerrad eines Strandseglers setzen. „Strandsegeln ist ein Aushängeschild für Dänemark. Das Wachstumspotential ist enorm“, erklärt er.

Die Einführung einer Genehmigungspflicht sowie die Einschränkung auf speziell festgelegte Zonen sollen ab der kommenden Saison gelten, jedoch konnte bislang noch kein genauer Zeitpunkt genannt werden. Details über die genaue Umsetzung wurden bisher noch nicht bekanntgegeben.