Regenerative Energie

Planung von Energieparks: Tondern will Vorsprung nutzen

Planung von Energieparks: Tondern will Vorsprung nutzen

Planung von Energieparks: Tondern will Vorsprung nutzen

Tondern/Tønder
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Um nachhaltige Energie in der Kommune Tondern ging es auch bei einem Treffen in Bredebro Mitte August (Archivfoto). Foto: Bjarne Lund Henneberg

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Die bei der staatlichen Suche in die engere Auswahl gerückten Standorte in Rejsby Hede und Vollum Enge sind schon von der kommunalen Planung umfasst.

„Mit Rejsby Hede und Vollum Enge handelt sich um zwei Gebiete, für die die kommunale Planung bereits läuft“, erläutert Tonderns Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei).

Das Unternehmen Eurowind Energy habe sich mit den zwei Projekten auch als staatliche Energieparks beworben, so der Bürgermeister.

Beim Bestreben der Regierung, den Bau von Sonnen- und Windparks anzukurbeln, wurden landesweit 188 potenzielle Standorte von der Behörde für Planung- und Landbereiche (Plan- og Landdistriktstyrelsen), der Energiebehörde und der Umweltbehörde überprüft.
 

Die Regierung will den Prozess beschleunigen. In der Kommune Tondern haben wir aber nicht abgebremst. Ganz im Gegenteil.

Jørgen Popp Petersen

Zwei der landesweit 32 als tauglich eingestuften Gebiete sind in der Kommune Tondern angesiedelt. Die angestrebten Energieparks aus der ersten Auswahlrunde werden vom 10. Oktober bis zum 14. November in die öffentliche Anhörung geschickt. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde für Planung und Landbereiche vor.

Neun Standorte in der Kommune Tondern durchleuchtet

Die zuständigen Behörden konzentrierten sich beim Screening nicht nur auf die Vorschläge von Kommunen und Unternehmen. In der Kommune Tondern wurden zum Beispiel sieben weitere Platzierungsmöglichkeiten in der Größenordnung zwischen 822 Hektar und 1.309 Hektar überprüft.

In Rejsby Hede östlich von Rejsby Ballum und Jerpstedt (Hjerpsted) wird auf einer Fläche von 511 Hektar eine kombinierte Anlage mit Wind- und Sonnenenergie (23 Hektar) angestrebt. Dort ist im Gegenzug der Abbau der bestehenden 40 Windkraftanlagen vorgesehen. Dies sind fast 30 Jahre alt.

„Die 40 alten Windräder werden durch 15 neue ersetzt, die weit mehr Strom produzieren können“, erläutert Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten), Vorsitzender des kommunalen Ausschusses für Klima, Wachstum und Entwicklung.

In Vollum Enge südlich von Döstrup (Døstrup) und südöstlich von Medolden (Mjolden) sind 438 Hektar für Wind- und Sonnenenergie im Rennen.

In der Planung sind zehn Windräder und eine Solaranlage auf einer Fläche von 190 Hektar.

Das Gebiet in Rejsby Hede, das als Energiepark im Spiel ist. Foto: Plan- og Landdistriktsstyrelsen

Tondern steht nicht auf der Bremse

„Die Regierung will den Prozess beschleunigen. In der Kommune Tondern haben wir aber nicht gebremst. Ganz im Gegenteil“, so der Bürgermeister.

Die Kommune Tondern hat in Sachen regenerative Energie in zwei Runden 21 Projekte priorisiert. Somit befinden sich etwa 104 Windkraftanlagen und Solarzellen auf einer Fläche von 1.600 Hektar in der Planung.

Kommune will weiterplanen

„Ich erwartet, dass die Planung der beiden betreffenden Projekte in kommunaler Hand weiterlaufen kann. In staatlicher Regie würde es länger dauern. Zudem denke ich, dass es im Hinblick auf Rejsby Hede mit einer staatlichen Planung problematisch werden könnte, wenn gleichzeitig in der Nähe von Ballum von staatlicher Seite ein nationales Testcenter für Windkraftanlagen im Spiel ist“, so der Bürgermeister.

Auch Thomas Ørting Jørgensen setzt sich dafür ein, dass die Kommune weiter bei der Planung das Sagen hat.

„Wir haben einen Vorsprung. Da die Planung in der Kommune Tondern bereits läuft, halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass eine Zulassung 2024 möglich ist. Bei einer landesweiten Planung sei dies wohl erst 2025/2026 der Fall“, sagt Popp.

 

In Vollum Enge ist eine kombinierte Anlage mit Sonnen- und Windenergie angestrebt. Foto: Plan- og Landdistriktsstyrelsen

Druck auf das Stromnetz

Zu diesem Zeitpunkt sieht er Probleme mit der Infrastruktur beim Stromnetz, wenn landesweit alle Anlagen die Produktion voll ankurbeln.

„Es mag ausgezeichnet sein, dass die Kompensation für Nachbarn bei Energieprojekten aufgestockt wird. Der Aspekt mit den lokalen Miteigentümern, der in der Kommune Tondern hoch gewichtet wird, wird jedoch überhaupt nicht berücksichtigt. Je mehr man diesen aufstockt, umso niedriger ist der Bedarf für Kompensation“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

Als seinerzeit in der Kommune Tondern in Windwedt (Vindtved) sechs Windkraftanlagen errichtet wurden, sei es gesetzlich vorgeschrieben gewesen, dass 20 Prozent der Anteile den lokalen Bürgerinnen und Bürgern vorbehalten waren. Diese Regelung gibt es aber seinen Worten nach nicht mehr.

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