Verkehrssicherheit

Fehlendes Rücklicht sorgt für kritische Situationen

Fehlendes Rücklicht sorgt für kritische Situationen

Fehlendes Rücklicht sorgt für kritische Situationen

Apenrade/Aabenraa
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Viele Autofahrer in Dänemark sind sich nicht ganz sicher, ob sie im Dunkeln das richtige Licht eingeschaltet haben. Foto: Karin Riggelsen

70 Prozent aller dänischen Kfz-Halter haben bei Dunkelheit vorherfahrende Autos ohne Rücklicht bemerkt. Bei 12 Prozent kam es dadurch sogar zu kritischen Situationen, fand der Verkehrsrat in Dänemark in einer Studie heraus.

Allzu viele Autofahrer in Dänemark fahren mit falscher Beleuchtung – oft indem sie vergessen, das Abblendlicht und damit die Rückleuchten bei Dunkelheit einzuschalten. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des dänischen Verkehrsrates von 2018.

Eine Umfrage unter 1.664 Autofahrern ergab, dass 70 Prozent aller Kfz-Führer in den letzten drei Monaten vor der Befragung bei Dunkelheit oder schlechter Sicht ein Auto vor sich hatten, bei dem die Rücklichter nicht leuchteten. 12 Prozent gerieten dadurch sogar in kritische Situationen, schreibt der dänische Verkehrsrat, Rådet for Sikker Trafik.

In einer ähnlichen Umfrage ist die Pannenhilfe Dansk Autohjælp im vergangenen Herbst zu dem Ergebnis gelangt, dass jeder 7. Kfz-Halter nicht weiß, ob sich die Rückleuchten seines Fahrzeuges automatisch einschalten oder ob das Licht manuell eingeschaltet werden muss.

Der Grund hierfür seien beiden Studien zufolge neue EU-Regeln, die 2011 und 2016 eingeführt wurden.

Dänische Autofahrer waren es früher gewohnt, dass das gesamte Licht beim Starten des Autos automatisch angeschaltet wurde.

Nur noch vorne Licht

Seit 2011 ist es nunmehr Vorschrift, dass alle neu zugelassenen Fahrzeuge Tagfahrlicht vorne haben müssen. Um Energie (und damit CO2-Emissionen) einzusparen, gilt diese Regelung allerdings nur für die Vorderlichter. Das Rücklicht bleibt ausgeschaltet.

Dies bedeutet, dass bei Dunkelheit oder schlechter Sicht das Abblendlicht eingeschaltet werden muss – daran sind auch die Rückleuchten gekoppelt.

Bei neuen Modellen, deren EU-Typenzulassung nach dem 1. Juli 2016 liegt, ist das Problem im Grunde gelöst. Sie haben werksmäßig eine automatische Dunkelheitserkennung, die die vollständige Fahrzeugbeleuchtung einschaltet.

Dennoch ist die Verwirrung zwischenzeitlich offenbar eher noch gestiegen.

„Unserer Erfahrung nach sind viele Autofahrer unsicher, wie die Automatik-Funktion wirkt. Wie werden zum Beispiel die Wetterverhältnisse gemessen? Viele der Fragen, die uns begegnen, laufen darauf hinaus, dass es doch eine gute Idee sein kann, manuell das Licht einzuschalten, sagt Bo Olesen von Dansk Autohjœlp.

Abblendlicht sorgt für vollständige Beleuchtung

Sowohl Verkehrssicherheitsrat als auch Dansk Autohjælp schlagen daher vor, sich einmal gründlich mit der eigenen Fahrzeugbeleuchtung auseinanderzusetzen, indem die verschiedenen Schalter bedient werden und man probeweise um sein eigenes Auto geht, um zu sehen, bei welcher Einstellung welches Licht leuchtet.

„Fehlende Beleuchtung kann zu gefährlichen Situationen führen“, so Jesper Sølund vom Verkehrssicherheitsrat.

Der Verkehrsrat empfiehlt, etwas ältere Modelle wenn möglich ebenfalls auf eine Automatik umzurüsten oder bei „einer Tendenz, das Lichteinschalten zu vergessen“, im Zweifelsfall permanentes Abblendlicht vorne und hinten installieren zu lassen. So wie es früher immer war.

„Mit den Jahren wird sich das Problem selbst lösen, wenn alle Fahrzeuge eine automatische Lichterkennung haben“, so Jesper Sølund.

Wann muss das Abblendlicht eingeschaltet sein?

  • Bei Dunkelheit und schlechter Sicht, etwa bei Regen, Schnee, diesigem Wetter, Nebel
  • Bei Fahrten durch einen Tunnel
  • Wenn das Fahrzeug noch kein Tagfahrlicht hat, muss in Dänemark immer das Abblendlicht eingeschaltet sein.
  • Mit eingeschaltetem Abblendlicht sind automatisch auch immer die Rückleuchten eingeschaltet.
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