Schwimmen

DIF reagiert auf die Vorfälle im Schwimm-Verband

DIF reagiert auf die Vorfälle im Schwimm-Verband

DIF reagiert auf die Vorfälle im Schwimm-Verband

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Jeanette Ottesen hat in ihrer Karriere gleich zweimal aus Protest das dänische Leistungszentrum verlassen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die Methoden der Nationaltrainer  im dänischen Schwimm-Verband haben bei Danmarks Idræts-Forbund (DIF) für Entsetzen gesorgt.

Eine Dokumentation von „Danmarks Radio“ hat aufgedeckt, wie Talente und Stars im Leistungszentrum in Kopenhagen u. a. mit öffentlichem Wiegen vor versammelter Mannschaft gedemütigt worden sind.

Essstörungen, mentale Probleme und auch ein vorzeitiges Karriere-Ende sind die Folgen gewesen.

„Es berührt mich zutiefst, dass einige Trainer sich so verhalten haben – das ist verwerflich“, sagt DIF-Direktor Morten Mølholm Hansen: „Besonders, wenn man in Betracht zieht, dass Leistungssport ein Sektor ist, wo Essstörungen vorkommen können, weil der Fokus auf Körper und Gewicht so groß ist.“

DIF reagiert auf die Vorfälle im Schwimm-Verband und bittet nun alle Spezialverbände zum Gespräch.

„Wir werden sämtliche 62 Spezialverbände einladen, um zu hören, wie sie in diesem Bereich handeln. Wir sind im dänischen Sport gut aufgestellt, müssen aber auch erkennen, dass wir ein großes Problem haben.“

In der DR-Dokumentation beschrieb Weltmeisterin Jeanette Ottesen wie sie sich fett, ängstlich und wertlos fühlte, nachdem sie durch die umstrittenen Methoden und Kommentare des damaligen Nationaltrainers Mark Regan niedergemacht wurde.

„Es sind schlimme Beispiele ans Licht gekommen, aber es gibt auch andere Beispiele von Trainern, die nicht wissen, wie sie sich gegenüber jungen Mädchen in solch einer Situation verhalten müssen, und in diesem Bereich werden wir noch mehr tun“, verspricht Morten Mølholm Hansen.
Mark Regan, der von 2003 bis 2008 Nationaltrainer war, ist danach wieder nach Australien zurückgekehrt.

„Ich habe nichts falsch gemacht. Ich war ein harter Trainer, aber manchmal muss man den Schwimmern Dinge sagen, die sie nicht hören wollen“, lautet der einzige Kommentar von Mark Regan zu DR.

Das öffentliche Wiegen wurde 2005 vom Schwimm-Verband offiziell abgeschafft, doch zahlreiche Schwimmer bestätigen, dass sich weder unter Mark Regan noch unter dessen Nachfolger, dem 2014 verstorbenen Paulus Wildeboer, oder Junioren-Nationaltrainer Michael Hinge etwas änderte.

Mehr lesen