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SønderjyskE stürmt ins Pokalfinale

SønderjyskE stürmt ins Pokalfinale

SønderjyskE stürmt ins Pokalfinale

Hadersleben/Haderslev
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Julius Eskesen jubelt nach seinem Traumtor im Pokal-Halbfinale gegen Horsens. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

SønderjyskE greift beim Pokalfinale am 1. Juli in Esbjerg erstmals nach einem Titel. Die Hellblauen konnten mit einer bärenstarken Leistung AC Horsens mit 2:1 besiegen.

Die SønderjyskE-Fußballer haben Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal stehen die Hellblauen im dänischen Pokalfinale. In einem dramatischen Halbfinale konnte die Mannschaft der Stunde im dänischen Fußball in die Knie gezwungen werden. AC Horsens hatte zuletzt in der Superliga hintereinander den FC København, FC Midtjylland und Brøndby IF entzaubert, doch trotz einer 1:0-Führung musste man sich einer bärenstarken SønderjyskE-Mannschaft mit 1:2 geschlagen geben.

Anders K. Jacobsen wurde mit seinem Tor in der 89. Minute zum Matchwinner, doch herausragend waren an diesem Abend Alexander Bah und Julius Eskesen.

Jubel nach dem Siegtreffer durch Anders K. Jacobsen. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Glen Riddersholm hatte gegenüber dem 2:2 gegen Silkeborg kräftig rotiert, aber keineswegs eine B-Elf ins Rennen geschickt. Mit einem Durchschnittsalter von 23,5 Jahren war es die jüngste SønderjyskE-Startelf seit langer Zeit. Lediglich die Defensiv-Achse mit Sebastian Mielitz (30), Pierre Kanstrup (31) und Patrick Banggaard (26) drückten das Durchschnittsalter nach oben. „Jugend forscht“ dominierte im Mittelfeld mit Emil Frederiksen (19), Peter Christiansen (20), Julius Eskesen (21), Rasmus Vinderslev (22) und Victor Mpindi (23).

Das junge Quintett tat sich anfangs schwer. AC Horsens hatte mehr vom Spiel, doch langsam kam SønderjyskE besser in die Partie und zeigte viele gute Ansätze. Die Platzherren fühlten sich Mitte der ersten Halbzeit nicht zu unrecht um einen Handelfmeter betrogen. Die Pfeife von FIFA-Schiedsrichter Jakob Kehlet blieb stumm. als Hallur Hansson sich in den Ball warf und vor dem einschussbereiten Stefan Gartenmann mit der Hand zur Ecke klärte. Die Sicht von Kehlet war versperrt, aber der Linienrichter war in dieser Situation geistig abwesend.

Verständlicher war es da schon, dass Jakob Kehlet kurz nach dem Seitenwechsel erneut auf Weiterspielen entschied, als Emil Frederiksen im Strafraum von Bjarke Jacobsen gerempelt wurde. Im direkten Gegenzug fiel nach einer Ecke das 0:1 durch den baumlangen Simon Okosun, als Torwart Sebastian Mielitz sich in der Luft nicht durchsetzen konnte.

300 Zuschauer durften ins Stadion. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

SønderjyskE verdaute den Rückstand aber schnell und antwortete mit wütenden Angriffen. Hoch verdient war der Ausgleich nach gut einer Stunde. Ein Traumtor durch Julius Eskesen. Eine Direktabnahme aus 18 Metern Entfernung, nachdem Alexander Bah über den halben Platz gesprintet war.

Nach dem Ausgleich spielte fast ausschließlich SønderjyskE, doch trotz guter Gelegenheiten für den Gegner schien sich Horsens in die Verlängerung zu retten.
Julius Eskesen wollte es aber anders. Sein Distanzschuss konnte der Horsens-Torwart noch mit einer Glanzparade abwehren, doch Anders K. Jacobsen blieb eiskalt und staubte zum 2:1 ab.

SønderjyskE greift beim Pokalfinale am 1. Juli in Esbjerg erstmals nach einem Titel. Das Potenzial der Mannschaft wurde endlich abgerufen. Es bleibt zu hoffen, dass solche Leistungen auch in der Superliga gebracht werden können.

SønderjyskE - Horsens (0:0) 2:1

0:1 Simon Okosun (53.), 1:1 Julius Eskesen (63.), 2:1 Anders K. Jacobsen (89.)
SønderjyskE: Sebastian Mielitz – Alexander Bah, Pierre Kanstrup, Patrick Banggaard, Stefan Gartenmann – Victor Mpindi – Peter Christiansen (90.: Christian „Greko“ Jakobsen), Emil Frederiksen (73.: Eggert Jonsson), Rasmus Vinderslev (73.: Mads Albæk), Julius Eskesen (90.: Johan Absalonsen) – Artem Dovbyk (73.: Anders K. Jacobsen).
AC Horsens: Matej Delac – Peter Nymann (73.: Oliver Drost), Malte Kiilerich, Alexander Ludwig, Jonas Thorsen – Louka Prip, Bjarke Jacobsen (85.: Jonas Gemmer), Simon Okosun Peter Therkildsen (65.: Jeppe Kjær) – Hallur Hansson – Nicolai Brock-Madsen (85.: Erhan Masovic).
Gelbe Karten: Victor Mpindi, Eggert Jonsson, Christian „Greko“ Jakobsen.
Schiedsrichter: Jakob Kehlet.
Zuschauer: 300.

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Walter Turnowsky
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