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SønderjyskE nutzte die große Chance nicht

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Lyngby
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Foto: Scanpix/Anders Kjærbye

Nach 80 langweiligen Minuten überschlugen sich die Ereignisse in der Schlussphase des Superliga-Spiels zwischen Lyngby und SønderjyskE. Am Ende musste sich die Hellblauen mit einem 1:1-Unentschieden zufrieden geben.

Einige warfen sich enttäuscht zu Boden, anderen zogen das Trikot vors Gesicht. Das war für die SønderjyskE-Fußballer letztenendes eher ein Punktverlust als ein Punktgewinn, als sie sich im Auswärtsspiel gegen den Tabellendritten der Vorsaison, Lyngby Boldklub, begnügen mussten. Nicht so sehr weil die Gastgeber mit einem Sonntagsschuss in der 86. Minute die Hellblauen nach deren Tor in der 82. Minute noch abgefangen hatten, sondern vielmehr, weil Casper Olesen Sekunden vor dem Schlusspfiff die Riesenchance zum Sieg vergeben hatte.

Es wäre eine traumhafte Geschichte von einem Matchwinner gewesen, der in den vergangen 13 Monaten so gelitten hat und mehrere Rückschläge wegstecken musste. Der 21-jährige Sonderburger hatte seit Juli 2016 kein Superliga-Spiel mehr bestritten und nach einem Knöchelbruch lange um den Anschluss kämpfen müssen. Bei seinem Comeback wurde er in der fünften Minute der Nachspielzeit völlig freigespielt, doch Olesen schloss direkt auf Torwart Mikkel Andersen ab.

2.089 Zuschauer im Lyngby Stadion, gefühlt waren nur halb so viele da, hatten zuvor Zweikämpfe am laufenden Band gesehen und sich schon darauf eingestellt, dass die 90 langweiligen Minuten in eine grauenvolle Nullnummer enden würde, doch die letzten zehn Minuten entschädigten für die fehlende Unterhaltung in den vorangegangenen 80. Kees Luijckx köpfte in der 82. Minute seine Mannschaft in Führung, doch ein Sonntagsschuss des eingewechselten Gustav Marcussen sorgte für den Ausgleich. Es hätte für SønderjyskE alle drei Punkte sein müssen, doch Casper Olesen vergab in der Nachspielzeit die Riesenchance zum Sieg.

Die Angst vorm Verlieren war in den ersten 80 Minuten bei beiden Mannschaften größer als der Wille, voll auf Sieg zu spielen. Es wurde eine von der Taktik geprägte Partie. SønderjyskE war sehr aufmerksam, nicht ins offene Messer zu laufen, wie es in der Vergangenheit gegen Lyngby oft der Fall gewesen war.

Ein paar zaghafte Schüsse von Mikael Uhre war alles, was SønderjyskE in der ersten Halbzeit zu bieten hatte. Auf der anderen Seite gab es ebenso wenig zu bewundern, bis auf ein paar Flanken, die keinen Abnehmer fanden. Lyngby hatte bei SønderjyskE eine Schwachstelle gefunden. Nicholas Marfelt, der den angeschlagenen Simon Poulsen auf der linken Abwehrseite ersetzte, war mit seinen Vorstößen offensiv eine Bereicherung, hatte aber in der Defensive seine Probleme.

Die zweite Halbzeit war lebhafter. Bereits in der 47. Minute forderten die Gäste einen Handelfmeter, als Lyngby-Kapitän Thomas Sørensen den Drehschuss von Mikael Uhre mit dem angelegten Arm parierte. Schiedsrichter Jens Maae tat gut daran, nicht auf Strafstoß zu entscheiden. SønderjyskE hatte eine weitere Möglichkeit durch Troels Kløve (58.) und ließ am anderen Ende nicht viel zu. Bror Blume zwang mit einem Distanzschuss in der 75. Minute Torwart Sebastian Mielitz zu einer Glanzparade.

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse, und unterm Strich sprang für SønderjyskE ein Punkt heraus. Der erste Zähler nach vier Niederlagen in den vier Aufeinandertreffen der vergangenen Saison.

Lyngby Boldklub - SønderjyskE (0:0) 1:1
0:1 Kees Luijckx (82.), 1:1 Gustav Marcussen (86.)
Lyngby: Mikkel Andersen – Lasse Fosgaard, Hallgrimur Jonasson, Thomas Sørensen, Casper Højer Nielsen – Martin Ørnskov, Jesper Christjansen – David Boysen (63.: Gustav Marcussen), Bror Blume, Kristoffer Larsen (89.: Oliver Kjærgaard) – Jeppe Kjær.
SønderjyskE: Sebastian Mielitz – Ramon Rodrigues, Kees Luijckx, Marc Pedersen, Nicholas Marfelt – Marcel Rømer – Troels Kløve, Niki Zimling, Philip Zinckernagel (68.: Emil Scheel), Christian “Greko” Jakobsen (77.: Casper Olesen) – Mikael Uhre (77.: William Tchuameni).
Gelbe Karten: Martin Ørnskov, David Boysen.
Schiedsrichter: Jens Maae.
Zuschauer: 2.089.

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