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Drei Torhüter konnten SønderjyskE-Sieg nicht verhindern

Drei Torhüter konnten SønderjyskE-Sieg nicht verhindern

Drei Torhüter konnten SønderjyskE-Sieg nicht verhindern

Hillerød
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Der „Secma Ground“ in Hillerød. Nur der Name riecht nach Profi-Fußball. Foto: DN

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Die SønderjyskE-Fußballer sind in einer ganz neuen Welt gelandet, haben aber den nächsten kleinen Schritt in Richtung Rückkehr ins Oberhaus gemacht. Nach einer Schrecksekunde wurde Aufsteiger Hillerød mühelos bezwungen. Die SønderjyskE-Kicker haben sich auf die neue Realität eingestellt.

14 Jahre lang hießen die Adressen „Parken“, Brøndby Stadion oder „Ceres Park“ in Aarhus, wenn die SønderjyskE-Fußballer ihre schwarzen Auswärtstrikots überstreiften.

Das erste Auswärtsspiel der laufenden Saison machte mit aller Deutlichkeit klar, dass der Pokalsieger von 2020 in einer anderen Welt aufgeschlagen ist. Was nach der Überquerung der Großen-Belt-Brücke auf die Hellblauen wartete, war weit vom Nationalstadion oder von der heftigen Stimmung in Brøndby entfernt. Das hatte schon was von Pokalspiel-Atmosphäre, und zwar die aus den frühen Pokal-Runden, wo hoffnungsvolle Mannschaften aus niedrigeren Spielklassen gegen eine Top-Mannschaft auf eine Pokal-Überraschung hoffen.

So war es auch vor fast exakt einem Jahr, als der damalige Zweitdivisionär Hillerød Fodbold den damaligen Superligisten und Pokalfinalisten SønderjyskE empfing. Die Überraschung blieb aus, der Favorit setzte sich locker mit 5:0 durch.

Die SønderjyskE-Fußballer mussten sich an die ungewohnte Umgebung erst gewöhnen. Foto: DN

Seitdem ist viel passiert. Hillerød ist in die 1. Division aufgestiegen und SønderjyskE in die 1. Division abgestiegen, und die Zuschauer durften gespannt sein, ob sich die beiden Klubs auch vom Leistungsniveau genähert hatten. Das war nicht der Fall.

Der Aufsteiger hat eine Woche nach der 1:5-Auftaktschlappe in Vendsyssel eine 1:5-Heimniederlage gegen den Superliga-Absteiger kassiert und muss sich darauf einstellen, dass das Abenteuer in der zweithöchsten Spielklasse nur von kurzer Dauer sein wird.

Es fehlt schlichtweg an Qualität, nicht nur auf dem Platz, auch im Umfeld von Hillerød Fodbold hat dies nicht viel mit Profi-Fußball zu tun. Auf dem Nebenplatz des Leichtathletik-Stadions, das nicht benutzt werden darf, weil dies nicht den Anforderungen entspricht, gibt es nur eine kleine Tribüne. Ansonsten stehen die Zuschauer entlang der Werbebanden, wie es in zahlreichen Serien-Stadien des Landes der Fall ist. Die Kinder können sich auf der Gegengerade in der Hüpfburg oder an der Riesen-Dartscheibe vergnügen, wenn der Kick auf dem Rasen zu langweilig wird.

Langweilig wurde es im ersten Heimspiel der Vereinsgeschichte in der zweithöchsten Spielklasse nur selten, auch weil der Aufsteiger überraschend in Führung ging und gleich drei Torhüter einsetzte.

Hüpfburg und Riesen-Darscheibe am Platzrand. Auch das gibt es in der 1. Division. Foto: DN

Tobias Arndal köpfte in der 15. Minute das 1:0 für die Platzherren. Der Rückstand verunsicherte zunächst die Gäste, die sich aber schnell wieder fingen und mit drei Toren innerhalb von einer Viertelstunde alles klar machten.

Torwart Alexander Jensen hatte nicht nur einen unnötigen Elfmeter verschuldet, sondern auch bei einem weiteren Gegentreffer keine gute Figur abgegeben. Der Sohn von Ex-Nationalspieler Niclas Jensen wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt, doch sein Ablöser machte es nicht viel besser.

Thomas Gall, Sohn des ehemaligen FCK-Torhüters Benny Gall, verschätzte sich beim Herauslaufen, spielte den Ball außerbalb des Strafraumes mit der Hand und sah die Rote Karte.

Verteidiger Gregers Arndal musste zwischen die Pfosten, wurde aber vom Gegner nur selten geprüft. SønderjyskE nahm den Gang raus und begnügte sich mit zwei weiteren Toren.

Zahlreiche SønderjyskE-Fans feuerten ihre Mannschaft an. Foto: DN

„Wir waren anfangs nervös und haben nicht den Start bekommen, den wir uns erwünscht hatten. Als der Torwart von Hillerød vom Platz gestellt wurde und ein Feldspieler ins Tor musste, war die Luft raus aus dem Spiel, aber bis dahin waren wir topmotiviert wie in jedem anderen Stadion auch. Wir hatten Respekt vor dem Gegner und wussten, wie wichtig ein Sieg ist“, sagt Emil Berggreen zum „Nordschleswiger“.

Der Stürmer hat nicht nur in der Superliga, sondern auch im Ausland an ganz anderen Adressen gespielt. Bei SønderjyskE hat man aber an der mentalen Umstellung gearbeitet.

„Wir befinden uns in einer anderen Situation, nicht nur von der Umgebung her. In der Superliga waren wir selten in der Favoritenrolle, doch diese müssen wir in der 1. Division annehmen und damit umgehen können. Und das haben wir heute auch bewiesen indem wir Charakter gezeigt und den Rückstand wieder umgebogen haben“, so Emil Berggreen: „Wir haben viel darüber gesprochen, wie wir eine Siegerkultur aufbauen. Wir können mit dem Saisonstart bislang zufrieden sein. Jeder Sieg zählt.“

Hillerød Fodbold - SønderjyskE (1:3) 1:5

1:0 Tobias Arndal (15.), 1:1 Emil Berggreen (Foulelfmeter/23.), 1:2 Troels Kløve (33.), 1:3 Peter Buch Christiansen (37.), 1:4 Marc Dal Hende (73.), 1:5 Emil Frederiksen (78.)

SønderjyskE: Nicolai Flø – Ryan Laursen Laursen (65.: José Gallegos), Rasmus Wikström (84: Gustav Drest Wagner), Maxime Soulas, Marc Dal Hende – Rasmus Vinderslev, Mads Albæk (90. Marcus Kristensen) – Emil Frederiksen, Peter Buch Christiansen (84.: Mikkel Ladefoged), Troels Kløve – Emil Berggreen (62.: Mikkel Hyllegaard).

Rote Karte: Thomas Gall (Hillerød/49.). Gelbe Karten: Marc Dal Hende. Schiedsrichter: Simon Duerlund Rasmussen. Zuschauer: 924.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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