Eishockey

SønderjyskE mit dem Rücken zur Wand

SønderjyskE mit dem Rücken zur Wand

SønderjyskE mit dem Rücken zur Wand

Woyens/Vojens
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Rungsted war wieder einen Tick effektiver vor dem gegnerischen Tor. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Die Eishockeyspieler von SønderjyskE stehen im Kampf um die dänische Meisterschaft vor dem Aus. Rungsted Seier Capital hat sich mit einem 3:2-Sieg drei Matchbälle erzwungen.

Das war eine bittere Pille, die SønderjyskE im vierten Spiel der Halbfinalserie um die dänische Eishockey-Meisterschaft schlucken musste. Die Hellblauen haben in der Schlussphase des Heimspiels gegen Rungsted Seier Capital einen 0:2-Rückstand wettgemacht, dann aber doch eine 2:3-Niederlage hinnehmen müssen. Die Gastgeber wurden nach dem starken Comeback zu übereifrig und liefen knapp fünf Minuten vor Schluss ins offene Messer.

SønderjyskE hatte in der Woyenser Frøs Arena ein klares Übergewicht an Spielanteilen und Torchancen, doch Rungsted Seier Capital hat einen glücklichen 3:2-Sieg entführt und sich in der Halbfinalserie vielleicht schon vorentscheidend mit 3:1 in Führung gebracht. Es fehlt dem dänischen Meister von 2019 und somit auch amtierenden Titelträger nur noch ein Sieg zum Finaleinzug, der am Freitag in eigener Halle perfekt gemacht werden kann.

Christopher Nihlstorp war der überragende Mann auf dem Eis. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

SønderjyskE-Trainer Mario Simioni hatte sich mehr Körpereinsatz gegen die dominierende Sturmreihe der Halbfinalserie gewünscht und schickte Mads Eller, Steffen Frank und Emil Bejmo gegen Mattias Persson, Charlie Sarault und Nichlas Hardt aufs Eis.

Die Taktik ging ein Drittel lang auf. SønderjyskE konnte nicht nur die beste Sturmreihe des Gegners neutralisieren, sondern dominierte in den ersten 20 Minuten das Geschehen, doch Rungsted-Torwart Christopher Nihlstorp verhinderte einen Rückstand seiner Mannschaft.

Das Tor fiel stattdessen auf der anderen Seite. Nichlas Hardt lenkte in der 24. Minute einen Schuss zur schmeichelhaften Rungsted-Führung ins Netz. Eine kalte Dusche für die Hausherren, die kurz zuvor in Unterzahl bei einem Pfostentreffer von Steffen Frank Pech hatten.

SønderjyskE musste sich nach dem Rückstand erst schütteln und geriet unter Druck, übernahm aber in der zweiten Hälfte des Mitteldrittels wieder das Kommando. Mathias Borring Hansen und Anders Førster vergaben dicke Chancen zum Ausgleich.

Yannick Vedel war der herausragende Spieler in der Viertelfinalserie gegen Herning, ist aber in der Halbfinalserie gegen Rungsted noch ohne Torerfolg. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Nach dem 0:2-Rückstand gab ein Gewaltschuss von Rasmus Lyø neun Minuten vor Schluss neue Hoffnung.

Christopher Nihlstorp hatte bis dahin SønderjyskE den Zahn gezogen. Der Rungsted-Torwart, mit der Erfahrung von mehr als 300 Einsätzen in der schwedischen SHL und sechs Auftritten in der NHL, schien nicht zu überwinden, wurde aber drei Minuten später ein weiteres Mal überlistet.

SønderjyskE drängte nach dem Ausgleich auf eine Entscheidung noch vor der Verlängerung, lief aber ins offene Messer. Hampus Gustafsson wurde knapp fünf Minuten vor Schluss zum Matchwinner.

Die Hellblauen müssen nun tief in die Trickkiste greifen, um diese Halbfinalserie noch zu drehen. Nach drei Niederlagen in Folge mit nur einem Tor Unterschied müssen sie dreimal hintereinander gewinnen, um das Aus zu verhindern.

SønderjyskE - Rungsted Seier Capital (0:0,0:1,2:2) 2:3

0:1 Nichlas Hardt (23:39), 0:2 Shane Hanna (45:25), 1:2 Rasmus Lyø (50:47), 2:2 Matt Prapavessis (53:51/Ass.: Matt Salhany, Emil Bejmo), 2:3 Hampus Gustafsson (55:13).

Zeitstrafen: SE 1x2 – RSC 5x2 Minuten. Schiedsrichter: Mads Frandsen/Thomas Buchardt Andersen. Zuschauer: 0.

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