Energiekrise

Stromrechnung einfrieren: Lebensmittelindustrie warnt vor Hilfspaket

Stromrechnung einfrieren: Lebensmittelindustrie warnt vor Hilfspaket

Energiekrise: Lebensmittelindustrie kritisiert Hilfspaket

Ritzau/ml
Kopenhagen
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Unternehmen sind angehalten Energie einzusparen. Aber viele Betriebe wie Metzger unterliegen vorgeschriebenen Kühltemperaturen und können nicht mehr einsparen. Foto: Niels Ahlmann Olesen/Ritzau Scanpix

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Metzgereien, Fischhandlungen und andere Unternehmen bräuchten hier und jetzt Hilfe bei ihren Energierechnungen, fordert die Branchenorganisation FødevareDanmark. Die politischen Verhandlungen werden am Freitag fortgesetzt.

Angesichts immer weiter steigender Energiekosten will die Regierung ein weiteres Hilfspaket schnüren, das Stromkundinnen und Stromkunden ermöglicht, einen Teil ihrer Stromrechnung einzufrieren und in den folgenden Jahren abzubezahlen.

Bislang war die Rede nur von einer Regelung für Privathaushalte. Am Freitag werden die Verhandlungen über das Hilfspaket fortgesetzt, in denen es auch um eine Ausweitung dieses Modells auf Unternehmen und den Kultursektor geben soll.

Eine solche Option könnte sich jedoch für viele kleine und mittlere Unternehmen als gefährlich erweisen, warnt FødevareDanmark, der Dachverband der Lebensmittel-Unternehmen. Die Unternehmen, für die ein solches Hilfspaket infrage käme, stünden bereits am Rande des Zusammenbruchs. „Wenn die Energiepreise hoch bleiben, werden sie in Konkurs gehen“, fürchtet Torsten Buhl, Direktor von FødevareDanmark.

Viele Unternehmen können nicht mehr Strom sparen

Weiter kritisiert Buhl die Forderung der Regierung, die Unternehmen sollten Energie sparen. Das gehe an der Realität vieler Betriebe vorbei. Geschäfte wie Metzgereien, Fischhandlungen und Käsereien könnten diese Forderung kaum umsetzen: „Die Regierung fordert Energieeinsparungen, aber unsere Unternehmen können das nicht tun“, so Buhl und begründet das mit gesetzlichen Anforderungen an die Temperaturen in Kühlhäusern, Gefrierschränken und beim Transport, denen die Betriebe unterworfen sind.

„Der Staat hat diese Voraussetzungen geschaffen, also muss er auch hier und jetzt helfen und Geld aufbringen. Entscheidend ist, dass die Unternehmen die Energiekrise überstehen, damit wir weiterhin Metzgereien und andere Fachgeschäfte haben können.“ Buhl weist darauf hin, dass die hohen Energiepreise bereits jetzt mehrere Unternehmen dazu veranlasst hätten, sich zurückzuziehen.

Auch DI Fødevarer schlägt Alarm

Auch der Arbeitgeberverband DI Fødevarer warnt davor, dass den Lebensmittelunternehmen eine noch nie dagewesene Zusatzbelastung droht. Direktor Leif Nielsen erklärt in einer Pressemitteilung, dass die Lebensmittelindustrie mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 6,73 Milliarden Kronen rechnet, von denen 4,27 Milliarden auf Strom und 2,46 Milliarden auf Gas entfallen.

„Die Maschinen laufen ununterbrochen, um Lebensmittel für die Däninnen und Dänen zu produzieren, und das kostet“, sagt er.

Zu den Betroffenen gehört auch der Fleischkonzern Danish Crown, der am Donnerstag die Entlassung von 350 Mitarbeitenden in Sæby und Ringsted ankündigte. Dies sei laut Auskunft des Unternehmens unter anderem auf die hohen Energiepreise und die steigenden Futterkosten zurückzuführen, die viele Landwirtinnen und Landwirte dazu veranlasst haben, die Produktion von Schlachtschweinen zu reduzieren oder ganz einzustellen.

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