Mobilität

Mit dem Rad zur Arbeit: Kälte, Dreck und Nahtod-Erfahrungen

Mit dem Rad zur Arbeit: Kälte, Dreck und Nahtod-Erfahrungen

Mit dem Rad zur Arbeit: Kälte, Dreck und Nahtod-Erfahrungen

Gerrit Hencke/Cornelius von Tiedemann/Hannah Dobiaschowski
Apenrade/Aabenraa
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Apenrade Ortseingang
Mit dem Rad zur Arbeit: Auch „Der Nordschleswiger“ war bei der Winterwoche dabei. Foto: Gerrit Hencke

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Die „Mit-dem-Rad-zur-Arbeit“-Winterwoche des dänischen Radfahr-Verbandes hat auch vor dem „Nordschleswiger“ nicht haltgemacht. Eine kleine Gruppe hat für das „Team Nordi“ in die Pedale getreten, insgesamt 404 Kilometer zurückgelegt und 101 Kilogramm CO₂ eingespart. Eine Veloheldin und zwei Radritter berichten von ihren Erfahrungen.

In jedem Land gibt es sie, diese Wochen, in denen Fahrradclubs oder Umweltverbände dazu aufrufen, das Auto stehenzulassen und aufs Rad zu steigen. „Vi cykler til arbejde“ ­− wir radeln zur Arbeit, heißt das beispielsweise in Dänemark. Ausgerufen hat die Winterwoche der dänische Fahrradverband. Vermutlich ein Test, denn wer fährt schon außerhalb der „Fahrradsaison“ mit dem Rad?

Wie sich zeigt, ganz schön viele. 10.664 Radfahrerinnen und Radfahrer sind in der vergangenen Woche dem Aufruf gefolgt und haben im Schnitt an 2,62 Tagen das Radtrikot übergestreift. Der Kilometerschnitt lag bei 36,42. Insgesamt wurden fast 390.000 Kilometer abgespult und so 97 Tonnen CO₂ eingespart. Der gesamtgesellschaftliche Gewinn der Woche liegt bei 3,1 Millionen Kronen.

„Nordschleswiger“-Team: Spitze in der Kommune

In der Kommune Apenrade (Aabenraa) folgten nur 35 Radfahrerinnen und Radfahrer der Aufforderung. 1.235 Kilometer wurden hier gestrampelt. Dafür stiegen die Radfahrenden im Schnitt 2,57 Tage in der vergangenen Woche auf den Drahtesel und legten 35,31 Kilometer zurück.

Auch in der Hauptredaktion des „Nordschleswigers“ in Apenrade schnürten fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom 23. bis 29. Januar die Radschuhe. Das „Team Nordi − Reporter ohne Bremsen“ trotzte in den vergangenen sieben Tagen Wind, Wetter und diversen Unwegsamkeiten.

Mit durchschnittlich 80,79 Kilometern liegt das Team in der Kommune sogar vorne. 403,97 Kilometer insgesamt und ein Schnitt von 3,4 Tagen sind das Ergebnis. 100,99 Kilogramm CO₂ wurden durch das „Team Nordi“ eingespart. 

Die Duborg Skolen (200,8 Kilometer), die sich aus Flensburg mit einer zehnköpfigen Gruppe dazugemogelt hat, und auch die Apenrader Kommune (225 Kilometer) konnten mit den Reporterinnen und Reportern ohne Bremsen nicht mithalten. 

Auch national kann „Der Nordschleswiger“ mithalten − zumindest bei der durchschnittlichen Kilometerleistung. Unter allen Teilnehmenden liegt diese bei 36,91 Kilometern, im „Team Nordi“ bei 80,79 Kilometern.

Zwei Kollegen entscheiden das Kilometer-Rennen unter sich

Für den guten Tagesschnitt sorgte Kollegin Hannah Dobiaschowski, die jeden Tag mit dem Rad unterwegs ist. Sie schreibt hier über ihren Fahrrad-Alltag:

Weil ihre Strecke allerdings relativ kurz ist, mussten für die Kilometerleistung die beiden Kollegen mit dem weitesten Arbeitsweg an den Start gehen. Der stellvertretende Chefredakteur, Cornelius von Tiedemann, muss 23 Kilometer pro Wegstrecke bewältigen und trat die Strecke an vier Tagen an.

Bei Gerrit Hencke sind ein Weg 30 Kilometer. Er fuhr die Strecke nur zweimal. Die Gründe dafür, und auch seine Erfahrungen während der Winterwoche, sind hier nachzulesen. 

Am Ende steuerte er aber trotzdem 138,7 Kilometer zur Teamleistung dazu. Bei von Tiedemann kamen stolze 187,87 Kilometer zusammen. Teamrekord. Seinen täglichen Überlebenskampf schildert er in seinem Pendelbericht. 

In Nordschleswig konnten nur Teams aus der Kommune Sonderburg das „Team Nordi“ überholen ­− etwa die „Slotsridderne fra Grænselandet“, die für die Landwirtschaftsbehörde an den Start gingen. Die 14 Radlerinnen und Radler legten rund 887 Kilometer zurück. Auch das zehnköpfige Team „Vikingbiker from Linak A/S“ kam auf 605 Kilometer.

An der Spitze radeln andere 

Das kilometerstärkste Team waren die „Pindhyttens Venner“ des Unternehmens Hofor Amagerværket. Hier gingen 16 Teilnehmende an den Start und legten zusammen knapp 1.700 Kilometer zurück. Die durchschnittliche Teamleistung lag bei 106 Kilometern pro Kopf.

In der Region Syddanmark schaffte es das Team der Odense Kommune mit 1.103 Kilometern an die Spitze. Auch hier fuhren 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an durchschnittlich vier Tagen mit dem Rad zur Arbeit.  

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