Wohnungsmarkt

Immobilienpreise steigen auch in Nordschleswig

Immobilienpreise steigen auch in Nordschleswig

Immobilienpreise steigen auch in Nordschleswig

Nordschleswig/Kopenhagen
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Jüngste Zahlen vom Wohnungsmarkt zeigen eine weiterhin steigende Tendenz bei den Preisen für Einzel- und Reihenhäuser. Foto: Archiv

In Nordschleswig fällt der Preisanstieg bei Immobilien zwar geringer aus als im Landesdurchschnitt, doch auch hier haben die Preise für Wohneigentum angezogen.

Landesweit setzt sich der Trend steigender Preise am Immobilienmarkt fort. Diese Entwicklung macht sich auch in Nordschleswig bemerkbar, wie aus neuesten Zahlen von „Boligsiden“ hervorgeht.

Demnach sind die Preise für ein Einzel- oder Reihenhaus in Südjütland im März um 3,5 Prozent gestiegen. Der Quadratmeterpreis liegt aktuell bei 10.503 Kronen. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Anstieg mit 8,3 Prozent aus, während er landesweit bei 12,3 Prozent liegt. Dies ist laut Boligsiden der höchste Preisanstieg seit 2010.

Zuletzt kein Preisrückgang während der kalten Jahreszeit

Birgit Daetz, Kommunikationsdirektorin bei Boligsiden, erklärt, dass die Immobilienpreise normalerweise im Herbst und Winter leicht zurückgehen und dann im März wieder anfangen zu steigen. Doch in diesem Jahr fällt die Situation anders aus, da es keinen solchen Preisrückgang während der kalten Monate gegeben hat.

„Jetzt sind wir an dem Zeitpunkt des Jahres angekommen, an dem die Preise normalerweise wieder anziehen, und deshalb ist es auch nicht überraschend, dass wir für den Monat März noch einen Preissprung sehen“, sagt Birgit Daetz.

Auch die Preise für Eigentumswohnungen steigen weiter an. In Südjütland liegt die Steigerung bei 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, der aktuelle Quadratmeterpreis beträgt hier 14.787 Kronen.

Im Augenblick haben wir hier in der Kommune Apenrade viel zu tun. Die Zeit, die es dauert, ein Haus zu verkaufen, ist um einiges kürzer geworden. Die Preise sind angestiegen. Der Markt ist aus unserer Sicht richtig gut.

Ulf Rogge, Immobilienmakler bei Home in Apenrade

Viel zu tun auch in der Kommune Apenrade

Die Entwicklung beständig steigender Preise kann Immobilienmakler Ulf Rogge von der Immobilienkette Home in Apenrade nur bestätigen.

„Im Augenblick haben wir hier in der Kommune Apenrade viel zu tun. Die Zeit, die es dauert, ein Haus zu verkaufen, ist um einiges kürzer geworden. Die Preise sind angestiegen. Der Markt ist aus unserer Sicht richtig gut“, sagt er gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Allerdings hänge die Preissteigerung immer davon ab, wo genau die Immobilie liegt.

„Es kommt darauf an, in welcher Gegend die Häuser verkauft wurden. Und dann gab es früher auch noch Häuser, die nicht verkauft werden konnten, von denen verkaufen wir jetzt auch mehr und mehr. Damit wird das Angebot geringer“, so der Apenrader Immobilienmakler.

Durchschnittliche Verkaufszeit fällt kürzer aus

Dies kommt in der Zeitspanne zum Ausdruck, wie lange es dauert, eine Immobilie zu verkaufen. Waren es im März 2019 noch 208 Tage im Durchschnitt, sind es im März 2021 nur noch 182 Tage.

Bei Home in Apenrade beträgt die Verkaufszeit sogar nur durchschnittlich 154 Tage.

„Generell läuft die Gegend in und um Apenrade im Augenblick recht gut. Außerdem wird auch nicht jedes Haus zum Verkauf im Internet angeboten. Es kommt jetzt öfter vor, dass wir für deine Suchkriterien kein Haus zu verkaufen haben. Das ist ein Ausdruck dafür, dass das Angebot niedriger ist als vor zwei Jahren“, sagt Ulf Rogge.

Entscheidend sei deshalb nicht nur die Stückzahl, sondern auch das Tempo und der Preis, mit dem eine Immobilie verkauft wird. Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist allerdings auch die gesamte Stückzahl angestiegen, und in der Kommune Apenrade sind das meiste davon Einzelhäuser.

Käufer eines Sommerhauses müssen sich lange umsehen

Wer hier aktuell nach einem Sommerhaus sucht, hat es schwierig.

„Das ist gerade nicht einfach, weil nicht mehr viele zu verkaufen sind. Das heißt, da muss man schon ein bisschen Glück haben“, weiß Ulf Rogge aus Erfahrung zu berichten.

Die durchschnittliche Verkaufszeit liegt hier aktuell nur noch bei 254 Tagen, während es im März 2019 421 Tage dauerte, ein Sommerhaus zu verkaufen.

Es macht Spaß im Augenblick.

Ulf Rogge, Immobilienmakler bei Home in Apenrade

Laut Boligsiden sind die Preise für Sommerhäuser im März landesweit um 3,8 Prozent gestiegen, im Vergleich zum März vergangenen Jahres sogar um 18,9 Prozent. Mit 18.659 Kronen erreicht der Quadratmeterpreis für ein Sommerhaus in Nordschleswig einen neuen Rekordwert und liegt damit nur noch geringfügig unter dem landesweiten Durchschnitt.

Corona-Krise eine Ursache steigender Preise

Die hohen Steigerungsraten des vergangenen Jahres sind teilweise darin begründet, dass das Angebot der zum Verkauf stehenden Immobilien aufgrund der Corona-Krise nicht gestiegen ist.

Inzwischen steigt das Angebot jedoch wieder an, so wie es normalerweise im Frühjahr der Fall ist.

„Wir haben in den vergangenen Wochen gesehen, dass die Anzahl der zum Verkauf stehenden Immobilien wieder anfängt zu steigen. Dies gibt den Käufern eine größere Auswahl und kann bedeuten, dass weniger bereit sind, mehr als den ausgeschriebenen Preis zu zahlen. In den vergangenen Monaten haben wesentlich mehr als üblich einen höheren Kaufpreis akzeptiert als den ursprünglichen Angebotspreis. Dies gilt vor allem für Sommerhäuser und Eigentumswohnungen, und das wachsende Angebot kann diese Entwicklung bremsen“, sagt Birgit Daetz.

Die Preise werden auch wieder fallen

Und das ist für Ulf Rogge eine ganz gewöhnliche Entwicklung.

„Im Augenblick fühlt es sich so an, als würde der Markt weiter gut laufen. Aber es war schon immer so, der Markt steigt an, und er fällt auch wieder“, sagt er.

Aber in einem ist er sich sicher: „Es macht Spaß im Augenblick.“

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