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Tondern: Suche nach einer Lösung für wildcampende Feriengäste läuft

Tondern: Suche nach einer Lösung für wildcampende Feriengäste läuft

Tondern: Suche nach einer Lösung für wildcampende Gäste läuf

Tondern/Tønder
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Der Parkplatz mit Wasserblick bei Jerpstedt steht auf Platz vier der Beliebtheitsskala. Foto: Monika Thomsen

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Die zuständigen Ausschusspolitiker wünschen sich einen geregelten Wohnmobil-Tourismus. In der kommenden Urlaubssaison sollen auf Röm und auf dem Festland verschiedene Maßnahmen getestet werden.

Eine Tournee zu Parkplätzen, die von Menschen in Reisemobilen bevorzugt werden, unternimmt Tonderns kommunaler Technischer Ausschuss mitsamt Gefolgsleuten aus der Verwaltung.

„Wir werden die zehn Gebiete besuchen, wo am meisten Wohnmobile erfasst wurden. Wir möchten uns ein Bild von den jeweiligen Gegebenheiten machen“, sagt der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Poul Erik Kjær (Venstre). Am Freitag geht es entlang der Küste auf dem Festland los, bevor in der Woche 8 eine Tour auf Röm (Rømø) folgt.

Wohnmobil-Fans, die nicht auf den vorgesehenen Stellplätzen ihr Lager für die Nacht aufschlugen, sondern in ihrem Gefährt auf verschiedenen Parkplätzen zum Nulltarif nächtigten, sorgten im Sommer 2023 in der Kommune Tondern für Diskussionsstoff.

Zählung in der Hochsaison

Um einen Überblick vom Ausmaß des Wildcampens mit kostenloser Übernachtung zu gewinnen, führte die Kommune Tondern im vergangenen Jahr in einem Zeitraum von vier Wochen auf verschiedenen Parkplätzen Zählungen durch.

In dieser Zeitspanne wurden 1.475 Wohnmobile über Nacht auf 19 Parkplätzen notiert. Gezählt wurde zwischen 3.55 und 7 Uhr. Am beliebtesten war der Halteplatz für Reisebusse beim Parkplatz in Mögeltondern (Møgeltønder) mit 381 Fahrzeugen.

277 Wohnmobile suchten den Parkplatz Brohovedet Skærbæk unweit der Zufahrt zum Römdamm auf, während auf dem Parkplatz bei der Wiedauschleuse 215 Reisemobile erfasst wurden.

Rasten Ja, Campen Nein

Laut den geltenden Regeln wird zwischen „Campen“ und „Rasten“ differenziert.
Das Campen ist nur auf ausgewiesenen Campingplätzen und Stellplätzen erlaubt.
Das „Rasten“ ist auf öffentlichen Plätzen, wo keine Verbotsschilder vorhanden sind, auf eine Nacht begrenzt. Dabei geht es um das Ausruhen, um wieder fahrtüchtig zu werden.
„Wir unterscheiden, ob gecampt oder eine Rast gemacht wird. Bei einer Rast ist es nicht gestattet, seine Campingsachen auszubreiten und Stühle, Tische oder Auffahrkeile herauszuholen. Zum Ausruhen braucht man nur ein paar Stunden und nicht mehrere Tage, ehe die Fahrt fortgesetzt werden kann“, hat Knud Reinholdt, Leiter der Verkehrsabteilung bei der Polizei für Südjütland und Nordschleswig, zu einem früheren Zeitpunkt dem „Nordschleswiger“ erläutert.

Gäste auf vier Rädern willkommen

„Es geht nicht darum, dass wir in der Kommune Tondern keine Gäste in Wohnmobilen haben wollen. Das wollen wir gerne. Wir möchten es jedoch gerne steuern, wo sie campen“, so der Ausschussvorsitzende.

„Wir könnten zum Beispiel mit Schildern den nächtlichen Aufenthalt verbieten. Dann gilt dies jedoch auch für Pkws. Bei unserer Tour wollen wir auch herausfinden, wo sich Anlagen anbieten würden, damit die Camper Wasser tanken und ihr Schmutzwasser loswerden können“, sagt der Ausschussvorsitzende.

Als weitere Idee erwähnt er die Möglichkeit, Parkplätze mit Torbogen auszustatten, die von der Höhe her die Passage für Wohnmobile unmöglich machen.

Auf dem Reisebusparkplatz in Mögeltondern gibt es für die Wohnmobile unter anderem keine Möglichkeit, ihr Schmutzwasser zu entsorgen. Foto: Brigitta Lassen

Schlossort als mögliche Anlaufstelle

Mögeltondern war im vergangenen Jahr bei den Urlauberinnen und Urlaubern auf vier motorisierten Rädern, die sich nicht auf ausgewiesenen Stellplätzen niederließen, am beliebtesten.

„Das ist vielleicht eine Stelle, wo sie möglicherweise gut sein könnten, wenn die Bedingungen dafür geschaffen werden“, so Kjær zu den Überlegungen im Ausschuss.

Sind bei der Suche nach Lösungen Investitionen erforderlich, könnte dies jedoch nicht im laufenden Jahr umgesetzt werden, da die Mittel auf diesem Konto begrenzt seien. „Dann muss es ein Punkt bei den Haushaltsberatungen werden“, so Kjær.

Wir möchten gerne Gäste in Wohnmobilen haben. Wir möchten es jedoch gerne steuern, wo sie campen.

Poul Erik Kjær
Bei der Wiedauschleuse wurden bei der Zählung im vergangenen Jahr 215 Wohnmobile erfasst. Foto: Volker Heesch

Workshop mit Touristik-Akteuren

Mögliche Lösungen sollen auf einem Workshop am 22. Februar mit Interessenverbänden, dem Touristikverein Röm-Tondern, Lokalräten, örtlichen Unternehmen, Behörden und dem kommunalen Ausschuss für Technik und Umwelt eingekreist werden.

Angedacht ist danach im Sommer eine Testperiode für verschiedene Maßnahmen, um zu sehen, wie sie wirken. Diese Probemaßnahmen sollen an den Stellen auf dem Festland und auf Röm eingeführt werden, wo die meisten Autocamper notiert wurden.

Die Technische Verwaltung erwartet, dass die Marschroute den Ausschusspolitikern im April präsentiert werden kann.

 

 

 

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