Bahnstrecke Tondern-Tingleff

Politiker für Erhalt der Bahnstrecke

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Obwohl der letzte Güterzug vor 15 Jahren fuhr, votiert der technische Ausschuss gegen eine Stilllegung der Bahnverbindung Tondern-Tingleff.

Zwecks Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft setzt sich der Ausschuss für Technik und Umwelt der Kommune Tondern für die Wiedereröffnung der Eisenbahnstrecke Tondern-Tingleff ein. Eine entsprechende Antwort wird der Bahnbehörde Banedanmark zugeschickt. Im Zuge des offiziellen Verfahrens der Bahnbehörde zur Stilllegung der 26,7 Kilometer langen Strecke findet bis zum 27. April eine Anhörung statt.

Der Betrieb der Strecke ruht seit 2002, nachdem regelmäßige Personenzüge bereits seit 1971 nicht mehr eingesetzt worden waren. „Wir wollen nicht für eine Schließung der Bahnstrecke eintreten, wenn es umtriebige Wirtschaftsleute gibt, die mit dem Gütertransport gute Geschäftsmöglichkeiten sehen . Wir setzen uns für die Förderung von Wirtschaftsmaßnahmen ein“, erklärt der Vorsitzende des Technischen Ausschusses, Bo Jessen (V).

Dabei geht es den Ausschusspolitikern nicht nur um die Bemühungen der Initiative STTS zur Wiederaufnahme und Instandsetzung der Bahn. „Es kann ja sein, dass auch andere Interesse zeigen“, sagt Jessen. Die von der Bahnbehörde angestrebte Stilllegung sei Bestandteil der generellen Infrastruktur-Diskussion. „Sollen wir zur Schließung der Infrastruktur beitragen, wenn wir im Grunde genommen der Auffassung sind, dass wir zu wenig Infrastruktur haben?“, sagt der kommunale Direktor Keld Hansen.

Während die Bahnbehörde mit einem Betrag von 225 Millionen Kronen für die Wiederherstellung der Strecke für den Güterverkehr operiert, meinen die Initiatoren für die Bahn-Wiederbelebung, dass dies für 80 bis 85 Millionen Kronen machbar ist. Der Projektleiter Søren Rødgaard Henriksen hatte sich dabei unlängst im Gespräch mit dem Nordschleswiger auf eine Begehung der Strecke zusammen mit Bahnsachverständigen im Jahr 2012 berufen. Es wird vorgeschlagen, entsprechend wie in Deutschland bei der Renovierung gebrauchte Schienen und Schwellen zu verwenden.

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat auf politischer Ebene in der Kommune Tondern der Ökonomieausschuss. Am längsten Hebel sitzt Transportminister Ole Birk Olesen (LA), der letztendlich entscheiden wird.

Sollte die Strecke stillgelegt werden, macht sich der Technische Ausschuss dafür stark, dass die Aufräumarbeiten und die Schaffung eines Wanderwegs der Bahnbehörde auferlegt werden. Mit diesem Passus soll umgangen werden, dass diese große finanzielle Aufgabe bei den Kommunen Apenrade und Tondern landet.
Die Kommune Tondern hat mehrfach Bahnübergänge mit Asphalt belegt. Dies ist u. a. auf dem Ribelandevej der Fall. „Bei einer Wiederaufnahme des Bahnbetriebs übernehmen wir nach Absprache mit der Bahnbehörde die Kosten für das Entfernen des Asphaltbelags“, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter, Lars-Erik Skydsbjerg.

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