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Klimafreundliches Reisen: Super-Deutsch-Schüler gewinnen

Klimafreundliches Reisen: Super-Deutsch-Schüler gewinnen

Klimafreundliches Reisen: Super-Deutsch-Schüler gewinnen

Tondern/Tønder
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Freya Christansen (l.), Lukas Nissen und Antonia Miesen freuen sich über ihren neuen, fahrbaren Untersatz. Foto: Brigitta Lassen

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Ein Fahrrad und 5.000 Euro haben drei Jugendliche des Tønder Gymnasiums gewonnen, als sie an einem europaweiten Wettbewerb des Goethe-Instituts teilnahmen. Im E-Auto und ICE in die Hauptstädte.

Wie kann man umweltbewusst auf Reisen gehen? Mit diesem Thema beschäftigten sich Schüler des dänischen Gymnasiums in Tondern, die am europaweiten Jugendwettbewerb Oekoropa zum Thema Nachhaltigkeit teilnahmen. Das deutsche Goethe-Institut hatte den Wettstreit ausgeschrieben, unterstützt vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und von EU2020.de.

Drei Schüler des Gymnasiums, die Deutsch-Unterricht auf höchstem Niveau (DSD II) bekommen, haben dabei mehr als gut abgeschnitten. Gemeinsam mit englischen (die Briten durften noch kurz vor dem EU-Austritt teilnehmen), deutschen, rumänischen und griechischen Gymnasiasten reihten sich Antonia Miesen, Lukas Nissen und Freya Christiansen in der Siegerliste der zehn Besten ein. Der Gewinn war ein zusammenklappbares Fahrrad für jeden und 5.000 Euro, die in umweltfreundliche Initiativen in Tondern investiert werden müssen.

Mit Unterstützung ihres Lehrers Michael Longerich wurden die neuen Fahrräder ausgepackt. Foto: Brigitta Lassen

Die 2-G-Schüler aus Tondern waren die einzigen unter den zehn Gewinnern des Nachhaltigkeitspreises aus Dänemark. Antonia, Freya und Lukas, die ihre guten Deutsch-Kenntnisse aufgrund ihres Aufwachsens in der dänischen Minderheit erworben haben, packten es als das Team Green Traveller an.

Im E-Auto und ICE in drei europäische Hauptstädte

Ihr Konzept zum klimaneutralen Reisen führte sie von Dänemark über Hamburg nach Berlin, Ljubljana und Lissabon. Ein Wermutstropfen war, dass die Schüler die drei Hauptstädte aufgrund der Pandemie nicht besuchen konnten. Gereist wurde (auf dem Papier) bis Hamburg im E-Auto und von dort weiter mit einem ICE-Zug. Außerdem produzierten sie ein keckes, freches Erklärvideo, das die Fachjury auch überzeugt haben muss. Die Jury war generell begeistert von den vielen unterschiedlichen, spannenden und kreativen Konzepten aus den EU-Ländern.

Am Montag wurde der Hauptgewinn überreicht. Die Siegerehrung hätte eigentlich schon viel früher stattfinden sollen. Doch die Pandemie ließ auch das ins Wasser fallen.

Das Erklärvideo aus Tondern:

„Es war spannend, lustig und herausfordernd“, meinen die drei erfolgreichen Schülerinnen und Schüler aus Tondern. Sie hätten ihren Fokus bei der gesamten Planungsphase auf vorhandene, aber auch neue und innovative Ressourcen und Technologie gelegt.

Ladestation für E-Autos

Was mit dem Preisgeld geschehen soll, weiß das Trio aus Süderlügum, Jarplund und Achtrup noch nicht ganz genau. Eine Ladestation für E-Autos am Gymnasium wäre eine ihrer Ideen. Das kann ein Ansporn für Lehrer und Schüler sein, E-Auto zu fahren. „Mit nachhaltigem Reisen kann man auch sein eigenes Gewissen darin bestärken, klimaneutral zu leben, oder es zumindest zu versuchen“, lacht Antonia. Schließlich könne ein jeder seinen Anteil für ein besseres Klima leisten, sind sich die drei Sieger im Alter von 17 bis 19 Jahren einig.

Antonia, Lukas und Freja sind sogenannte Turbodeutsch-Schüler der 2 G, die später das deutsche Sprachdiplom in der Tasche haben, das ein Studium in Deutschland ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler kommen meist von der deutschen Minderheit in Nordschleswig oder der dänischen Minderheit in Südschleswig.

Von ihrem Lehrer Michael Longerich gab es die Siegerurkunden. Foto: Brigitta Lassen

Seit August und September stand das Thema Nachhaltigkeit auf dem Stundenplan. Aufgrund des Netzwerkes, das innerhalb der Schulen zur Erlangung des deutschen Sprachdiploms besteht, stieß ihr Lehrer Michael Longerich auf diesen Wettbewerb. Longerich schätzt, dass mehr als 100 Klassen aus ganz Europa mitgemacht haben. Auch für ihn gab es vom Goethe-Institut ein zusammenklappbares Fahrrad.

Im E-Tesla von Lukas Nissen wurden zumindest zwei der drei Fahrräder verstaut. Foto: Brigitta Lassen

Stolze Rektorin

Nicht nur er war stolz auf seine Schüler. Auch Rektorin Anna Amby Frejbæk zeigte großen Respekt für ihre Leistungen. „Ihr habt mit Nachdenken und Innovativität bei der Heranziehung moderner IT-Technologie ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit zugunsten des Klimas geschaffen. Ihr seid mega, ihr seid smart und seid sehr gute Deutsch-Schüler. Ihr werden es weit bringen“, meinte sie anerkennend.

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