Wochenthema: Made in Nordschleswig

Erzeugnisse aus der Marsch auf dem Präsentierteller

Erzeugnisse aus der Marsch auf dem Präsentierteller

Erzeugnisse aus der Marsch auf dem Präsentierteller

Tondern/Tønder
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Leiter der neuen Stätte, wo im Garten am Eröffnungstag allerhand los war, ist Jesper Monsrud (im schwarzen T-shirt). Foto: Monika Thomsen

Der Bekanntheitsgrad der Produktpalette soll mit einem neuen Sprungbrett weit größer werden. Die neue Stätte soll sich zu einem Knotenpunkt für Nahrungsmittel entwickeln.

Im alten Packhaus an der Alleestraße in Tondern dreht sich seit Freitag ein Mal im Monat der Präsentierteller für Erzeugnisse aus der Wattenmeerregion.

„Wie schmecken die Produkte aus der Marsch, und wo findet man sie?"

Antworten auf diese Fragen soll das Nahrungsmittelhaus „Vores Marsk“ (unsere Marsch) geben. Damit gibt es eine neue Plattform, die die ess- und trinkbaren Produkte vorstellt.

Angestrebt wird, dass sich diese Erzeugnisse nicht nur lokal, sondern auch landesweit in aller Munde befinden.

Ein Knotenpunkt

Die Einrichtung „Vores Marsk“ ist als dauerhafter Knotenpunkt für Initiativen im Bereich von Nahrungsmitteln angedacht, da dort auch mit Wirtschaftsentwicklung und Beratung gearbeitet wird, wie der Leiter der Stätte, Jesper Monsrud, erläutert.

„Unsere Zielgruppe sind die Produzenten und die Anbieter von Touren und Events, die sich mit Kräutern und kulinarischen Erlebnissen befassen“, so Monsrud.

Der Fokus ist auf Nahrungsmittel im breitesten Sinne gerichtet.

Bei Pia Thomsen laufen die Fäden für Aktivitäten zusammen. Foto: Monika Thomsen

„Es geht uns darum, die Angebote sichtbar zu machen und die Entwicklung anzukurbeln“, so Monsrud, der auch für den Wirtschaftsrat tätig ist.

Der Vorstoß mit „Vores Marsk“ entspringt der Initiative „Vadehavet og marsken på spisebordet” (Das Wattenmeer und die Marsch auf dem Esstisch).

Partner ziehen an einem Strang

Das Projekt tragen mehrere Partnern gemeinsam. Finanziell gefördert wird es mit etwa 600.000 Kronen von „Danmarks Erhvervsfremmebestyrelse“.

Die Projektpartner stemmen gemeinsam einen entsprechend hohen Beitrag, indem sie Arbeitskraft investieren, wie Monsrud erläutert. Das Projekt läuft dieses Jahr.

Eine Fortführung ist angestrebt. Auch Workshops und Kurse sind durchgeführt worden.

Die Partner:
• der Nationalpark Wattenmeer
• der Tonderner Wirtschaftsrat
• der Touristikverein Röm/Tondern
• der Tonderner Handelsverein
• Business Region Esbjerg
Das Projekt wird von „Danmarks Erhvervsfremmebestyrelse” und dem örtlichen Förderprogramm für ländliche Räume, „Lokale Aktions Grupper“, „LAG Haderslev-Tønder“ gefördert.

„Für mich ist es wichtig, dass die Produzenten ihren Umsatz steigern können und ein tragfähiges Geschäft erhalten“, so Monsrud, während im Garten des Packhauses und dem Richtsens Haus, wo der Wirtschaftsrat seinen Sitz hat, die bunte Vielfalt präsentiert wird.

Für mich ist es wichtig, dass die Produzenten ihren Umsatz steigern können und ein tragfähiges Geschäft erhalten.

Jesper Monsrud, Leiter


„Das Interesse unter den Produzenten an einer solchen Stätte, das wir im Vorfeld ausgelotet haben, ist groß. Wir haben viele Rückmeldungen erhalten, dass dies toll sein könnte“, erläutert Signe Visbech Holm Pedersen, Projektkoordinatorin der Initiative Tonderner Marsch.

Ein Schild zeigt am Schweinemarkt, wo es zum Marschenhaus langgeht. Foto: Monika Thomsen

„Es geht darum, die Botschaft zu verbreiten“, so Holm Pedersen, die nicht erwartet, dass sich der Erfolg von heute auf morgen einstellt. Bislang sind etwa 15 Erzeuger mit von der Partie.

Nachbarn sind dabei

Das Projekt mit verschiedenen Partnern konzentriert sich nicht ausschließlich auf die Kommune Tondern, sondern umfasst auch Esbjerg, Varde und Fanø.

„Uns wurde deutlich, dass wir den Vorstoß zugunsten der örtlichen Nahrungsmittel auf die Wattenmeerregion ausdehnen mussten“, so die Projektkoordinatorin.

Der Tonderner Wirtschaftsrat hat sich einen gezielten Einsatz für die Nahrungsmittelbranche auf die Fahnen geschrieben.

Der Museumsverband „Museum Sønderjylland" widmet sich der Esskultur. Foto: Monika Thomsen

Diversität angestrebt

„Indem wir alles bündeln, können für die Unternehmen ein fantastischer Synergieeffekt und gute Voraussetzungen für Zusammenarbeit geschaffen werden“, so Monsrud.

Er hofft auf eine breitere Diversität, was die Produzenten und Ausrichter von Events anbelangt.

Deutsche Partner im Blick

„Wir streben auch eine Zusammenarbeit mit Partnern in Nordfriesland an“, so Monsrud am Beispiel des grenzüberschreitenden Interregprojekts Fit4jobs@waddenC.

Bei größeren Veranstaltungen in der Stadt wird sich „Vores Marsk“ unters Volk mischen.

Fyllas Schokolade made in Mögeltondern (Møgeltønder) Foto: Monika Thomsen

Mit Säften, Fleisch, Käse, Frischmilch, Kräutern, Schokolade und hochprozentigen Flüssigkeiten konnten Interessierte am Freitag auf den Geschmack des Wattenmeeres kommen.

Erzeugnisse aus dem Lokalbereich hatte Steffen Snitgaard vom Restaurants „Ros“ in einem dreigängigen Menü verwertet und servierte Kostproben.

Die Vorspeise hatte er aus Strandkräutern von Röm (Rømø) und Hoyer (Højer), neuen Kartoffeln von „Kroghs Grønt“ in Sotterup (Sottrup) sowie gestovten Austern gezaubert.

Steffen Snitgaard hatte die Produkte aus der Marsch verwertet. Foto: Monika Thomsen

In Bier von „Vestslesvigsk Bryghus“ geschmort, wurde das Marschenlamm-Fleisch von Erzeuger Anders Lund in Hoyer. Garniert war es mit grünen Spargeln von „Kroghs Grønt“.

Skyr der Meierei „Naturmælk“ in Brauderup (Broderup) war in ein Mousse verwandelt worden. Angereichert wurde das Dessert mit eingelegten grünen Erdbeeren und Rum der Marke „Sort Sol“ von „Brinksgård“ in Rohrkarr (Rørkær).

Ökologische Säfte und Sprudel aus Tondern hatte Verkaufsberater Hans-Henrik Jessen von „Søgaard Saft" mitgebracht. Foto: Monika Thomsen

„Es für uns eine gute Möglichkeit, unsere Produkte hier in dem Bereich vorzuzeigen, wo wir unsere Basis haben“, sagte Hans-Henrik Jessen, Verkaufsberater von „Søgaard“.

Das Unternehmen mit Sitz am Fabriksvej in Tondern beliefert Cafés und Restaurants im ganzen Land.

Der Geschmack des Sommers

Und während er mit ökologischen Säften und Sprudel Interessierten den Geschmack des Sommers einschenkte, kehrte der Juni auch wahrhaftig seine Sommerseite heraus.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Vertrauen besser als Image“