Deutsche Minderheit

„Erhebliche Widerstände“: Rudervereins-Vorsitzender legt Amt nieder

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Der Verein Germania liegt am Alsensund und verfügt über 25 Boote. Hinzu kommen noch einige private Ruderboote.

Nach drei Monaten hat Finn Hoppmann sein Amt als Vorsitzender des Rudervereins Germania niedergelegt. „Der Verein ist in keiner Weise bereit für Veränderungen“, so seine Begründung.

Erst im Februar hatte Finn Hoppmann den Vorsitz des deutschen Rudervereins Germania in Sonderburg übernommen, nach drei Monaten hat er den Posten verlassen.

Seine Begründung: „Nach reiflicher Überlegung sehe ich mich gezwungen, mein Amt als Vorsitzender mit sofortiger Wirkung niederzulegen. Seit der Amtsübernahme habe ich versucht, den Verein neu auszurichten. Diese Neuausrichtung wird von einem Teil des Vorstandes in keiner Weise unterstützt oder auch nur geduldet. Gegen diese erheblichen Widerstände werde ich den Verein nicht weiterführen.“

Auf Widerstände sei er bereits von Anfang an gestoßen, sagt Hoppmann. „Unterlagen und Verträge, die ich angefordert habe, wurden mir, wenn überhaupt, nur stockend ausgehändigt, und es gab kaum Dialog.“

Wenn ich merke, dass Veränderungen und neue Ideen so gar nicht erwünscht sind, und einige Leute sogar beleidigt reagieren, sehe ich darin keinen Sinn. Der Verein ist in keiner Weise bereit für Veränderungen.

Finn Hoppmann

Kommunikation habe es „nicht oder nur sehr verzögert“ gegeben. Als er für die bevorstehende Vorstandssitzung mit neuen Ideen aufwartete, sei die Stimmung weiter gekippt, so Hoppmanns Eindruck.

„Die Arbeit als Vorsitzender mache ich in meiner Freizeit, und wenn ich merke, dass Veränderungen und neue Ideen so gar nicht erwünscht sind, und einige Leute sogar beleidigt reagieren, sehe ich darin keinen Sinn. Der Verein ist in keiner Weise bereit für Veränderungen.“

„Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir kommunizieren"

Finn Hoppmann sagt: „Aus der Arbeitswelt bin ich ein anderes Tempo in der Kommunikation gewohnt. Wenn man nach zehn Tagen immer noch keine Antwort erhalten hat, empfinde ich das als zu langsam. Vielleicht wirkt das auf andere zu forsch, zu bestimmend. Aber wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir kommunizieren."

Germania will Rücktritt zunächst intern besprechen

Der neue 1. Vorsitzende Finn Hoppmann vor dem Klubhaus von Germania. Er möchte sanfte Veränderungen und will nicht an den Traditionen rütteln.

Was sagten die Vorstandsmitglieder zum Rücktritt ihres Vorsitzenden? Der Verein wolle nun zunächst intern besprechen, wie es weitergeht, berichtet Günther Andersen, von dem Finn Hoppmann den Vorsitz im Februar übernommen hatte. „Wir haben heute erst von dem Rücktritt erfahren. Zu den Gründen, die Finn nennt, habe ich keine Bemerkungen. Da müssen wir jetzt erst mal klären, was die Ursache ist.“

Zur Aussage, dass der neue Vorsitzende auf „erhebliche“ Widerstände gestoßen ist, äußert sich Günther Andersen nicht. „Ich habe seine Kündigung bekommen und auch die Angabe von Gründen, aber dazu habe ich erst mal nichts zu sagen. Wir besprechen das.“

Auch Chris Eisenkrämer, Pressewart des Vereins, will den Rücktritt des Vorsitzenden zunächst nicht kommentieren. „Wir haben davon heute Morgen erfahren. Wir wollen darüber erstmal nachdenken und das zunächst untereinander besprechen, bevor wir das öffentlich kommentieren.“

Der scheidende Vorsitzende wünscht seinem Verein „alles Gute“ und hat vor, weiter als Mitglied bei Germania zu bleiben. „Aber nicht mehr in leitender Rolle“, sagt Finn Hoppmann.