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Arbeitsklima genießt höchste Priorität

Arbeitsklima genießt höchste Priorität

Arbeitsklima genießt höchste Priorität

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Blans
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Foto: Danish Crown

In der Schlachterei in Blans ist die Anzahl der Arbeits-Unfälle deutlich gesunken. Der Grund: Das Arbeitsklima wird vom Unternehmen prorisiert – doch der Betrieb verstecke sich hinter den Zahlen, sagt ein Betriebsratsvorsitzender.

Die Anzahl der Mitarbeiter, die einen Arbeitsunfall erleiden, ist in der Danish Crown Schweine-Schlachterei in Blans deutlich gesunken, berichtet das Konzernmagazin Krogen. Grund für die deutlich geseknte anzahl von Unfällen soll sein, dass insbesondere auf das Arbeitsklima geachtet wird.

„Früher haben wir immer unseren Blick nur auf die Produktion gerichtet, doch nun ist es das Arbeitsklima, das höchste Priorität genießt. Wir stoppen eher die Produktion als das einer unserer Mitarbeiter verletzt wird“, sagt der Abteilungsleiter Henrik Frederiksen. Er möchte jedoch klarstellen, dass eine solche Umstellung nicht von einem Tag auf den anderen vollzogen wird.

Dennis Grau, der in Blans für das Arbeitsklima zuständig ist, stimmt dem zu. „Eine Umstellung ist für die meisten schwer. Sie akzeptieren, dass wir einiges heute anders machen, doch es wird eben eine Weile dauern“, sagt Grau zu Krogen.

„Lean" als Werkzeug

Einer der Gründe, warum der Betrieb seine Unfall-Statistik senken konnte, ist die „Lean," ein Methode, ein Werkzeug zur effizienteren Arbeitsgestaltung. Beispielsweise wurden in den riesigen Betriebsgängen Vorfahrtsregeln eingeführt, um Unfälle mit Hubwagen und Gabelstaplern zu uvermeiden. „Außerdem muss derjenige, der verletzt wird, selbst von seinem Unfall berichten und wird somit bei Vorbeugungsmaßnahmen miteinbezogen“, sagt Frederiksen.

Zudem gibt es einen kleinen Bonus für alle Abteilungen im Betrieb: Sollte es in einer Abteilung 100 Tage lang keine Arbeitsunfälle geben, dann bekommt die gesamte Abteilung Kaffee und Kuchen.

Insgesamt ist durch die neuen Maßnahmen die Anzahl der verletzungsbedingten Fehltage im Betrieb von 1.248 Tagen 2016 auf 187 ein Jahr später gesunken.

Betriebsratsvorsitzender zurückhaltend

Der Betriebsratsvorsitzende der Schlachterei in Blans, Brian Vestergaard, ist zwar zufrieden mit der aktuellen Arbeitsunfall- und Fehlstatistik, kritisiert aber auch den Umgang mit den Zahlen.

„Es ist schön, dass der Betrieb auf seine Mitarbeiter aufpasst. Doch weil in der Statistik nur die Zahlen der Unfälle, die Fehltage mit sich führen, aufgelistet werden, versteckt sich die Firma dahinter“, sagt Vestergaard.

Ihm zufolge setzt die Firma seine Mitarbeiter unter Druck, trotz einer Schnittverletzung zur Arbeit zu kommen. „Diese Vorgehensweise schönt die Statistik über Arbeitsunfälle“, so Vestergaard zu Krogen.

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