Schule

Konflikte zwischen Schule und Eltern kosten immer mehr Ressourcen

Konflikte zwischen Schule und Eltern kosten immer mehr Ressourcen

Konflikte kosten immer mehr Ressourcen

Dänemark
Zuletzt aktualisiert um:
Eltern erwarten schnellere Reaktionen auf Probleme, die im Klassenzimmer entstehen. Foto: Søren Bidstrup/Ritzau Scanpix

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Das zeigt eine Umfrage, bei der verschiedene Kommunen unter anderem die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule beurteilen sollten. Die Ergebnisse zeigen: Es gibt Handlungsbedarf.

Nicht immer sind die Eltern von schulpflichtigen Kindern zufrieden mit der Handhabung verschiedener Herausforderungen und Themen, die den Schulalltag betreffen. Immer häufiger kommt es in der Folge zu Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Institution. Die Gründe sind vielfältig – immer wieder dabei: Unzufriedenheit mit dem Unterrichtsaufbau oder der mangelnden Konfliktbewältigung auf dem Pausenhof.

Konflikte kosten Ressourcen

Die Eltern auf der einen Seite – Leitung und Lehrkraft auf der anderen. Solche Auseinandersetzungen kosten Ressourcen – Zeit und Kraft. Alle beteiligten Parts investieren in einen solchen Konflikt, so viel ist klar. Aber insbesondere für die Volksschulen bedeutet dies Mehrarbeit, insbesondere in zeitlicher Hinsicht. Zu dieser Erkenntnis kommt Kommunernes Landsforening (KL), die mehr als zehn Kommunen zu dem Thema befragt hat. „Eines der Hauptmerkmale ist, dass die Konflikte sowohl mehr Zeit beanspruchen als auch mehr Ressourcen benötigen“, heißt es seitens der Organisation.

Viele Eltern hätten die Erwartung, die Schule müsste den Schülerinnen und Schülern mit speziellen Herausforderungen mit Sanktionen begegnen. Auch der Ton sei ein härterer geworden – auch auf den digitalen Plattformen, heißt es.

Wir erleben auf jeden Fall, dass es weniger Zeit gibt, um Konflikt zu lösen. Und dann passiert es natürlich leicht, dass so etwas eskaliert.

Regitze Spenner Ishøy

Schnelleres Handeln erwünscht

Die Umfrage bildet einen Teil der Untersuchung, die Bildungsminister Mattias Tesfaye (Soz.) in Reaktion auf zwei in den Medien viel besprochene Fälle von grenzüberschreitendem und gewalttätigem Verhalten zwischen Schülerinnen und Schülern in Auftrag gegeben hat.

„Die Erfahrung zeigt, dass sich manche Eltern nach einer entsprechenden Erfahrung schneller Handlungen und Konsequenzen seitens der Schule wünschen, dann aber vielleicht den Dialog nicht fortsetzen, sondern sich mit ihren Frustrationen an andere Stellen wenden“, sagt Peter Pannula, Kinder- und Schulchef bei KL. „Wir benötigen eine Diskussion darüber, wie wir eine bestmögliche Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern gewährleisten können und welche Erwartungen wir voneinander haben“, fügt er hinzu.

Die Kommunen bestätigen in der Umfrage einen steigenden Bedarf an Kompetenzen, die einen stärkeren Elternkontakt sowie Vermittlung und Konfliktbewältigung fördern können. 

Zu wenig Zeit für Probleme

Auch die Elternorganisation Schule und Eltern (forældreorganisationen Skole og Forældre) geben an, dass solche Konflikte immer mehr Raum einnehmen würden. „Wir erleben auf jeden Fall, dass es weniger Zeit gibt, um Konflikte zu lösen. Und dann passiert es natürlich leicht, dass so etwas eskaliert“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Regitze Spenner Ishøy. „Leider erfahren wir auch, dass die Sorgen der Eltern nicht immer ernst genommen werden. Und das ist es dann, was zu Konflikten führt.“

Ihrer Meinung nach besteht ein Zusammenhang mit einer wachsenden Distanz zwischen Schule und zu Hause. Woran das genau liegt, vermag sie nicht zu sagen. Es gebe viele mögliche Ursachen. Zum Beispiel seien die Elternsprechtage und generelle Zusammentreffen seltener geworden. Ein Gespräch von 15 Minuten ein- oder vielleicht zweimal im Jahr sei nicht genug, um eine gute Beziehung aufzubauen, sagt Spenner Ishøy. Eine Idee wäre, dass Eltern alle Lehrkräfte des Kindes kennenlernen, statt nur die Verantwortlichen für Dänisch und Mathematik.

Mehr lesen

Europawahl 2024

Apenrade und der Kreml: Die deutsche Minderheit und die Kommunisten

Kopenhagen Der Kalte Krieg warf dunkle Schatten auf das Leben im Grenzland. Die Hoffnungen, die mit dem „kleinen Frieden“ durch die Bonn-Kopenhagener Minderheitenerklärungen 1955 verbunden waren, konnten die Sehnsucht nach dem großen Frieden nicht ersetzen. Die alarmierende Lage wurde beim Deutschen Tag und der Schuleinweihung in Hoyer deutlich. Dieser Artikel stammt aus einer Archiv-Serie von Siegfried Matlok über das 50-jährige Bestehen der EU.