Verkehr

Achtung, Wildwechsel! Worauf wir zum Herbstanfang achten sollten

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Flensburg
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Reh
Im Herbst nimmt die Anzahl der Wildunfälle – wie auch im Frühjahr – erfahrungsgemäß deutlich zu. Foto: Vladimir Kudinov/Unsplash

Wenn der Herbst kommt, steigt traditionell die Zahl von Wildunfällen auf den Straßen. Nicht nur für die Tiere, auch für Autofahrer können die ungewollten Begegnungen lebensgefährlich sein. Die Polizei gibt Tipps, worauf zu achten ist – und was zu tun ist, wenn doch etwas passiert ist.

Die Zahlen vom dänischen Naturschutzbund Dyrenes Beskyttelse sind eindeutig: Von September auf Oktober steigt die Anzahl angefahrener Rehe in Dänemark um mehr als 60 Prozent. Erst am Mittwoch musste eine Frau nach einem Zusammenstoß mit einem Reh bei Holbi in Nordschleswig ins Krankenhaus gebracht werden. Auch der Polizeidirektion Flensburg fällt das Phänomen jedes Jahr wieder auf. Alleine am vergangenen Dienstag, melden die Beamten, seien zwischen 6.30 Uhr und Mitternacht Unfälle mit sieben Rehen, einem Fuchs und einem Marderhund bei der Regionalleitstelle Nord gemeldet worden.

„Glücklicherweise blieben alle Autofahrer unverletzt“, sagt Sandra Otte, Pressesprecherin der Polizeidirektion Flensburg. Doch das sei nicht selbstverständlich. Denn bei Wildunfällen bestehe große Verletzungsgefahr. „Diese entsteht kaum durch den direkten Kontakt mit dem jeweiligen Tier, sondern vielmehr dadurch, dass Fahrzeugführer von der Straße abkommen oder in den Gegenverkehr fahren, weil sie einem Wildtier ausgewichen sind“, so Otte weiter.

Schwerpunkte seien schwer auszumachen, „Wildunfälle kommen überall vor! Ein Zusammenprall mit einem Tier ist gefährlich, da das Aufprallgewicht deutlich höher ist, als das eigentliche Gewicht des jeweiligen Tieres“, berichtet die Beamtin.

Fuchs
Ein Rotfuchs. Foto: Jiri Sifalda/Unsplash

Tipps der Polizeidirektion

Rechnen Sie außerhalb geschlossener Ortschaften immer mit Wildtieren.
Hirsche und Rehe sind dämmerungsaktiv, können aber vor allem jetzt, in der Erntezeit, auch tagsüber plötzlich auftauchen. Wildschweine sind gerne nachts unterwegs.

Fahren Sie vorsichtig und seien Sie jederzeit bremsbereit.
Wählen Sie ihre Geschwindigkeit so, dass Sie auch in Kurven jederzeit kontrolliert bremsen können, ohne dabei die Kontrolle über Ihr Fahrzeug zu verlieren.

Abblenden und bremsen bei Wildwechsel!
Kontrolliert abbremsen und gegebenenfalls hupen, wenn Wild auf der Straße steht. Achten Sie dabei auf den nachfolgenden Verkehr. Halten Sie notfalls an. Ein Wildtier ist in seinem Verhalten unberechenbar. Es kann flüchten, plötzlich stehen bleiben und auch umdrehen und zurückkommen.

Wo ein Tier zu sehen ist, gibt es weitere!

Besser kontrolliert Zusammenstoßen, als unkontrolliert Ausweichen!
Riskante Ausweichmanöver gefährden den Gegenverkehr und Sie selbst.

Achten Sie bitte auf die Warnschilder.
Aufgrund von Auswertungen werden diese vor allem an Strecken aufgestellt, wo es besonders häufig zu einem Wildwechsel kommt.

Die Augen der Tiere reflektieren das Licht! Fahren Sie deshalb, wenn möglich, mit Fernlicht, um das Wild rechtzeitig zu erkennen! Deshalb: Fuß vom Gas, wenn Sie durch Waldstücke oder entlang von Wäldern oder Feldern fahren!

Ist der Unfall geschehen?

Das gilt in Deutschland:

Kommt es zu einem Unfall, ist die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu verständigen! Diese informiert den zuständigen Jagdpächter. Auf keinen Fall sollten Sie ein Tier nach einem Unfall einladen und mitnehmen. Damit würde man sich wegen Jagdwilderei strafbar machen.

Das gilt in Dänemark:

Verletztes Tier: Die Tier-Wachtzentrale unter der Nummer 1812 anrufen. Möglichst den Straßennamen, eine Hausnummer oder einen Leitpfosten finden und die Nummer notieren – oder die GPS-Koordinaten durchgeben, rät die Naturbehörde. „Niemals zu einem verletzten Tier gehen. Hat das Tier die Kraft, sich selbst zu erheben, wird es das von sich aus tun. Große, verletzte Tiere können gefährlich sein“, heißt es auf der Internetseite der Behörde. Auch verletzte Tiere zu verfolgen oder zu suchen sei keine gute Idee – weil dies die Spur für den Spürhund vernichten könne.

Totes Tier: Ist das Tier tot, nicht die Wachtzentrale anrufen – sondern den zuständigen Wildkonsulenten. In den Kommunen Apenrade, Hadersleben und Sonderburg ist das die Nummer 40 33 99 95, in der Kommune Tondern die 72 54 33 31.

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