Infrastruktur

Dänischer Transportminister wird deutsche Fehmarn-Verspätung genau verfolgen

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Transportminister Thomas Danielsen bei der Einweihung des ersten Tunnelelementes für die Fehmarnbeltquerung am 17. Juni 2024.

Die Deutsche Bahn wird die Zugverbindung über den Fehmarnbelt voraussichtlich erst drei Jahre verspätet fertigstellen. Der zuständige dänische Minister Thomas Danielsen fordert Klärung von seinem deutschen Kollegen.

Erst drei Jahre nachdem Dänemark den Fehmarnbelttunnel gebaut hat, werden die Züge durch ihn rollen. Die Deutsche Bahn wird voraussichtlich nämlich erst Ende 2032 die Gleisanbindung fertigstellen.

„Ich werde die Sache genau verfolgen“, schreibt Transportminister Thomas Danielsen (Venstre) aus seinem Urlaub in einer schriftlichen Stellungnahme an den „Nordschleswiger“.

Drei Jahre Verspätung

Am Montag hat das Eisenbahnbundesamt die Planunterlagen für einen kommenden Tunnel unter dem Sund von Fehmarn zum Festland veröffentlicht. Aus ihnen geht hervor, dass der Bau ab dem ersten Spatenstich 6 Jahre und 5 Monate dauern wird. Davor muss das Projekt noch das Planfeststellungsverfahren durchlaufen. Laut Vereinbarung sollte es 2029 fertig sein.

Nach Informationen des „Nordschleswigers“ ist das dänische Transportministerium nach der der Veröffentlichung der Unterlagen von der Dänischeb Botschaft in Berlin über die Verspätung in Kenntnis gesetzt worden.

„Ich bin darüber informiert worden, dass das deutsche Eisenbahnbundesamt am 21. Juli 2025 die Planunterlagen veröffentlicht hat. Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Bauarbeiten für den Tunnel unter dem Fehmarnsund und die dazugehörige Landanbindung voraussichtlich 6 Jahre und 5 Monate betragen werden. Dies gilt ab der Erteilung der Baugenehmigung“, so Danielsen.

Er sei ebenfalls darüber informiert worden, dass während der Bauarbeiten keine Züge über die alte Fehmarnsundbrücke fahren können. Somit werden die Gleise im Fehmarnbelttunnel voraussichtlich drei Jahre lang ungenutzt bleiben.

Danielsen erwartet Informationen vom deutschen Verkehrsminister

Trotz der diplomatischen Formulierungen verdeutlicht Danielsen, dass ihm die Informationen in den Planunterlagen nicht reichen. Er erwartet genauere Fakten von Bundesverkehrsminister Patrick Schneider (CDU).

„Mein Ministerium hat sich an das deutsche Ministerium gewandt, um vertiefende Erklärungen zu den Planunterlagen zu erhalten“, so Danielsen.

Wie „Der Nordschleswiger“ berichtete, hat die Bundesregierung bis Montag an der Behauptung festgehalten, die Gleisanbindung würde rechtzeitig 2029 fertiggestellt werden. Erst zeitgleich mit der Veröffentlichung der Planunterlagen hat die deutsche Botschaft in Kopenhagen das dänische Verkehrsministerium offiziell über die Verspätung in Kenntnis gesetzt.

Der Artikel ist am 25.7. um 18.37 korrigiert worden. Die Information an das dänische Transportministerium kam von der Dänischen Botschaft.