Haus und Garten

Invasive Ameisen auf dem Vormarsch

Invasive Ameisen auf dem Vormarsch

Invasive Ameisen auf dem Vormarsch

wt
Kopenhagen
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Mit tausenden eierlegenden Königinnen in jedem Bau, kann sich die Vernachlässigte Ameise in Windeseile ausbreiten. Foto: Gert Brovad/Statens Naturhistoriske Museum

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Eine Ameisenart, die Superkolonien baut und Tausende von Königinnen hat, wird sich vermutlich bald in Dänemark ausbreiten. Sie kann für Haus- und Gartenbesitzende zur Plage werden.

Eine neue und invasive Ameisenart wird vermutlich bald in Dänemark einfallen – zum großen Leidwesen für Menschen mit Haus und Garten. Das schreibt die Natur- und Biowissenschaftliche Fakultät der Universität Kopenhagen in einer Pressemitteilung.

Das wärmere Klima bedeutet, dass sich die Vernachlässigte Ameise (Lasius neglectus) immer weiter nach Norden ausbreitet. Die Art ist bereits in Rostock registriert worden, und somit nur eine Fährüberfahrt von Dänemark entfernt.

Tausende von Königinnen

Sie unterscheidet sich von anderen Ameisenarten darin, dass sie in kürzester Zeit Superkolonien mit einer sehr hohen Anzahl von Individuen aufbauen kann. Das hängt damit zusammen, dass in einer Kolonie statt nur einer Königin, die Eier legt, tausende Nachwuchs produzierende Ameisen leben.

„Die Vernachlässigte Ameise ist die Art, die wir uns in Dänemark am allerwenigsten wünschen, weil sie in Häusern, Gärten und auf Wegen Zerstörungen anrichtet. Da sie in so hoher Zahl auftritt, kann sie leicht Erdreich, Platten und Terassenböden herumschieben“, sagt der Biologe und Ameisenspezialist Rasmus Stenbak Larsen vom Biologischen Institut der Universität.

12 Hektar erobert

Ähnlich der Schwarzen Wegameise (Lasius niger), die vielen aus ihren Gärten vertraut ist, baut die invasive Art weit ausgedehnte Tunnelsysteme. Untersuchungen aus England haben gezeigt, dass die Kolonien um das Zehn- bis Hundertfache größer sind als die der Schwarzen Wegameise. Die Kolonien können bis zu 20 Metern jährlich wachsen.

In England haben sie innerhalb von wenigen Jahren 12 Hektar einnehmen können; die Fläche entspricht 17 Fußballfeldern.

Halten zusammen

Es sind nicht nur die vielen eierlegenden Königinnen, die das Erfolgsrezept der Art ausmachen. Eine weitere Eigenschaft hilft ihnen, schnell große Kolonien aufzubauen.

„Typisch beginnen benachbarte Ameisenkolonien sich um Futter und Ressourcen zu streiten. Doch das geschieht nicht bei der invasiven Ameise, wenn sie neue Gebiete erobern. Statt dass sie sich in unterschiedliche Kolonie aufteilen, die um die Ressourcen konkurrieren, halten sie zusammen und bilden eine fast unüberwindliche Superkolonie“, so Stenbak Larsen.

Die Vernachlässigte Ameise stellt keine generelle Bedrohung der Biodiversität dar, da sie hauptsächlich in Städten und Gärten auftritt. Doch übernimmt sie ein Gebiet, in das sie eingefallen ist, fast zu hundert Prozent.

Die Art tritt bereits in Polen, Deutschland, England und den Niederlanden auf. In Schweden und Norwegen ist sie noch nicht gefunden worden. Ursprünglich stammt sie aus dem mittelasiatischen Land Usbekistan.

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