Dauercamping

Norderstedter halten Halk seit 49 Jahren die Treue

Norderstedter halten Halk seit 49 Jahren die Treue

Norderstedter halten Halk seit 49 Jahren die Treue

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Halk
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Kurt und Ursula K. trotzen jedem Wind und Wetter und kommen nach Dänemark. Foto: Karin Friedrichsen

Das Ehepaar aus Schleswig-Holstein kommt seit 1971 nach Nordschleswig. Die Eheleute genießen die frische Luft und die naturschöne Lage der Ferienresidenz, die sie das ganze Jahr besuchen. 2021 stehen zwei einschneidende Jubiläen an.

Auf dem Campingplatz in Halk haben Ursula und Kurt K. (der vollständige Name ist der Redaktion bekannt) ihren Wohnwagen seit 1979 geparkt. Die Senioren sind so begeistert von Nordschleswig, dass sie jedem Wind und Wetter trotzen und im Sommer wie im Winter nach Dänemark kommen. Die Campinggäste sind froh, dass sie nach der coronabedingten Auszeit erneut Zutritt haben zu ihrem kleinen Paradies.

Steter Wechsel der Wohnsitze

Das Sommerwetter ist Ursula und Kurt K. nur bedingt hold gewesen bei ihrem Besuch Ende Juni und Anfang Juli. „Mit einer Prise Humor und einer Portion Geduld lässt sich die mitunter kühle und unbeständige Witterung meistern", erzählt Ursula K. Die Senioren wechseln ihr Zuhause in regelmäßigen Abständen. Mit einem Jahresplatz können die Ks. kommen und gehen, wann es ihnen am besten passt. Von Oktober bis Ostern sind die Norderstedter jedes zweite oder dritte Wochenende in Nordschleswig. Im Frühling und Sommer wechseln sie durchschnittlich zwei bis dreimal im Monat den Wohnsitz.

Norderstedt liegt im Süden von Schleswig-Holstein. Hier wohnen die Senioren in einem geräumigen Eigenheim, in dem ihre Tochter auch eine Wohnung hat. „Unsere Enkelin Sabrina ist 8 Jahre alt geworden. Mit ihr beschäftigen wir uns viel. Wenn wir in Halk sind, telefonieren wir regelmäßig“, erzählt Oma Ursula.

Unsere Enkelin Sabrina ist 8 Jahre alt geworden. Mit ihr beschäftigen wir uns viel. Wenn wir in Halk sind, telefonieren wir regelmäßig.

Ursula K., Langzeitcamperin

Erst Pension, dann Wohnwagen

Die 71-jährige Rentnerin und ihr vier Jahre älterer Mann, reisten im Juli 1971 erstmals nach Nordschleswig. Sie ließen den Zufall walten und mieteten auf gut Glück ein Zimmer auf einem Halker Bauernhof. „Wir haben sieben Jahre unseren Sommerurlaub auf dem Hof verbracht. Unsere Tochter wurde im Mai 1974 geboren. Fünf Jahre später haben wir unseren ersten Wohnwagen gekauft und uns hier auf dem Campingplatz niedergelassen“, erinnert sich die Norderstedterin. Ihren jetzigen Stellplatz haben sie seit mehr als 20 Jahren. „Unseren gegenwärtigen Wohnwagen kauften wir 2008. Im Vorzelt haben wir eine kleine Kochecke eingerichtet. Das ist sehr praktisch“, findet Ursula K.

„Wir heirateten im Juni 1971, vier oder sechs Wochen später haben wir dann die erste Fahrt nach Halk unternommen“, blickt Ursula K. zurück. Darüber, ob die goldene Hochzeit und das 50-jährige Bestehen der Aufenthalte in Halk im kommenden Jahr gefeiert werden, hat sich die Seniorin noch keine Gedanken gemacht. „Mal sehen, wie wir das machen“, sagt Ursula K.

Der Wohnwagen ist das zweite Zuhause des Ehepaares. Foto: Karin Friedrichsen

Freizeit wird unterschiedlich gestaltet

Während Kurt K. als Industriemechaniker (ehemals Maschinenschlosser) arbeitete, war seine Frau in der Papierverarbeitung tätig. Bis zur Pensionierung fuhren die Dauercamper übers Wochenende und im Urlaub nach Halk. „Das geht ja schnell. Wir sind in zweieinhalb Stunden hier“, sagt das Ehepaar. Im Ferienparadies gestalten sie ihre Freizeit unterschiedlich: Ursula K. liest und puzzelt gerne, während Ehemann Kurt ins Angelboot steigt. Die Norderstedter haben sich mit Platznachbarn aus Hamburg angefreundet.

Die beiden Männer gehen gemeinsam auf Angeltour. In letzter Zeit haben sich die Fische rar gemacht. „Wir sind unlängst mit unserem kleinen Angelboot unterwegs gewesen. Ich habe nur sieben Fische an Land gezogen“, sagt Kurt K. Ob die magere Ausbeute eventuell auf das systematische Fischen mit Stell- und Schleppnetzen, das Kurt K. im Vorjahr im Gewässer vor Halk beobachtete, oder möglicherweise auf die Ausleitung von Gift nach dem Großbrand im Hafen von Fredericia vor vier Jahren, zurückzuführen ist, sei schwer einzuschätzen, meint Kurt K.

Ihren jetzigen Stellplatz haben die Norderstedter seit mehr als 20 Jahren. Foto: Karin Friedrichsen

Freie Fahrt nach der Corona-Auszeit

Die Corona-Krise machte den Reiseplänen von Ursula und Kurt K. einen Strich durch die Rechnung: „Wir sind am 14. März nach Hause gefahren und dann erst am 17. Juni zurückgekehrt. Das war eine schwierige Zeit, wir haben die Wohnung kaum verlassen“, erinnern sich die Norderstedter. Es sei schön wieder in Halk zu sein und sie genießen die frische Luft und die Spaziergänge am Strand, unterstreichen die Naturfreunde. Über das aktuelle Zeitgeschehen informieren sich die Ks. unter anderem im „Nordschleswiger“. „Die Zeitung ist spitze. Wir teilen uns ein Abo mit unseren Bekannten aus Hamburg“, sagt Ursula K. und lächelt.

Die Dauercamper aus Norderstedt genießen den Wechsel der Jahreszeiten am Strand von Halk. Foto: Karin Friedrichsen
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