Deutsche Minderheit

„6K United“ in Hamburg ein voller Erfolg: Nordschleswig-Chor 2026 wieder dabei

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6K United
6.000 Kinder sorgten für Partystimmung in der Arena.

Lange wurde geprobt, dann machten sich fast 70 Schülerinnen und Schüler der deutschen Schulen in Nordschleswig auf den Weg nach Hamburg, um dort gemeinsam mit 6.000 anderen Kindern zu singen. Chorleiterin Monika Merz über den aufregenden Auftritt und die Vorbereitungen für das nächste Jahr.

„Ich bin einfach global zufrieden – rundum und nachhaltig glücklich“, erzählt Monika Merz dem „Nordschleswiger“ am Telefon über das große Finale des bundesweiten Musikprojekts „6K United“. Am vergangenen Freitag begleitete die Konsulentin für Kinderchorarbeit 65 Schülerinnen und Schüler aus den deutschen Schulen in Nordschleswig zum Abschlusskonzert in die Barclays Arena in Hamburg.

Was im vergangenen Herbst mit den ersten Proben auf dem Knivsberg unter ihrer Leitung seinen Anfang nahm, feierte seinen fulminanten Höhepunkt: Der Chor aus Nordschleswig traf in Hamburg auf 6.000 andere Kinder aus ganz Deutschland. Gemeinsam sangen sie zusammen um die 20 Songs, die zuvor über Monate individuell eingeübt wurden. Begleitet wurden sie in Hamburg von einer großen Band um den Initiator des deutschlandweiten Chorprojekts, Fabian Sennholz.

Es war zugleich eine doppelte Premiere, denn es war der erste Chor aus Dänemark, der an dem Projekt teilnahm.

Die ganze Arena hat geleuchtet wie die Kinderaugen.

Monika Merz

„Es war eine Atmosphäre, die man sich nur schwer vorstellen kann, wenn man nicht dabei war“, schwärmt Merz. Die Organisatoren des Konzerts hätten mit kleinen, aber effektiven Mitteln eine tolle Stimmung verbreitet. Alle Kinder, anwesende Eltern, Großeltern oder Freunde wurden mit Leuchtbändern ausgestattet, die während des Konzerts ferngesteuert werden konnten. „Die ganze Arena hat geleuchtet wie die Kinderaugen“, sagt die Chorleiterin über all die glücklichen Kinder.

Merz lobt Organisation und Material

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Leuchtende Armbänder, Smartphones und Kinderaugen

Auch die Vorbereitung habe sich gelohnt. „Es wurden während des Konzerts auch Lieder dreistimmig gesungen. Das ist wirklich krass“, zeigt sich Merz beeindruckt und lobt auch das Material, das die Initiatoren entwickelt haben. „Wie das zusammengestellt ist, da kann jeder auch ohne musikalisches Fachwissen mit einer Gruppe von Kindern dieses Projekt machen.“

Besonders aufregend war für Merz auch die Organisation rund um die An- und Abfahrt. „Ich wollte die Kinder sicher im Bus nach Hamburg und zurückbringen. Ich bin glücklich, dass alles geklappt hat.“ Letztlich sei von den Veranstaltern aber alles top organisiert und die Kinder gut betreut worden. Auch auf die Bedenken und Sorgen von Eltern sei eingegangen worden. „Das, was auf dem Papier steht, wurde zu 100 Prozent umgesetzt.“ Merz lobt im Gespräch auch die tollen Helfenden, die mit im Bus nach Hamburg saßen.

Chor am Tag danach beim Knivsbergfest

Am Ende stand ein langer Tag zu Buche. Doch schon am Sonnabend sollte der Chor erneut auftreten – diesmal beim Knivsbergfest. 69 Kinder kamen und sangen gemeinsam den Song „Wenn Du mich rufst“ von Mark Forster. Dass am Tag nach dem Konzert in Hamburg alle da waren, spreche für sich, sagt Merz. „Wäre es ein schlechtes Erlebnis gewesen, hätten sie bestimmt nicht alle da gesessen.“

Sie sei auch von vielen Eltern angesprochen worden, was für ein toller Abend das gewesen sei. „Man kann also sagen, es war ein voller Erfolg“, so die Pädagogin. Für das kommende Jahr hat Monika Merz wieder einen Chor angemeldet.

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Einen Tag nach dem großen Auftritt schon wieder auf der Bühne: der Kinderchor aus Nordschleswig.

Ein Projekt, das der Minderheit etwas bringt

„Ich wusste bereits, was für ein pädagogisch gutes Projekt das ist. Das Konzert hat mich darin bestärkt.“ Jedes Kind werde abgeholt, weil sich das Projekt an verschiedene Lerntypen richte und verschiedene Sprachen eine Rolle spielen. „Was es der Minderheit bringt, wird zu 100 Prozent abgedeckt, und das ist ein wichtiger Punkt“, sagt Merz. So werde beispielsweise viel Deutsch gesungen, was sprachfördernd wirke. Außerdem bildeten Kinder und Jugendliche eine Gemeinschaft. Weil das Abschlusskonzert auch Eltern und Großeltern miterleben durften, sei es auch ein generationsübergreifendes Ereignis.

Die Anmeldung für das kommende Jahr soll wieder im September oder Oktober möglich sein. Schon jetzt habe sie viele Wünsche nach einer erneuten Teilnahme vernommen, sagt Merz.

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Monika Merz (Mitte) mit den Kindern des „6K United“-Chors bei der Generalprobe auf dem Knivsberg

Musik direkt in die Schulen tragen

Die Vorbereitung für 2026 soll indes etwas anders laufen. Neben zwei, drei Tagesproben auf dem Knivsberg will Merz das Musikprojekt vor allem direkt in die Schulen tragen. „Vor Ort können wir direkt anbieten, was es an der Schule sonst nicht gibt und es mehr Kindern ermöglichen, mitzumachen.“

Im Juli 2026 will die Chorleiterin dann erneut mit etwa 80 Kindern den Weg nach Hamburg antreten. Wie groß der Hype ist, wird bereits jetzt deutlich: „Das erste Konzert in Hamburg am 1. Juli 2026 ist bereits jetzt voll. Es sind 6.000 Kinder angemeldet.“