Reiesverkehr

Grenzkontrollen: In Pattburg konnte man den Stau umfahren

Grenzkontrollen: In Pattburg konnte man den Stau umfahren

Grenzkontrollen: In Pattburg konnte man den Stau umfahren

Nordschleswig
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Wer dem Grenzstau, wie hier in Krusau, ausweichen wollte, konnte über Pattburg fahren. Foto: Karin Riggelsen

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Die verschärften Grenzkontrollen haben in Kombination mit starkem Rückreiseverkehr am Sonnabend zu langen Staus in Fröslee und Krusau geführt. Pattburg bot sich als Ausweichmöglichkeit an.

Die vielen dänischen Urlauberinnen und Urlauber, die an diesem Wochenende ihre Ferien südlich der Grenze beendet haben, werden der Polizei nicht gedankt haben, dass sie ausgerechnet am Freitag die Grenzkontrollen wieder verstärkt hat.

An einem der beiden großen Rückreisewochenenden sind die Beamtinnen und Beamten an den drei großen Übergängen in Fröslee (Frøslev), Krusau (Kruså) und Pattburg (Padborg) wieder permanent präsent.

Das Ergebnis war absehbar:

„Es war ein Bild, das man so seit April nicht gesehen hat: Am Nachmittag staute sich der Verkehr vor der dänischen Grenze. An der Grenze vor Kruså standen die Autos mit deutschen wie dänischen Kennzeichen bis zum Grenzhandel-Geschäft Calle“, berichtet „Nordschleswiger“-Reporterin Marle Liebelt um 14.30 Uhr vom Übergang im Krusau.

Eine Stunde in Fröslee

Am Vormittag war es noch ruhig an der Grenze, aber das änderte sich am Nachmittag. Beim Autobahnübergang in Fröslee mussten die Einreisenden ab 13 Uhr eine Stunde lang warten. In Krusau waren es 20 Minuten. In Pattburg konnte man dagegen ohne Wartezeit über die Grenze fahren.

„Wie erwartet erhöht sich der Verkehrsdruck auf die Grenzen in den Nachmittagsstunden, während wir am Morgen und Vormittag nur einige Minuten Stau hatten“, sagt Polizeiinspektor Jeppe Kjærgaard, Chef der Ausländerkontrolleinheit der Polizei UKA Vest, laut einer Pressemitteilung.

 

In Fröslee standen die Einreisenden biz zu einer Stunde im Stau. Foto: Karsten Sörensen

Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig rät dazu, dass man die Verkehrslage verfolgt und eventuell auf kleinere Übergänge ausweicht. Für viele Reisende bietet sich Pattburg, zwischen Krusau und Fröslee gelegen, an.

Die Straßenbehörde Vejdirektoratet erwartet auch am Sonntag starken Rückreiseverkehr. Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig veröffentlicht laufend auf X, dem ehemaligen Twitter, auch auf Deutsch laufend Informationen zur aktuellen Verkehrslage.

Die Ratschläge der Polizei lauten:

  • Rechtzeitig losfahren
  • Zu verkehrsarmen Zeiten reisen, zum Beispiel am frühen Morgen oder am späten Abend
  • Sich über die Verkehrslage informieren und auf Staubildung achten
  • Ausweisdokumente bereithalten
Ein Bild, wie aus der Zeit, bevor die dänische Regierung im Mai die Grenzkontrollen lockerte. Foto: Marle Liebelt

Koran-Verbrennungen als Grund

Die Befürchtung vor Anschlagen aufgrund der Koran-Verbrennungen ist der Grund für die verschärften Grenzkontrollen. In jüngster Zeit wurden mehrfach Exemplare des Korans vor Botschaften in Kopenhagen verbrannt. Dies geschah auch in Schweden.

Die Koran-Verbrennungen haben in vielen mehrheitlich islamischen Ländern Empörung gegen Dänemark und Schweden ausgelöst.

Am Montag erklärte PET in einer schriftlichen Antwort an „Ritzau“, der Nachrichtendienst sei der Ansicht, dass die Koran-Verbrennungen die terroristische Bedrohung gegen Dänemark erhöht haben.

Die verschärften Grenzkontrollen gelten vorläufig bis kommenden Donnerstag. Justizminister Peter Hummelgaard (Soz.) hat jedoch angekündigt, dass sie verlängert werden könnten.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Zum Tode von Günter Weitling – Seelsorger und Seele“