Minister-Antwort:

Wildschweinzaun: vorübergehendes Bauwerk, Verlauf bleibt

Wildschweinzaun ist nur vorübergehend

Wildschweinzaun ist nur vorübergehend

Dirk Thöming
Pattburg/Padborg
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Bauarbeiten zur Errichtung des Wildschweinzauns bei Renz (Rens) in der Kommune Apenrade. Foto: Karin Riggelsen

In Sachen Wildschweinzaun hatte sich die deutsch-dänische Region schon länger an die dänische Regierung gewandt. Nun hat der dänische Nahrungsmittelminister die Anfrage des Regionskontor beantwortet: Der Zaun kommt irgendwann wieder weg. Eine weitere Feststellung wird in Flensburg wahrscheinlich nicht gut ankommen.

Die grenzüberschreitende Region Sønderjylland-Schleswig hat sich wiederholt an die Regierung in Kopenhagen gewandt, um auf Bedenken der Menschen im Grenzland gegen den Wildschweinzaun aufmerksam zu machen.

Unter anderem wurde der frühere Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) gebeten, dazu Stellung zu beziehen, wie lange der Zaun stehen bleiben soll.

„Es gab leider vonseiten der Regierung Rasmussen keine Antwort“, sagt der Leiter des Regionskontores, Peter Hansen, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Vorübergehende Maßnahme

Umso mehr freut es die deutsch-dänische Grenzregion, dass die Frage, ob der Zaun permanent erhalten bleiben soll oder die Standzeit bedingt ist, jetzt aber von der sozialdemokratischen Regierung unter Mette Frederiksen beantwortet wurde. Nahrungsmittelminister Mogens Jensen (Soz.) habe mitgeteilt, dass der Zaun eine „vorübergehende Maßnahme“ sei und der Prävention diene, so das Regionskontor in einer Pressemitteilung.

Der dänische Minister sendete die Antwort an die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD), die seit einem Jahr Vorsitzende der deutsch-dänischen Region ist. Peter Hansen freut sich sehr über die Antwort.

Erstmals amtliche Aussage

„Bisher schwang ja leider mit, dass der Zaun auch einen trennenden Charakter hat, der die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark sichtbar macht. Jetzt ist erstmals offiziell gesagt worden, dass der Zaun wieder entfernt wird, sobald die Afrikanische Schweinepest keine Gefahr mehr darstellt“, so Hansen.

Natürlich sei nicht vorherzusagen, wann dies der Fall sei.

„Wenn aber durch irgendwelche Maßnahmen in fünf oder zehn Jahren Entwarnung gegeben wird, dann ist es definitiv, dass der Zaun wieder entfernt wird. Das ist eine gute Nachricht“, sagt der Leiter des Regionskontores. Dies sei mit dem Schreiben des Nahrungsmittelministers erstmals amtlich so verkündet worden.

Zaun durch den Kollunder Wald

Der Minister stellte in seiner Antwort laut shz.de klar, dass dem Wunsch der Stadt Flensburg, den Zaun nördlich um den Kollunder Wald herum verlaufen zu lassen, nicht entsprochen werden könne, da sonst südlich des Zaunes dänisches Territorium liege. Würde hier ein infiziertes Wildschwein entdeckt werden, könnten die Folgen für den dänischen Export nicht beurteilt werden. Daher werde die Ausrichtung des Zauns entlang der Grenze beibehalten.

Flensburg hatte im Jahr 2006 den Wald nach Dänemark verkauft. Nach den Worten des Ratspolitiker Arne Rüstemeier (CDU) hat sich Flensburg damals zusichern lassen, dass im Wald nicht gebaut wird. Flensburger Politiker zeigen sich deshalb verärgert.

Ergänzt um 20 Uhr um Abschnitt „Flensburg"

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