Hafenpläne

„Wir werden uns keinesfalls einmischen“

„Wir werden uns keinesfalls einmischen“

„Wir werden uns keinesfalls einmischen“

Anke Haagensen/Niels Ole Krogh, FlA
Apenrade/Aabenraa
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Hafendirektor Henrik Thykjær und Hafenausschussvorsitzender Erwin Andresen hätten an einer engen Zusammenarbeit mit dem Flensburger Wirtschaftshafen durchaus ein Interesse – der ganzen Region zuliebe. Foto: Martin Ziemer/FlA

Apenrades Hafenausschussvorsitzender Erwin Andresen (Schleswigsche Partei) verfolgt gespannt die Entscheidung des Flensburger Stadtrates zur Zukunft des Wirtschaftshafens. Denn das Jahrhundertprojekt Flensburg-Ost ist auch in Apenrade von Interesse.

Mit Interesse werden Apenrades Hafenausschussvorsitzender Erwin Andresen (Schleswigsche Partei) und Hafendirektor Henrik Thykjær die Entscheidung des Flensburger Stadtrates am Donnerstag, 21. Februar, verfolgen: Die Flensburger Ratspolitiker werden dann einem Stadtentwicklungsprojekt für das Ostufer des Hafens höchstwahrscheinlich das Jawort geben. Zumindest fand sich sowohl im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung als auch im Finanzausschuss eine Mehrheit für dieses Jahrhundertprojekt. Am Hafen soll ein neues Wohngebiet in attraktiver Lage entstehen.

Eine Konsequenz dieser Entscheidung: Der Wirtschaftshafen, der jetzt noch am Ostufer angesiedelt ist, müsste an das Westufer verlegt werden.

Das wäre praktisch das Aus für den Flensburger Wirtschaftshafen. Diese Meinung vertritt zumindest die Industrie- und Handelskammer Flensburg. Er würde seiner Zukunftsperspektive beraubt, und das wäre langfristig das Ende für die Wirtschaftsaktivitäten im Flensburger Hafen, so das Argument.

Egal wie am Donnerstag die Entscheidung ausfällt, wird es keine großartigen Auswirkungen auf den Apenrader Wirtschaftshafen haben, unterstreicht Hafendirektor Henrik Thykjær. Dazu ist die Umschlagmenge in Flensburg zu klein. Sie macht nur wenige Prozent gegenüber den 1,6 Millionen Tonnen aus, die im vergangenen Jahr in Apenrade umgeschlagen wurden.

Grenzregion als Ganzes betrachten

Nichtsdestotrotz ist die Entscheidung in Flensburg nicht unwichtig für den Apenrader Wirtschaftshafen. „Wir werden uns keinesfalls einmischen; wir hoffen und glauben, dass die Politiker strategisch und langfristig denken. Es ist wichtig, die Grenzregion als ein Ganzes zu betrachten. Unsere Stärke ist die Kombination aus individuellen Kompetenzen; gemeinsam stärken wir die Attraktivität des Gesamtgebietes“, sagt der Hafenausschussvorsitzende Erwin Andresen (Schleswigsche Partei).

Als Beispiel nennt er die Flensburger Fußgängerzone. „Mit der können wir in Apenrade nie und nimmer konkurrieren, aber sie ist für die ganze Region von Nutzen, genau wie unser Hafen“, so Andresen.

Das bestätigt Hafendirektor Thykjær: „Wir haben schon jetzt eine ganze Reihe von großen Kunden aus dem norddeutschen Raum. Besonders Sand, Kies, Kalk und Zement werden (über den Apenrader Hafen, red. Anm.) Richtung Süden in das Gebiet nördlich des Nord-Ostsee-Kanals transportiert.“

„Wir haben auch kleinere Kunden“

Eines der Argumente der Ostufer-Gegner, dass die kleinen Kunden des Flensburger Hafens die Verlierer dieses Spiels wären, kann der Apenrader Hafenchef keinesfalls nachvollziehen. „Wir haben auch bei uns kleinere Kunden, die kleinere Gütermengen abholen. Wir haben großen Schiffe, die zum Beispiel 30.000 Tonnen Sand und Kies anlanden; wir haben aber auch Schiffe, die nur 1.500 Tonnen bringen. Darüber hinaus zeigen Berechnungen, dass es fast genau gleich lange dauert, Güter vom Flensburger Osthafen nach Harrislee zu bringen, wie von Apenrade nach Harrislee – wegen der guten Autobahnanbindung hier bei uns. Mit dem neuen Hafen am Enstedtwerk sind wir noch dichter an der Autobahn dran“, unterstreicht Henrik Thykjær.

„Wir würden sehr gerne mit Flensburg in Sachen Hafen zusammenarbeiten. Ein gemeinsames Hafenbüro war schon mal Thema. Wir glauben ganz sicher, dass beide (Häfen) von einer Zusammenarbeit profitieren würden. Die Flensburger müssen für eine relativ geringe Gütermenge einen verhältnismäßig großen Apparat aufbieten“, so der Apenrader Hafendirektor.

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