Motorikbahn

Schwitzen statt nur sitzen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Rothenkrug/Rødekro
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Gleich zweifach wurde Einweihung gefeiert. Ab 12 Uhr waren die Schulkinder dran und ab 14 Uhr die Kindergartenkinder. Foto: K. Riggelsen

Spärlich genutzter Zuschauerbalkon der Rothenkruger Fladhøjhalle wurde in eine Motorikbahn verwandelt.

Es lohnt sich out-of-the-box zu denken. Die Fladhøjhalle hat mehr Platz erhalten, ohne auch nur einen Quadratmillimeter anzubauen. Gestern wurde in der Rothenkruger Sporthalle eine neue Motorikbahn eingeweiht. Die Idee dazu hatte Halleninspektor Carl Erik Callesen selbst. „Der Druck auf die Sporthallen steigt. Vielen Anfragen haben wir gar nicht nachkommen können. Wir müssen deshalb effektiver werden und anders denken“, sagt er. Die Fladhøjhalle ist eine große Sporthalle, die sich auch in mehrere Sportfelder einteilen lässt, und dennoch reicht der Platz nicht aus.

Im Zuge der Hallenreform haben sich die Hallenwarte der kommunalen Sporthallen öfters getroffen, haben voneinander gelernt und Exkursionen gemacht, um Inspiration von außen zu bekommen. „Diese Motorikbahn ist quasi ein erstes Ergebnis dieser Reformgespräche“, sagt „Calle“ Callesen. Er hatte sich seine Halle genau angeschaut und war zu der Erkenntnis gekommen, dass der Zuschauerbalkon im ersten Stock eigentlich kaum genutzt wird. „Wir hatten dort Tische und Stühle stehen. Hier konnten die Eltern ihren Kindern beim Training zuschauen. Eigentlich ist der Zuschauerbalkon nur einmal im Jahr richtig voll – und das ist bei unseren Gymnastikaufführungen“, erläutert der Halleninspektor die Hintergründe dafür, weshalb er sich entschieden hat, die viel zu selten genutzten Quadratmeter in die Sportflächen einzubeziehen.

Verschiedene Herausforderungen

Hier fordern jetzt eine lange Kletterwand mit verschiedenen Herausforderungen und Schwierigkeitsgraden, diverse Strickleitern und Sprossenwände, Affenschaukeln und Kletterdecken die Motorik der Kinder heraus. „Die Motorikbahn kann von den Sportlehrern als zusätzlicher Sportraum genutzt werden. Das entlastet die Sporthallenkapazität. Darüber hinaus können die Aktivitäten den ganzen Tag über von Besuchern genutzt werden“, sagt Callesen.

Er hat schon häufig mitansehen müssen, wie sich jüngere oder ältere Geschwister in der Halle langweilen, während der Bruder oder die Schwester Training haben. „Ab sofort können die Kinder selbst aktiv sein“, freut sich der Halleninspektor und hofft, dass die Motorikbahn vielleicht auch Kinder anspricht, die dem gängigen Vereins- und Schulsport nicht so viel abgewinnen können. „Viele Kinder sind heute motorisch nicht wirklich gut entwickelt. Wenn die Bahn dem Trend entgegenwirken dann, dann würde ich mich freuen“, sagt der Hallenwart.

Die Schaukeln und Strickleitern können übrigens abmontiert werden, sodass der Zuschauerbalkon bei Großveranstaltungen seinen gedachten Zweck erfüllen kann.

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