Einbürgerungszeremonie

Dänische Staatsbürgerschaft mit Händedruck besiegelt

Dänische Staatsbürgerschaft mit Händedruck besiegelt

Dänische Staatsbürgerschaft mit Händedruck besiegelt

Apenrade/Aabenraa
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20 Bürger der Kommune Apenrade haben sämtliche Auflagen einer dänischen Staatsbürgerschaft erfüllt und nach dem offiziellen Händedruck mit Vertretern der Kommune am Dienstag steht ihrer Einbürgerung nichts mehr im Wege. Foto: Tobias Kleinschmidt/DPA

Die erste Einbürgerungszeremonie in Nordschleswig fand am Dienstagnachmittag in Apenrade statt. 20 neue Staatsbürger wurden im festlichen Rahmen willkommen geheißen.

„Ich muss gestehen, dass ich nicht richtig weiß, was ich eigentlich erwartet hatte, aber ich wurde zumindest positiv überrascht“, sagt Erik Uldall Hansen. Der sozialdemokratische Stadtratsabgeordnete gehörte zu den vier Apenrader Kommunalpolitikern, die am Dienstagnachmittag als offizielle Vertreter der Kommune an der ersten Einbürgerungszeremonie in Apenrade teilnahmen, um Personen, die die dänische Staatsbürgerschaft erworben haben, die Hand zu reichen. Außer Uldall Hansen schüttelten Ejler Schütt (Dänische Volkspartei, DF), Jens Wistoft (Venstre, V) und Jan Riber Jakobsen (Kons.) den insgesamt 20 neuen Staatsbürgern in der Kommune Apenrade die Hand.

Die erste Zeremonie in Nordschleswig

Die Einbürgerungszeremonie in Apenrade war übrigens die erste in den vier nordschleswigschen Kommunen. Die Nachbarn ziehen in den kommenden Wochen und Monaten nach.

Dieser Handschlag ist seit dem vergangenen Jahr Gesetz und gilt für alle Personen, die nach dem 5. Februar 2017 die dänische Staatsbürgerschaft beantragt haben.

Alle Kommunen des Landes müssen mindestens zweimal pro Jahr eine solche Zeremonie durchführen.

Nur Antragsteller, die an dieser Zeremonie teilnehmen und „ohne Handschuhe – Handfläche gegen Handfläche“, wie es das Gesetz ausdrücklich vorschreibt, diesen Händedruck leisten und ein Formular des Ausländer- und Integrationsministeriums dort vor Zeugen unterschreiben, werden ein paar Wochen oder Monate später offiziell die dänische Staatsbürgerschaft erhalten.

Äußerst korrekt und festlich

„Es war eine nette, ordentliche und festliche Veranstaltung“, zeigt sich Uldall Hansen im Nachhinein positiv überrascht, der auch seinem Stadtratskollegen Ejler Schütt eine saubere und völlig unprätentiöse Arbeit attestiert.

In der Abwesenheit von Bürgermeister Thomas Andresen (Venstre), der sich öffentlich kritisch gegen das neue Gesetz geäußert hat, das übrigens noch unter der Venstre-Regierung von Lars Løkke Rasmussen erlassen wurde, übernahm Vizebürgermeister Ejler Schütt den Job des „Zeremonienmeisters“. Als das Gesetz verabschiedet worden war, hatte sich der Vorsitzende der nationalkonservativen DF-Fraktion sofort bereit erklärt, neue Staatsbürger der Kommune Apenrade mit einem Händedruck begrüßen zu wollen. Die Rolle des Gastgebers habe Schütt am Dienstag allerdings „äußerst korrekt und ohne politische Einfärbung" erfüllt, wie Uldall Hansen dem „Nordschleswiger“ bestätigt.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit war übrigens von der Zeremonie völlig ausgeschlossen. Medienvertretern wurde der Zutritt zu der Veranstaltung verwehrt. Auch für interessierte Bürger war der Bildersaal des alten Rathauses in der Apenrader Innenstadt gesperrt.

So waren die 20 neuen Staatsbürger, deren Angehörige und die offiziellen Vertreter der Kommune ganz unter sich.

Keiner der 20 Bewerber, die übrigens aus den verschiedensten Ländern kamen – auch aus Deutschland –, hat übrigens den Handschlag verwehrt, und so gab es auch keine Veranlassung für die Vertreter der Kommune, einem der Antragsteller die Staatsbürgerschaft zu verweigern. Genau vor diesem Fall der Fälle hatte Bürgermeister Andresen nach Gesetzeserlass so seine Bedenken.

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