Öffentlicher Nahverkehr

Überflüssige Entlastungsbusse eingestellt

Überflüssige Entlastungsbusse eingestellt

Überflüssige Entlastungsbusse eingestellt

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Vier Entlastungsbusse warten in Krusau darauf, dass die Uhr 7.15 Uhr zeigt. Dann fahren sie Richtung Norden. Zurzeit nur schwach besetzt wie an diesem Morgen: ein Fahrgast für eine Kapazität von 472 Personen. Ein fünfter Bus fuhr bereits um 7.02 Uhr hinter dem planmäßigen Kollegen hinterher. – So war die Situation noch am Montag. Inzwischen hat die Kommune Apenrade reagiert. Nun wird nur noch eine Route durch einen Entlastungsbus bedient. Foto: Paul Sehstedt

Die Kommune Apenrade reagiert prompt auf „Nordschleswiger“-Artikel und passt die Buskapazität dem Bedarf an.

„Der Einsatz von Entlastungsbussen auf den Linien 220, 661, 662 und 665 ist seit Mittwoch eingestellt“, bestätigt Else Kehlet, verantwortliche Mitarbeiterin für den öffentlichen Verkehr in der Planungsabteilung der Kommune Apenrade, auf Anfrage.

„Der Nordschleswiger“ hatte den Einsatz von unbesetzten Entlastungsbussen auf mehreren Linien am Montag aufgedeckt. Trotz ganz oder teilweise geschlossener Schulen war der Entlastungsbetrieb nicht dem stark reduzierten Fahrgastaufkommen angepasst worden, und so zuckelten etwa auf der Verbindung zwischen Krusau (Kruså) und den Gymnasien sowie Fachschulen in Apenrade seit Jahresanfang rund sechs Wochen lang fünf Busse, die über 472 Fahrgastplätze verfügten, aber lediglich eine Person transportierten.

Etwas ist schiefgelaufen

Am Montag sagte Keld Rysgaard, Teamleiter in der Planungsabteilung: „Da ist irgendetwas bei Sydtrafik falsch gelaufen. Das hört sich völlig verrückt an, und ich werde mich sofort mit Sydtrafik in Verbindung setzen, um eine Erklärung zu erhalten. Immerhin kostet jede Entlastungsfahrt rund 1.200 Kronen. Solange die Schulen geschlossen sind, macht der Entlastungsverkehr keinen Sinn.“ Rysgaard schritt prompt zur Tat und verfügte, dass dieser überflüssige Verkehr eingestellt werden sollte.

Eine Fahrt wurde beibehalten

„Wir haben uns an die Verkehrsgesellschaft Sydtrafik gewandt, und dort erfuhren wir, dass eine Umstellung zwei Tage dauern wird, weil die Fuhrunternehmer ihre Planung anpassen müssen“, erläutert Else Kehlet weiter. „Lediglich eine Fahrt haben wir beibehalten, weil sonst einige Schüler der Lyreskovschule nicht verkehrssicher auf dem Busplatz der Schule abgesetzt werden können.“ Insgesamt sind zwölf Fahrten mit Entlastungsbussen an Schultagen gestrichen worden. Das spart den Steuerzahler rund 14.000 Kronen pro Tag.

Überschüssige Touren vermeiden

„Selbstverständlich muss die Bedienung dem Fahrgastaufkommen angepasst werden“, unterstreicht Lotte Sternberg, Planungschefin bei Sydtrafik in Vejen. „Augenblicklich sind wir in der Situation, dass der Staat die Verkehrsgesellschaften darum gebeten hat, den Verkehrstakt wie vor der Pandemie auszuführen, auch wenn keine Fahrgäste zu transportieren sind. Das bedeutet aber nicht, dass wir den Entlastungsbetrieb nicht reduzieren dürfen.“

Selbstverständlich muss die Bedienung dem Fahrgastaufkommen angepasst werden.

Else Kehlet, Rathausmitarbeiterin, zuständig für den Bereich „Öffentlicher Nahverkehr“

Mit dem digitalen Fahrgastleitsystem (Rejsekortet) kann Sydtrafik mitverfolgen, wie viele Menschen aktuell einen Linienbus benutzen. Hätte nicht eher entdeckt werden können, dass einige Entlastungsbusse leer herumfahren?

„Die Daten erhalten wir erst einige Tage später, das heißt, wir können nicht in Echtzeit mitverfolgen, wie hoch die Auslastung der Busse ist“, setzt Lotte Stensberg fort. „Doch unsere Unternehmer sind dazu verpflichtet, uns zu melden, falls weniger Busse eingesetzt werden können.“

Und wer zahlt für den Einsatz der überflüssigen Busse?

„Das wird wohl die Kommune sein, wenn sie die Entlastungsbusse bestellt hat“, sagt die Planungschefin. „Da wir uns zurzeit in einer komplizierten Situation befinden, könnte der Staat letztendlich die Kosten übernehmen.“

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