Hundegesetz

Sein Rechtsempfinden hat einen Knacks erlitten

Sein Rechtsempfinden hat einen Knacks erlitten

Sein Rechtsempfinden hat einen Knacks erlitten

Hostrupholz/Hostrupskov
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Der Stein des Anstoßes: Hund „Saxo“ Foto: Privat

Nis-Edwin List-Petersen hat bewiesen, dass es sich lohnt, nicht klein beizugeben, auch wenn der Kontrahent die Polizeibehörde ist. Aus dem ersten Verfahren ging er als klarer Sieger hervor. In einem zweiten Prozess hat der Hundebesitzer aus Hostrupholz entschieden, ein Bußgeld zu zahlen, um damit endlich Ruhe zu haben.

Nis-Edwin List-Petersen aus Hostrupholz hat ein Urteil des Gerichtes in Sonderburg angenommen. Er zahlt ein Bußgeld von 2.000 Kronen und zieht damit den Schlussstrich unter eine Sache, die ihren Ursprung vor mehr als dreieinhalb Jahren hatte. Auch wenn ihm die dänische Justiz in den wichtigsten Inhalten recht gegeben hat, so hat sein Rechtsempfinden doch einen gehörigen Knacks erhalten.

Ich möchte nicht wissen, was es dem Staat gekostet hat, diese 2.000 Kronen von mir einzufordern.

Nis-Edwin List-Petersen, Hundebesitzer

„Ich halte es regelrecht für peinlich, dass die Polizei nach zwei verlorenen Instanzen an dem Bußgeld festhält. Und ich möchte nicht wissen, was es dem Staat gekostet hat, diese 2.000 Kronen von mir einzufordern. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass man mir die Verfahrenskosten aufzubürden gedenkt. Ich vermute, dass auch diese Kosten aus der Staatskasse gezahlt werden müssen“, sagt er.

Airedale-Terrier Saxo hat es der Sturheit seines Herrchens Nis-Edwin List-Petersen zu verdanken, dass er im Herbst 2017 nach einer Auseinandersetzung mit einem Nachbarshund nicht eingeschläfert wurde. Die Tatsache, dass sich der Hundehalter von Hostrupholz auch nicht so leicht von Obrigkeiten einschüchtern lässt, bedeutet, dass auch das Grundstück der Familie nicht mit einem 1,40 Meter hohen Zaun umkränzt werden muss. Foto: Karin Riggelsen

Langwieriger Prozess

Im September 2017 waren der Airedale-Terrier Saxo der Eheleute Brigitte Handler und Nis-Edwin List-Petersen und der Rüde einer Nachbarin in Hostrupholz aneinandergeraten. Der kleinere Terrier der Nachbarin zog gegen den wesentlich größeren und stärkeren Saxo den Kürzeren und musste tierärztlich behandelt werden.

Zu dem Schluss, dass es sich tatsächlich nur zum einen ganz normalen Rangordnungsstreit zwischen zwei Rüden handelte, waren sowohl das Stadtgericht in Sonderburg (Sønderborg) als auch in zweiter Instanz das Westliche Landgericht in Viborg gekommen.

Aus diesem Grund wurde die Forderung der Polizei, dass die Familie List-Petersen/Handler ihr Grundstück mit einem 1,40 Meter hohen Zaun mit Schleuse umkränzen müsse, abgewiesen.

Sieg auch in zweiter Instanz

Die Freude über das gewonnene Revisionsverfahren währte im vergangenen Herbst aber nur kurz. Dann erreichte die Hundebesitzer aus Hostrupholz eine Vorladung für einen Gerichtstermin für den 30. März 2021. Die Polizei beharrte auf die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 4.000 Kronen, weil sich Saxo am besagten Tagen nicht angeleint auf dem Grundstück der Familie List-Petersen/Handler aufhielt.

Kurz nach dem Hundestreit hatte die Ordnungsmacht übrigens angeordnet, dass Saxo seinen Besitzern wegen eines vermeintlichen Beißvorfalls (dän: skambid) weggenommen werden sollte. Erst dann sollte über das weitere Vorgehen entschieden werden. Diese Entscheidung wurde übrigens ohne Parteienanhörung gefällt.

Die Familie brachte ihren Hund schnell ins Exil, aus Angst, ihn sonst für immer zu verlieren. Im Nachhinein hat Saxo sein Leben wahrscheinlich dem zivilen Ungehorsam seines Herrchens zu verdanken. Das ist zumindest die klare Vermutung von Nis-Edwin List-Petersen. Er legte gegen diesen Verlauf Beschwerde ein und erhielt letztendlich auch recht.

Saxo der Familie Handler/List-Petersen hat sich nicht nur als Familienhund bewährt, sondern hat sich auch als Schiffshund als seetauglich erwiesen. Foto: Karin Riggelsen

Drei Monate Exil

Allerdings dauerte es drei Monate, bevor er es schwarz auf weiß hatte, und er seinen Hund wieder nach Hause holen konnte.

Die Polizei bestand auf die Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 4.000 Kronen, weil der Airedale-Terrier nicht angeleint gewesen war, als es zum Streit mit dem Nachbarhund kam.

Es ging mir nicht um die Summe. Ich hätte die 4.000 Kronen auch sofort bezahlt, wenn meiner Nachbarin das gleiche Bußgeld aufgebrummt worden wäre.

Nis-Edwin List-Petersen, Hundebesitzer

„Es ging mir nicht um die Summe. Ich hätte die 4.000 Kronen auch sofort bezahlt, wenn meiner Nachbarin das gleiche Bußgeld aufgebrummt worden wäre. Schließlich war ihr Hund auch nicht angeleint“, sagt Nis-Edwin List-Petersen.

Das ging übrigens auch aus den Zeugenaussagen anderer Nachbarn hervor, die unter dem anderen Verfahren getätigt wurden.

„Ich hatte dem Gericht übrigens diese Zeugenaussagen zugeschickt. Sie fanden aber bei dem Verfahren im Ende März leider keine Berücksichtigung. Allerdings stellte es mir der Richter frei, dass ich die Zeugen wieder einbestellen können. Das wollte ich aber meinen Nachbarn allerdings wegen letztendlich 2.000 Kronen dann doch nicht zumuten, denn das Bußgeld wurde vom Gericht um die Hälfte reduziert“, sagt Nis-Edwin List-Petersen.

„Ich wundere mich allerdings, dass es nicht möglich war, die in dem anderen Verfahren getätigten Zeugenaussagen zu verwerten. Schließlich handelt es sich um die gleiche Episode“, fügt er hinzu.

Saxo mit Herrchen Nis-Edwin List-Petersen an Bord der Ebba Aaen Foto: Timo Battefeld/JV

Virtuelles Verfahren

Das Gerichtsverfahren wurde übrigens virtuell durchgeführt. Das Ehepaar Handler/List-Petersen befindet sich derzeit in seiner Winterresidenz auf Gran Canaria und hatte ursprünglich den Rückflug so gebucht, um rechtzeitig zu Prozessbeginn in Sonderburg sein zu können.

Wegen der Quarantäneregeln hätte List-Petersen allerdings nicht persönlich im Gericht anwesend sein können, weshalb in Absprache mit dem Gericht das Verfahren in den virtuellen Raum gelegt wurde. Die Nachbarin wurde als Zeugin übrigens auch virtuell zugeschaltet. Sie befand sich zu dem Zeitpunkt des Verfahrens nämlich in ihrer Winterresidenz auf Mallorca.

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