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Träume sind bei Sønderjyske erlaubt – der Blick geht Richtung Top 6

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Magnus Jensen schreit nach dem Schlusspfiff seine Freude heraus.

Nach dem 2:1-Sieg gegen Vejle haben die Sønderjyske-Fußballer vorerst nichts mit dem Abstieg zu tun. Die Meinungen gehen aber ein wenig auseinander, wie weit der Blick nach oben gehen darf.

Die Sønderjyske-Fußballer haben mit einem 2:1-Heimsieg am 14. Spieltag der Superliga einen nicht unbedeutenden Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und stehen mit einem soliden Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze auf dem fünften Tabellenplatz.

Es gibt keinen Grund, bis zum 32. und letzten Spieltag mit dem Klassenerhalt zu warten, wenn er bereits nach 22 Spieltagen mit einer Top-6-Platzierung und dem Einzug in die Meisterschafts-Endrunde gesichert werden kann.

„Wir dürfen jagen, aber mit Respekt vor der Liga und den anderen Mannschaften. Ich werde immer auf den Abstiegskampf aufmerksam sein, aber wenn wir in die Top 6 einziehen wollen, müssen wir verdammt viele Siege holen, und da ist die Bedeutung enorm groß, dass wir drei Punkte statt nur einen holen“, sagt Magnus Jensen zum „Nordschleswiger“.

Grenzenloser Jubel bei Sønderjyske nach dem Siegtreffer von Daniel Gretarsson.

Sein Kollege in der Innenverteidigung, Daniel Gretarsson, hatte mit seinem Tor in der Nachspielzeit einen Jubelrausch ausgelöst, warnte aber nach Spielende davor, jetzt abzuheben.

Zu früh für einen Blick auf die Tabelle

„Wir dürfen jetzt feiern, dann wartet aber die nächste Aufgabe gegen AGF. Wir haben den Abstand auf Vejle groß werden lassen, aber es ist viel zu früh, jetzt auf die Tabelle zu blicken. Das können wir vielleicht nach 20 Spieltagen machen. Wenn man zu früh damit anfängt, setzt sich das in deinem Kopf fest“, so Daniel Gretarsson zum „Nordschleswiger“.

Sein Trainer lässt aber Träumereien zu und spricht nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison über die Chancen seiner Mannschaft im Top-6-Rennen.

„Wir sind tüchtig genug gewesen, einen guten Abstand zu Fredericia und Vejle herzustellen, und haben jetzt einen zweigeteilten Fokus. Wir haben Respekt vor der Liga und wissen, dass Vejle inoffizieller Weltmeister in Sachen Comebacks ist, aber wir haben intern darüber gesprochen, dass Träume erlaubt sind. Wir wollen die Mannschaft sein, die einen unerwarteten Platz in der Endrunde klaut“, sagt Thomas Nørgaard.

Innenverteidiger Magnus Jensen wurde in den letzten zehn Minuten als Mittelstürmer eingesetzt und erhöhte den Druck auf Vejle.

Die Sønderjyske-Mannschaft habe seiner Ansicht nach die Leistungen erbracht, die Hoffnungen auf das Top-6-Rennen rechtfertigen.

„Die anderen Mannschaften dürfen nicht vergessen, dass wir da sind. Wir müssen uns trauen, in diese Richtung zu blicken, haben aber Respekt vor der Ausgeglichenheit der Liga“, so der Trainer, der seinen Optimismus auf die Robustheit, Solidität und defensive Abgeklärtheit seiner Mannschaft baut, aber auch offensive Fortschritte sieht.

Den Sieg gegen Vejle bezeichnete er als verdient, obwohl nicht alles rund lief.

Daniel Gretarsson wurde in der Nachspielzeit zum Matchwinner.

„Wir haben uns in Überzahl schwer getan und nicht immer die richtigen Entschlüsse gefasst. Meine Aufgabe war es einzuschätzen, wann und wie viel wir aufmachen durften, ohne gegen einen konterstarken Gegner ins offene Messer zu laufen. In den letzten zehn Minuten haben wir ausreichend gemacht, um den Sieg zu holen“, meint Thomas Nørgaard.

Daniel Gretarsson sorgte mit seinem Kopfball in der dritten Minute der Nachspielzeit für die Erlösung.

„Es hat seine Zeit gedauert, ein Team wie Vejle zu zermürben, das mit allen Spielern hinter dem Ball steht. Wir haben aber den Glauben daran nicht verloren“, so der Isländer.