Minderheiten

Europa zu Gast in Dagebüll

Europa zu Gast in Dagebüll

Europa zu Gast in Dagebüll

Der Nordschleswiger
Dagebüll
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In Nordfriesland treffen sich die Minderheiten ohne Mutterland zur Tagung. Foto: Adobe Stock Photos

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Sprache ist ein essenzieller Bestandteil zur Wahrung der Identität einer Minderheit, besonders wenn diese keinen eigenen Mutterstaat hat. Eine Tagung in Dagebüll soll zeigen, wie Tourismus helfen kann, die Sprache einer Minderheit zu erhalten. Sie kann online verfolgt werden.

Online dabei sein

Die Tagung kann in der Zeit von Donnerstag, den 18. November von 16.30 bis 19 Uhr, sowie am Freitag, dem 19. November von 9 bis 11.30 Uhr über einen Zoom-Livestream verfolgt werden. Den Link erhalten Interessierte auf Nachfrage unter press@fuen.org.

In Dagebüll in Schleswig-Holstein, dem Tor zu den nordfriesischen Inseln und Halligen, trifft sich am Donnerstag und Freitag, 18. und 19. November, die Arbeitsgemeinschaft der Minderheiten ohne Mutterstaat (Non-Kin-State) zu ihrer Jahrestagung. Dies teilt die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) mit. Laut FUEN sind die nordfriesischen Gastgeber selbst Teil der Gruppe und heißen rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen europäischen Minderheiten willkommen. Erwartet werden Angehörige der Ladiner, Roma, Sorben, der Aromunen aus Rumänien und Pomaken aus Bulgarien, zum Teil zugeschaltet über einen Online-Livestream.

Auf dem Programm der Jahrestagung stehen neben Arbeitssitzungen auch Einblicke in die nordfriesische Kultur: Ein Besuch im Hans-Momsen-Haus sowie eine Exkursion auf die Insel Föhr und in das dortige Friesen-Museum sollen den internationalen Gästen lebendige Eindrücke vermitteln.

Wie kann der Tourismus dazu beitragen, die Sprache einer Non-Kin-State-Minderheit zu erhalten? Diese Frage steht bei der Jahrestagung im Fokus.

„Wir wünschen uns einen regen Austausch von Best-Practice-Beispielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sodass am Ende jeder Ideen mit nach Hause bringen kann“, so Bahne Bahnsen, FUEN-Vizepräsident und selbst Angehöriger der friesischen Minderheit und Sprecher der AG Non-Kin-State.

Ein weiteres Thema ist die aktuelle Lage der teilnehmenden Minderheiten, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.

„Bei unseren jährlichen Treffen besuchen wir jeweils eine Minderheit, mit dem Ziel, einander kennenzulernen, einen fruchtbaren Dialog zu führen und Verbindungen zu stärken“, erklärt Bahne Bahnsen. Er ist dankbar, die Minderheiten ohne Mutterstaat in diesem Jahr in seiner Heimat Nordfriesland willkommen heißen zu dürfen und ihnen die Kultur der Festland- und Insel- bzw. Halligfriesen zu präsentieren.

Die AG Non-Kin-State agiert unter dem Dach der FUEN, die die Interessen der autochthonen nationalen Minderheiten, Nationalitäten und Sprachgemeinschaften Europas wahrnimmt. Die FUEN vertritt derzeit mehr als 100 Mitgliedsorganisationen aus 35 europäischen Ländern.

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