Nachhaltigkeit

Die Hälfte der dänischen Grundwasserbestände ist verschmutzt

Die Hälfte der dänischen Grundwasserbestände ist verschmutzt

Hälfte der dänischen Grundwasserbestände ist verschmutzt

Apenrade/Aabenraa
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Pestizidrückstände belasten das dänische Grundwasser. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

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Die Verschmutzung des dänischen Trinkwassers hat einen kritischen Punkt erreicht. Wenn auch in Zukunft für unsere Kinder sauberes Trinkwasser vorhanden sein soll, muss jetzt gehandelt werden, warnt der Verband „Danske Regioner“ in einer Pressemitteilung. Grund für den Aufschrei ist neben der Verschmutzung eine Ressourcenknappheit, die längeren klimabedingten Trockenperioden geschuldet ist.

Längere klimawandelbedingte Trocken-Perioden sorgen dafür, dass wir mehr Wasser verbrauchen müssen – etwa zum Bewässern der Felder. Und eigentlich gibt es in Dänemark – zumindest erst einmal – genügend Grundwasser, um das zu bewerkstelligen. Gäbe es da nicht das Problem, dass mehr als die Hälfte des dänischen Grundwassers verschmutzt ist. Dieses Problem ist so akut, dass der Verband „Danske Regioner“ nun Alarm schlägt.

Mehr als die Hälfte der Trinkwasserbestände in Dänemark ist heute mit Rückständen von Pestiziden und anderen Giftstoffen kontaminiert. In mehr als jedem zehnten Fall liegt die Verschmutzung über dem Grenzwert. Das geht aus einer neuen Pressemitteilung hervor, die „Danske Regioner“ an Umweltminister Magnus Heunicke (Soz.) geschickt hat. 

Zu hoher Wasserverbrauch

„Die Verschmutzung ist inzwischen so weitreichend, dass sie ein Ressourcenproblem darstellt. Immer mehr Wasserwerke sind gezwungen, das Grundwasser zu reinigen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Und einige Wasserwerke müssen ganz geschlossen werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende von „Danske Regioner“, Mads Duedahl. Ihm zufolge werde an vielen Orten mehr Wasser verbraucht, als neues Grundwasser gebildet werden kann. Nach Ansicht von Duedahl liegt dies sowohl daran, dass viel Wasser für die Industrieproduktion verwendet wird, als auch daran, dass die Klimaveränderungen längere Trockenperioden mit sich gebracht haben, was die Notwendigkeit zur Bewässerung der Felder erhöht.

Neuer umfassender Plan erforderlich

Der Verband der Regionen möchte nun die Verantwortung dafür übernehmen, einen Überblick über alle Bedrohungen für das Grundwasser zu erstellen. Gleichzeitig ist der Verband der Meinung, dass ein umfassender regionaler Plan erstellt werden sollte, wie das Grundwasser nachhaltig genutzt werden kann. Beides sollte in Zusammenarbeit mit den Kommunen und Wasserversorgern geschehen.

„Wir haben den Punkt erreicht, an dem sofort gehandelt werden muss, wenn auch für die nächsten Generationen – und für uns selbst – sauberes Grundwasser und Trinkwasser vorhanden sein soll“, so Duedahl.

Heunicke lobt den Vorschlag

Umweltminister Magnus Heunicke betrachtet es als positiv, dass „Danske Regioner“ die Verantwortung für die Umsetzung des Vorschlags übernehmen will. In einer schriftlichen Antwort auf die Bitte des Verbands der Regionen betont er außerdem, dass im Haushalt für 2024 zusätzliche 23,5 Millionen Kronen zur Sicherung der Qualität des Trinkwassers vorgesehen sind.

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