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Nur jeder vierte Praktikant bekommt einen Job angeboten

Nur jeder vierte Praktikant bekommt einen Job angeboten

Nur jeder vierte Praktikant bekommt einen Job angeboten

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Die wenigsten Praktikanten bekommen nach beendetem Praktikum einen Job angeboten, Insbesondere Supermärkte nutzen Praktikanten, was seitens von HK Handel kritisiert wird.

Ein Großteil der Praktikanten in Dänemark sagt nach beendetem Praktikum Tschüs und nicht auf Wiedersehen. Denn lediglich 24 Prozent bekommen von ihrem Praktikumsplatz einen Job angeboten. Das zeigen neue Zahlen der Behörde für Arbeitsmarkt und Rekrutierung, berichtet die Online-Zeitung Avisen.dk.

Laut Behörde haben insbesondere Supermärkte viele Praktikanten. Der Mutterkonzern von Netto, Bilka und Føtex, Dansk Supermarked, ist mit 1.698 Nebenjobber und Praktikanten Spitzenreiter unter den Supermärkten, dicht gefolgt vom Konzern Coop mit 1.441. Bei Dansk Supermarked bekamen 2016 lediglich 21 Prozent der Praktikanten einen Job. Coop hat mit 23 Prozent mehr Personen einen Job angeboten.

Billige Arbeitskraft

Die Vorsitzende der dänischen Gewerkschaft für den Einzelhandel (HK Handel), Susanne Sommerlund, wirft den Supermärkten vor, dass sie Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausnutzen.

„Man sollte eher Personen einen Praktikumsplatz dort besorgen, wo sie auch eine reale Job-Chance haben. Ansonsten sind sie lediglich eine kostenfreie Arbeitskraft“, so Sommerlund zu Avisen.dk.

Doch diesen Vorwurf weist Christian Flø, HR-Chef beim Supermarkt Bilka, zurück. „Alle unsere Praktikanten werden uns von den Kommunen zur Verfügung gestellt. Sie sollen dem Arbeitsmarkt näher kommen – doch nicht für alle soll das auch zugleich mit einem Job enden“, sagt Flø und ergänzt: „Einige nutzen auch die Praktikumszeit um zu sehen, ob sie überhaupt für den Arbeitsmarkt bereit sind. Wenn die Kommunen uns diesbezüglich um Hilfe bitten, dann packen wir mit an.“

Ein Minusgeschäft

Ihm zufolge sind Praktikanten rein finanziell betrachtet ein Minusgeschäft. „Praktikanten brauchen Arbeitsklamotten und eine zeitintensive Einarbeitung. Darüber hinaus sind sie nicht immer die effektivsten Mitarbeiter“, so Flø gegenüber Avisen.dk.

Doch Sommerlund weist darauf hin, dass einige Praktikanten immer wieder in der gleichen Branche einen Praktikumsplatz bekommen. „Praktika sind ein hervorragendes Werkzeug für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Doch wenn ein Praktikant schon mal bei Bilka war, dann muss er ja nicht auch noch bei Føtex ein Praktikum absolvieren, weil er dann schon weiß, was man in einem Supermarkt macht“, so Sommerlund.

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