Ernährung

Regierung will ein Klimasiegel für Lebensmittel

Regierung will ein Klimasiegel für Lebensmittel

Regierung will ein Klimasiegel für Lebensmittel

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Ein freiwilliges Siegel soll es Verbrauchern ermöglichen, eine klimafreundliche Wahl beim Kauf von Lebensmitteln zu treffen. Foto: Henrik Pyndt Sørensen/Ritzau Scanpix

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Die EU will ein Klimasiegel für Lebensmittel, Dänemark auch, aber schneller.

Noch vor Ende 2022 soll eine Arbeitsgruppe unter Lebensmittelminister Rasmus Prehn (Soz.) einen Vorschlag erarbeiten, wie ein staatliches Klimasiegel für Nahrungsmittel aussehen kann. Dies berichtet die Zeitung „Politiken“. Das Siegel solle auf freiwilliger Basis vergeben werden, schreibt die Zeitung.

Vermutlich werde Dänemark das erste Land der Welt sein, das ein staatlich kontrolliertes Klimasiegel einführen werde, so Rasmus Prehn. Seinen Worten nach soll das Siegel Verbrauchern die Möglichkeit geben, beim Kauf zu prüfen, welchen CO2 Ausstoß das Lebensmittel der Wahl verursacht. Der Minister spricht von einem Riesenschritt für Verbraucherinnen und Verbraucher, die beim Einkauf eine nachhaltige Wahl treffen möchten.

Die Arbeitsgruppe, die das Siegel schaffen soll, setzt sich aus Unternehmen, wie etwa die Salling Group oder Coop, dem Verbraucherschutzrat, dem Branchenverband Landbrug & Fødevarer sowie Gewerbeverbänden zusammen.

Die gruppe soll klären, wie der Klimaabdruck von Lebensmitteln berechnet werden kann, welche Details das Siegel beeinflussen und wie es aussehen soll.

Der Minister führt an, dass Verbraucher ihren Klimaabdruck beim Kauf von Lebensmitteln zwischen 31 und 45 Prozent reduzieren könnten. Das sei schon eine Zahl, meint Prehn.

„Einfach und leicht zu verstehen"

Der Branchenverband Dansk Erhverv findet das Klimasiegel gut, es sei eine lang erwartete, gute Initiative, so Dansk Erhverv. Der Verband schlägt vor, ein solches Siegel auf eine öffentlich zugängliche Datensammlung zu gründen, in der offizielle Klimadaten von Lebensmitteln aufgelistet sind. Dansk Ervherv fordert zudem, dass das Siegel allein Treibhausgas-Parameter berücksichtigt und keine weiteren Umweltdaten. Das Siegel müsse einfach und leicht zu verstehen sein, so der Verband.

Laut Politiken will die EU auch ein Klimasiegel, Prehn will aber nicht bis 2024 warten und möchte Dänemark zum Vorreiter machen – von dem sich die EU inspirieren lässt.

Der Verbraucherschutzrat gibt zu bedenken, dass ein dänisches Klimasiegel die Verbraucherinnen und Verbraucher beraten und nicht der Vermarktung dienen solle, indem vergleichbaren Produkten, wie etwa Rindfleisch, je nach Produktionsart ein kleiner Vorteil eingeräumt wird.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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