Umwelt

Abwasser: Protest fördert Ungeklärtes zu Tage

Abwasser: Protest fördert Ungeklärtes zu Tage

Abwasser: Protest fördert Ungeklärtes zu Tage

Kopenhagen
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Der Versorger Hofor hat im Zuge von Baumaßnahmen die Genehmigung der Kommune Kopenhagen erhalten, ungeklärtes Abwasser in den Öresund zu leiten. Nach Protesten hat Hofor das Ableiten auf Oktober verschoben. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Im Zuge von Bauarbeiten erteilten die Kommunen Kopenhagen und Gentofte die Erlaubnis, dass 290 Millionen Liter Abwasser ungeklärt in den Öresund gelangen dürfen – recht wenig im Vergleich zu dem, was bis 2018 ins Meer gelangte, wie der Sender TV 2 Lorry herausfand.

Nachdem auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg die Stadt Kopenhagen im Zuge einer Debatte für den Plan kritisierte, wegen Bauarbeiten Abwasser ungereinigt in den Öresund zu leiten, ist das Thema vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Der Sender TV 2 Lorry hatte berichtet, dass die Kommunen Gentofte und Kopenhagen den beiden Abwassergesellschaften Hofor und Novafoss die Erlaubnis erteilt hatten, 290 Millionen Liter Abwasser ungeklärt in den Öresund zu leiten.

MIlliarden Liter in den Jahren 2014 bis 2018

Doch wie der Sender nach Akteneinsicht herausfand, sind in den Jahren 2014 bis 2018 bereits mehr als 35 Milliarden Liter Dreckwasser aus Kopenhagen und umliegenden Kommunen unaufbereitet ins Meer geleitet worden.

Desweiteren berichtet der Sender, dass auch die Kommune Gentofte – ebenfalls in den Jahren 2014 bis 2018 – 10 Milliarden Liter ungereinigtes Abwasser ins Meer geleitet hat – 300 Meter seewärts von Bellevue Strand, was dort bei den Badegästen dem Sender zufolge für Erschrecken und Unverständnis sorgte.

Dem Sender TV 2 Lorry sagte der Meeresbiologe Professor Mathias Middelboe, die Menge an Nährstoffen, die durch die ungereinigten 10 Milliarden Liter Abwasser der Kommune Gentofte in den Öresund gelangten, seien im Vergleich zum gesamten Nährstoffeintrag gering. Es seien nur ein paar Prozent extra. Doch habe er selbst auch Bedenken, dort schwimmen zu gehen. In unmittelbarer Strandnähe könne die Wasserqualität leiden, er würde es sich zweimal überlegen, dort hineinzuspringen, so Middelboe zum Sender.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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