Arbeitsmarkt

„Echte“ Arbeitslosigkeit in Dänemark auf dem Rückzug

„Echte“ Arbeitslosigkeit in Dänemark auf dem Rückzug

„Echte“ Arbeitslosigkeit in Dänemark auf dem Rückzug

Kopenhagen
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Troels Lund Poulsen
Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen blickt derzeit lieber auf das Renteneintrittsalter als auf die Jugend. Foto: Scanpix

Danmarks Statistik meldet Trendwende bei der Berücksichtigung des gesamten Potenzials – die Jugendarbeitslosigkeit bleibt jedoch ein Problem.

Danmarks Statistik meldet Trendwende bei der Berücksichtigung des gesamten Potenzials – die Jugendarbeitslosigkeit bleibt jedoch ein Problem.

Monat für Monat veröffentlicht Danmarks Statistik Arbeitslosenzahlen. Zuletzt wurden im März dieses Jahres 116.300 Männer und Frauen als Personen ohne Arbeit erfasst, was eine Bruttoarbeitslosigkeit von 4,3 Prozent ergibt. Doch bei den Angaben zur Bruttoarbeitslosigkeit wird stets darauf verwiesen, dass dabei längst nicht das gesamte Potenzial der Menschen erfasst wird, die ihre Arbeitskraft im Alter zwischen 15 und 74 beruflich nutzen könnten.

Um vor diesem Hintergrund die „echte“ Arbeitslosigkeit zu erfassen, führen die Statistiker laufend Interview-Untersuchungen durch. Während der vergangenen Monate hatte sich stets gezeigt, dass zwar die offizielle Zahl der Arbeitslosen langsam aber stetig gesunken ist, es aber ein Plus bei der tatsächlichen Arbeitslosigkeit gegeben hat, die statistisch als „AKU-ledighed“ angegeben wird.

Die neueste Statistik zur „echten“ AKU-Arbeitslosigkeit weist auf einen erfreulichen Trend hin. In den ersten drei Monaten dieses Jahres ist sie deutlich um 8.000 Personen gegenüber dem vierten Quartal 2016 zurückgegangen.

6,3 Prozent anstatt der ofiziellen 4,3 Prozent Arbeitslosigkeit

Mit 183.000 AKU-Arbeitslosen liegt die tatsächliche Arbeitslosenquote in Dänemark mit 6,3 Prozent allerdings weiter deutlich über dem Wert der offiziellen Quote von 4,3 Prozent Bruttoarbeitslosigkeit.

2016 war die AKU-Arbeitslosigkeit nach Angaben von Danmarks Statistik, die ihre Daten von den Arbeitsmarktregionen und Kommunen bekommt, gestiegen, weil sehr viele Männer und Frauen, die Integrationsleistungen bezogen, noch nicht den Status „Jobparat“ bekommen hatten. Dort hat es einen Trendwechsel gegeben – was im März ein leichtes Plus bei der Bruttoarbeitslosigkeit ergeben hatte. Vor allem sind jedoch mehr Männer und Frauen durch Schaffung neuer Arbeitsplätze aus beiden Arbeitslosenstatistiken verschwunden.

Auffallend ist in der AKU-Statistik, dass in der Altersgruppe 15 bis 24 Jahre die Arbeitslosigkeit mit 12 Prozent am höchsten ist, vor der Gruppe 25 bis 24 Jahre mit 9,3 Prozent. Am niedrigsten ist sie in der Gruppe 45 bis 54 Jahre und 55 bis 64 Jahre mit 4,1 bzw. 4,4 Prozent.

Während aktuell über Anhebung der Ruhestandsgrenzen diskutiert wird, scheint das nicht aktive Arbeitskraftpotenzial in der jüngeren Generation keine Rolle zu spielen.

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