Coronavirus

Grenzhandel: Dänen müssen Masken tragen

Grenzhandel: Dänen müssen Masken tragen

Grenzhandel: Dänen müssen Masken tragen

Kerrin Jens/Helge Möller
Apenrade/Flensburg
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Grenzhandel
In Flensburg heißt es: Beim Handel Bewusstsein schaffen, dass Kunden kommen, die die Maskenpflicht nicht kennen und Vorsorge treffen. Foto: Karin Riggelsen

In Schleswig-Holstein gilt bislang Maskenpflicht beim Einkauf, in Dänemark nicht. Das könnte ab dem 15. Juni, wenn Dänen wieder nach Deutschland reisen dürfen, ein Problem werden. Der Handel im deutschen Grenzland bereitet sich vor.

Dänemark lockert die Ein- und Ausreisebestimmungen. Ab dem 15. Juni dürfen Dänen nach Deutschland fahren, wenn sie die Großstädte meiden. Auch Schleswig-Holstein lockert seine Corona-Regeln, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Einkauf bleibt weiterhin obligatorisch. Darauf weist die schleswig-holsteinische Staatskanzlei auf ihrer Homepage hin. In Dänemark ist das Tragen eines Mundschutzes beim Einkauf nicht vorgeschrieben und auch nicht üblich.

Somit ist die Handhabung der Corona-Krise nördlich und südlich der Grenze unterschiedlich. Was passiert, wenn Mitte Juni dänische Staatsbürger die Grenze queren, um einzukaufen, aber keinen Mundschutz dabeihaben, der in Schleswig-Holstein notwendig ist?

Die Stadt Flensburg weiß um diesen Umstand. „Wir freuen uns darauf, dass die Grenze wieder durchlässiger wird und wir dänische Gäste begrüßen können“, so Pressesprecher Clemens Teschendorf. Gleichzeitig sei es wichtig, das erfreulich niedrige Infektionsgeschehen in Flensburg auf diesem Niveau zu halten. Daher seien die Maskenpflicht und das Gebot des Abstandhaltens sehr wichtig.

Flensburg: Sensibilisierung der Geschäftswelt

Nach den Worten von Clemens Teschendorf hat die Stadt Gespräche mit den Akteuren der Wirtschaft begonnen, um nach Lösungen zu suchen, damit Flensburg seine dänischen Gäste empfangen kann, ohne Abstriche bei der Corona-Vorbeugung zu machen. Es gehe darum, Bewusstsein in den Geschäften zu entwickeln, dass es Kunden geben wird, die die Maskenpflicht nicht kennen, so Teschendorf, und eine Lösung der Frage zu finden: „Was machen wir mit den Dänen ohne Maske?“

Aufklärungskampagne in Dänemark

Gorm Casper, Geschäftsführer der Tourismus Agentur Flensburger Förde, erwartet in Flensburg schon eine sehr große Zahl dänischer Gäste ab dem 15. Juni, aber nicht unbedingt einen regelrechten Ansturm. „Da in Dänemark keine Maskenpflicht herrscht, werden wir dort mit einer breiten Social-Media-Kampagne über die hiesige Pflicht aufklären, einen Mund-Nasen-Schutz beim Betreten von Geschäften und Restaurants zu tragen“, so Casper.

Die Flensburger Touristiker werden seinen Worten nach Infoblätter mit den Hygiene- und Abstandshinweisen auch auf Dänisch für Aushänge drucken sowie für alle interessierten Akteure in Gastronomie und Einzelhandel zum Download anbieten. Letztere werden parallel über die Stadt beziehungsweise über die Interessengemeinschaften informiert, unbedingt Masken für die dänischen Kunden bereitzuhalten, damit kein Kunde abgewiesen werden muss.

„Wir erwarten, dass wir weder überrannt werden, noch dass Dänen ohne Masken die Geschäfte stürmen. Sowohl die dänischen Einkaufstouristen als auch die deutschen Händler und Gastronomen werden einfach unendlich froh sein, sich endlich wiederzuhaben – und entsprechend wertschätzend miteinander umgehen“, so Gorm Casper.

Reaktion des Grenzhandels

Auch der Grenzhandel bereitet sich vor und stellt Mund-Nasen-Abdeckungen bereit. „Ich hoffe, dass unsere dänischen Kunden bald wieder zu uns kommen“, erzählt Jörg Barth, Centermanager des Citti Parks in Flensburg. Es seien schon entsprechende Vorkehrungen getroffen worden, um ein reibungsloses Einkaufen entsprechend der deutschen Corona-Richtlinien gewährleisten zu können. „Wir stellen kostenfreie Masken zur Verfügung, und wir haben Schilder mit Abstandsregeln auf Dänisch anfertigen lassen“, so Barth.

Auch Sven Johannsen, Marktleiter des Skandinavien Parks, freut sich darauf, dass bald die dänischen Kunden wieder zu Besuch kommen. Er glaubt allerdings nicht, dass sofort alle Dänen am 15. Juni ins Auto steigen und über die Grenze zum Einkaufen fahren. „Ich denke, dass die dänische Kundschaft nach und nach zurückkehren wird“, so Johannsen.

Unter anderem auf seiner Facebookseite will der Skandinavien Park die Dänen auf die in Deutschland anhaltende Maskenpflicht hinweisen. „Für Dänen, die keine eigene Maske mitbringen, stellen wir Einwegmasken aus Pappe für 20 Cent am Eingang bereit“, erklärt Johannsen.

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