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Der große Weihnachts-Mythos: Schnee gibt es fast nie

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Weiße Weihnachten sind seltener, als man vermuten könnte.

Weiße Weihnachten gelten als Klassiker, sind jedoch selten Realität. Seit 1900 gab es in Dänemark nur neun landesweit weiße Weihnachten. Diese Statistik widerspricht damit einer weit verbreiteten Vorstellung.

Seit dem Jahr 1900 hat es in Dänemark lediglich neunmal landesweit weiße Weihnachten gegeben. Im Durchschnitt liegen laut dem Dänischen Meteorologischen Institut (DMI) 14 Jahre zwischen solchen Ereignissen. Zuletzt war das im Jahr 2010 der Fall.

Oft hält sich die Vorstellung, dass Schnee an Weihnachten früher in Dänemark die Regel gewesen sei. Ein Blick in die Wetterarchive zeigt jedoch ein differenzierteres Bild.

90 Prozent muss weiß sein

Nach Angaben des DMI gilt eine weiße Weihnacht als landesweit, wenn am 24. Dezember um 16 Uhr mindestens 90 Prozent des Landes von wenigstens einem halben Zentimeter Schnee bedeckt sind.

Statistisch gesehen liegt die Wahrscheinlichkeit für landesweite weiße Weihnachten damit bei lediglich sieben Prozent.

Schlechte Aussichten für dieses Jahr

Auch in diesem Jahr sind die Aussichten gering. Das erklärt der DMI-Meteorologe Jens Lindskjold auf Grundlage der aktuellen Wetterprognosen.

Größer sind hingegen die Chancen auf eine lokale weiße Weihnacht, bei der zumindest Teile des Landes am Heiligabend schneebedeckt sind. In den Tagen vor Weihnachten könne sich das Wettermuster noch ändern, so Lindskjold. Drehe der Wind auf Ost, werde kalte Luft aus Russland und Sibirien herangeführt – die Wahrscheinlichkeit für winterliches Wetter steige dann deutlich.

Der Norden und Osten können hoffen

Die größten Chancen auf Schnee bestehen demnach in Ost- und Nordjütland sowie auf Bornholm. Grund dafür ist, dass Schneeschauer häufig an Intensität verlieren, je weiter sie ins Landesinnere vordringen.

„Bei kaltem Ostwind entstehen Schauer über dem offenen Meer – vor allem über dem Kattegat und der Ostsee“, erläutert Lindskjold.

Ob sich bis Weihnachten eine dauerhafte Schneedecke bildet, hängt laut dem Meteorologen unter anderem davon ab, ob die Temperaturen rechtzeitig tief genug sinken, sodass Niederschläge als Schnee fallen. Die Prognosen könnten sich jedoch noch ändern.

Mit dem Zollstock in der Hand

Neben 2010 gab es seit der Jahrtausendwende nur einmal landesweit weiße Weihnachten – im Jahr 2009.

Die Schneedaten des DMI basieren unter anderem auf Messungen autorisierter Schneebeobachter, die die Schneehöhe manuell mit einem Zollstock erfassen.

Vor dem Jahr 2000 wurden landesweite weiße Weihnachten in den Jahren 1995, 1981, 1969, 1956, 1938, 1923 und 1915 registriert.