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Exkursion in uralte Wildnis: Drawitter Wald und Königsmoor im Fokus

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Im Drawitter Wald entfaltet sich an verschiedenen Stellen eine urige Stimmung.

Die Feldweggruppe lädt zu einer besonderen Wanderung durch die unberührte Natur in der Nähe von Lügumkloster ein. Dabei geht es auch um die Zukunft des Gebiets als Naturnationalpark.

Zu einer Exkursion durch den Drawitter Wald lädt die Feldweggruppe des Vereins „By og Land Vestslesvigs“ am Mittwoch, 20. August, 19 Uhr, ein. Der Drawitter Wald südlich von Lügumkloster (Løgumkloster) ist nicht zufällig gewählt worden.

Die Feldweggruppe richtet in diesem Jahr den Fokus auf einige Stellen in der Kommune Tondern, die Anlass zur Debatte geben. Los geht es mit den Plänen für einen Naturnationalpark im Drawitter Wald einschließlich des 250 Hektar großen Königsmoors (Kongens Mose).

Die Zukunft als Naturnationalpark im Blick

Mit Naturverwalter Martin Brink von der Naturbehörde Wattenmeer wird eine zentrale Person der Vorbereitungen für den Naturnationalpark die Teilnehmenden durch den Wald führen. Er informiert auf der Tour im westlichen Teil des Waldes über die Pläne, die verschiedenen Auffassungen und Bedürfnisse. Dabei widmet er sich auch den Perspektiven, die sich beim Vermitteln der großen Naturwerte im Wald und im Moor auftun.

„Der Drawitter Wald liegt dort schon seit 5.000 bis 7.000 Jahren. Der Boden ist seither nahezu nicht gepflügt oder durch andere menschliche Eingriffe beeinträchtigt worden. Daher zählt der Drawitter Wald zu den am besten erhaltenen Beispielen ursprünglichen Urwaldes“, teilt Elsemarie Dam-Jensen von der Feldweggruppe in einer Pressemeldung mit.

Dass der Wald nicht abgeholzt und kultiviert wurde, liege daran, dass er von Heideland und Mooren umgeben ist. Der Boden war zu feucht zum Bearbeiten, und zudem war es schwer, Holz aus dem Wald zu transportieren.

Bewirtschaftung vor 25 Jahren eingestellt

Die 1994 beschlossene Naturwaldstrategie führte dazu, dass der Wald seit dem Jahr 2000 nicht mehr bewirtschaftet wird. Damit hat sich der Drawitter Wald landesweit zum größten zusammenhängenden unberührten Wald entwickelt.

Das Königsmoor ist eines der wenigen Hochmoore in Dänemark. Ende des 18. Jahrhunderts verpachtete der König das Moor zum Torfstechen. In den 1900er-Jahren wurde der Torfabbau industrialisiert.

Ab 1955 begann unter der Regie von „Pindstrup Mosebrug“ die Entwässerung und die Kultivierung von großen Teilen des Moores. „Heute steht das Feuchtgebiet unter Naturschutz, und die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und die Entwässerung sind eingestellt“, so Elsemarie Dam-Jensen.

Die Bedeutung der alten Wege

Im Drawitter Wald gibt es auch kleine feuchte Oasen.

Die Feldwegwanderungen werden durchgeführt, um auf die Bedeutung der alten Wege und Landschaften sowie den Wert ihres Erhalts aufmerksam zu machen. Die Touren, die mit kultur- und naturhistorischen Erzählungen gewürzt werden, finden oft fernab bekannter Wanderwege statt.

Die Strecke ist etwa 3 Kilometer lang. Treffpunkt ist der Parkplatz im Drawitter Wald. Nach der Runde im Wald geht es in den Autos zum Vogelturm am Teltkrovej, um einen Blick über das Moor zu erhaschen. Kontaktperson ist Elsemarie Dam-Jensen, Tel. 5121 3968. Die Wandersleute sollten an praktisches Schuhzeug denken. Die Teilnahme ist für Vereinsmitglieder kostenlos. Nichtmitglieder zahlen 20 Kronen.

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