Handball

Sønderjyske HH muss finanziell weiter zulegen

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Kim Poulsen ist seit Mai 2023 Direktor bei den Sønderjyske-Handballern.

Sønderjysk Elitesport ist bald Vergangenheit. Sønderjyske Herrehåndbold gehörte jahrelang dazu, steht aber seit acht Monaten auf eigenen Beinen und nimmt auf der neuen Reise immer mehr Fahrt auf. Nach zwei Haushaltsjahren mit blutroten Zahlen spricht Direktor Kim Poulsen von einem gewaltigen Zuwachs an Sponsoren.

Die Trikots sind weiterhin hellblau, das Logo enthält weiterhin die schleswigschen Löwen und den Namen Sønderjyske. Die besten Handballer Nordschleswigs stehen aber seit dem 1. Juli 2024 auf eigenen Beinen.

„Sønderjysk Elitesport war ein guter Gedanke und hatte 20 Jahre lang seine Berechtigung. Ich habe den größten Respekt davor, was vor 20 Jahren entstanden ist und wie der Landesteil gebrandet wurde. Damals war der Sport noch Vereinssport, so ist es nicht mehr. Jetzt ist es zu 100 Prozent ein Geschäft. Und das wird weiter zunehmen, viel mehr als man denkt. Und diese Reise müssen wir mitmachen“, sagt Kim Poulsen, Direktor von Sønderjyske Herrehåndbold, zum „Nordschleswiger“.

Lokale Verankerung wichtig

Der 66-Jährige ist seit Mai 2023 im Amt und sieht den Handballligisten im ersten Jahr der Selbstständigkeit auf einem guten Weg. Das muss aber auch so sein, denn zuletzt wurde zweimal in Folge ein Haushaltsjahr mit einem Minus von sechs Millionen Kronen abgeschlossen.

„Die Ergebnisse waren nicht zufriedenstellend. Wir haben uns zusammengesetzt und erörtert, wie wir ein gesundes Unternehmen schaffen. Für uns gab es zwei Hauptelemente. Erstens war uns die lokale Verankerung wichtig, eine eigene Organisation notwendig, um ein zufriedenstellendes Produkt zu schaffen. Das passte finanziell nicht, wenn wir gleichzeitig hohe Gemeinschaftsausgaben an Sønderjysk Elitesport zahlen mussten. Zweitens war es wichtig, eine balanciertere Absprache mit ,Skansen' zu bekommen, und das ist uns auch gelungen“, so Kim Poulsen.

Seit dem 1. Juli gibt es keine Gemeinschaftsausgaben mehr. Schwarze Zahlen sind aber auch im laufenden Haushaltsjahr nicht zu erwarten.

Begeisterung im „Skansen“ beim Unentschieden gegen den Tabellenzweiten GOG.

„Wer glaubt, dass man einfach von minus sechs Millionen Kronen im Jahr danach auf null gehen kann … so läuft es leider nicht. Wir werden aber ganz klar ein wesentlich besseres Ergebnis erzielen. Ich finde es fair, das über eine dreijährige Periode zu beurteilen. Das Ziel ist es, ein gesundes Unternehmen zu schaffen, wo Einnahmen und Ausgaben sich die Waage halten. Wir hätten beispielsweise eine Verpflichtung von Frederik Tilsted nicht bewerkstelligen können, wenn die Zahlen nicht zeigen würden, dass wir das lösen können“, sagt der Direktor von Sønderjyske HH.

Der Zuwachs an Sponsoren ist groß. Mehr als 40 Sponsoren sind neu hinzugekommen, die neu gebaute Lounge platzt aus allen Nähten und ist meistens mit 250 Sponsoren ausgebucht.

Zuwachs an Sponsoren gewaltig

„Wir haben vor acht Monaten eine neue Reise begonnen, eine wilde Reise. Es hat sich gezeigt, dass die lokale Verankerung für sehr viele Menschen von großer Bedeutung ist. Es ist uns gelungen, viele kleine und mittelgroße Sponsoren an Bord zu bekommen, und das bedeutet, dass die großen Sponsoren auch gewillt sind, sich noch stärker zu engagieren. Der Zuwachs ist gewaltig“, erzählt Kim Poulsen.

Sønderjyske HH sieht sich als sportlicher Leuchtturm der Stadt und auch als eine der Komponenten, um den dynamischen Wachstum von Sonderburg weiter voranzutreiben.

„GOTO Sønderborg untersucht, was erforderlich ist, um die Einwohnerzahl von Sonderburg auf knapp 80.000 zu erhöhen. Da sind wir Teil des Pakets. Neue Bürgerinnen und Bürger wollen gute Arbeitsplätze, gute Eigenheime, gute Institutionen für ihre Kinder, aber auch gute Angebote, was Kultur, Sport und Freizeit betrifft. Hier spielen wir eine wichtige Rolle“, meint Kim Poulsen und zieht die erstmalige Teilnahme am Pokal-Final-Four im Februar als Beispiel heran.

„Der Einzug ins Final Four hat uns einen enormen Schub gegeben und hat Begeisterung, Freude und Stolz ausgelöst. Mehr als 1.000 Sønderjyske-Fans in hellblau gekleidet im ,Boxen' in Herning zu sehen und gleichzeitig eine Mannschaft, die seit einiger Zeit auf Endrunden-Kurs gewesen ist, haben den Glauben gestärkt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“, so der Direktor.

Die Sønderjyske-Handballer absolvieren am Sonnabend in Skjern ein Schlüsselspiel im Kampf um den Endrunden-Einzug.

Der Weg nach oben wird nicht einfacher. Die dänische Liga wird immer stärker, die Konkurrenz investiert massiv.

Mehr Geld in die Mannschaft stecken

„TV2“ hat in der vergangenen Saison die Hellblauen mit Personalausgaben in Höhe von zehn Millionen Kronen auf Platz sieben der dänischen Liga eingestuft, hinter Aalborg (32,4 Millionen Kronen), TTH Holstebro (16,2), GOG (15,9), Skjern (14,9), Bjerringbro-Silkeborg (13,6) und Fredericia (13,4), aber vor Ribe-Esbjerg (9,9), KIF Kolding (9,5), Skanderborg AGF (9,2), Mors-Thy (8,7), Ringsted (6,2), Nordsjælland (4,6) und Lemvig-Thyborøn (4,5).

„Als wir die Reise begonnen haben, war es nicht der Zeitpunkt, das Spielerbudget weiter anzuheben, aber wir haben vor, schrittweise mehr Geld zu investieren. Wenn man bei Status quo bleibt, dann wird man langsam abgehängt. Ob man es mag oder nicht, die Top 5 wird nicht durch die Mannschaften ausgemacht, die am besten trainieren, sondern durch die Finanzkraft entschieden. Die anderen Mannschaften legen ständig zu. Unsere finanziellen Muskeln müssen auch größer werden, und das darf gerne schnell passieren“, meint Kim Poulsen.