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Sønderjysk Elitesport: Trennung – aber dennoch gemeinsame Zukunft

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Claus Guldager ist von einer guten Zukunft für die vier hellblauen Liga-Mannschaften überzeugt.

Vorstandsvorsitzender Claus Guldager betrachtet Sønderjysk Elitesport als Bilderbuchgeschichte und sieht trotz der bevorstehenden Auflösung einen gemeinsamen Weg. Die Einkaufsgemeinschaft Susam wird der Leim sein, der die verschiedenen Sportarten auch künftig zusammenhält.

Fast zwei Jahrzehnte lang war in Sachen Spitzensport in Nordschleswig fast alles unter einem Hut, doch langsam ist das Fundament von Sønderjysk Elitesport zerbröckelt. Die vier Liga-Teams werden künftig organisatorisch getrennte, aber dennoch viele gemeinsame Wege gehen. So sieht es der Vorstandsvorsitzende von Sønderjysk Elitesport.

„Es ist viel darüber gesprochen und geschrieben worden, dass alles auseinandergefallen ist, aber so sehe ich es nicht. Die Eigentümerverhältnisse werden anders sein, aber irgendwie sind wir wieder zusammengerückt. Darüber bin ich glücklich, denn es ist ein harter Kampf gewesen“, sagt Claus Guldager zum „Nordschleswiger“.

Sønderjysk Elitesport wird irgendwann aufgelöst

Ein Kreis von einflussreichen nordschleswigschen Geschäftsleuten hat 2007 die Stiftung mit dem Namen „Fonden til fremme af Elitesport og Kultur i Sønderjylland“ gegründet und ist seitdem Eigentümer von Sønderjyske Elitesport, das am 1. Januar 2004 ins Leben gerufen wurde, das es aber nicht mehr lange geben wird.

„Die immateriellen Vermögenswerte, das Logo, das SønderjyskE-Brand und die Farben liegen weiter bei Elitesport, aber es gibt keinen Grund, künftig eine Stiftung, eine Holdinggesellschaft und Frauenhandball-Gesellschaft zu haben. Ich denke, dass wir irgendwann Sønderjysk Elitesport auflösen. Nicht morgen, auch nicht übermorgen, aber es gibt keinen Grund, dass wir es behalten. Und es sieht danach aus, als können wir es auflösen, ohne dass jemand einen Verlust erleidet und ohne Konkurs. Grundsätzlich ist es in meinen Augen eine Bilderbuchgeschichte, dass man 20 Jahre dazu benutzt hat, um SønderjyskE auf der Landkarte zu platzieren, und jetzt fließt alles weiter in jeweils dem eigenen Set-up“, meint Claus Guldager.

Der Leim, der die verschiedenen Sportarten auch künftig zusammenhalten wird, ist die Einkaufsgemeinschaft Susam (Sønderjysk Udviklingssamarbejde), die Anfang des Jahres an sechs Investoren verkauft wurde, um Kapital in die leere Kasse von Sønderjysk Elitesport zu spülen. Susam hat in erster Linie in den Bereichen Fracht, Logistik und Schifffahrt große Gewinne gemacht und wird auch künftig den Spitzensport in Nordschleswig unterstützen.

Susam weiter ein Aktivposten für den Sport

„Mit dem neuen Investorenkreis, nicht zuletzt mit ITD (die in Pattburg beheimatete Logistik-Branchenorganisation International Transport Danmark, d. Red.), hat Susam großes Potenzial und somit auch großes Potenzial nicht nur für die Handballerinnen, sondern auch für die Eishockeyspieler, Fußballer und Handballer. Ich kann bereits jetzt sagen, dass wir uns in einem guten Dialog befinden. Susam wird auch künftig ein Aktivposten für das, was wir in der Vergangenheit bei Sønderjyske Elitesport die ,Schwestern' nannten“, versichert der Vorstandsvorsitzende.

Die Schwestern sind jetzt aber von zu Hause ausgezogen. Die Fußballer machten 2020 den Anfang, 2024 folgten die Handballer und Anfang 2025 die Eishockeyspieler.

„Die Umstände haben uns letztlich gezwungen, den Fußball zu verkaufen“, erklärt Guldager mit Blick die nötige Kapitalzufuhr im Jahr 2020 durch den US-Amerikaner Robert Platek: „Die Handballer hatten einen Selbstständigkeitswunsch. Man war der Ansicht, dass man den Männerbereich eigenverantwortlich besser betreiben konnte, und auch andere große Interessenten haben auf eine Trennung gedrängt. So kam es schließlich zum Verkauf. Es ist zudem kein Geheimnis, dass das Eigenkapital im Eishockey durch ein großes Minus und durch die vielbeschriebenen Periodisierungsprinzipien (Aufteilung der Gelder im Haushalt, d. Red.) negativ wurde. Die Frage stellte sich, wie wir das Eishockey retten?“

Pflaster ab!

Seitens Sønderjysk Elitesport war kein Geld da, um SønderjyskE Ishockey zu retten.

„Vier Investoren haben Verantwortung übernommen und das nötige Geld reingesteckt. Man kann durchaus sagen, dass wir das Eishockey aus Not verkauft haben, denken aber, dass es künftig auch das richtige Geschäftsmodell ist“, meint Guldager und weist darauf hin, dass in der Vergangenheit Verträge abgeschlossen oder Ausgaben getätigt worden sind, ohne sicher zu sein, dass auch Geld dafür in der Kasse ist.

„Das hätten wir besser im Griff haben müssen“, sagt der Vorstandsvorsitzende, der mit ansehen musste, wie es in allen Abteilungen, nicht zuletzt wegen der Periodisierungsprinzipien, ein mächtiges Minus gab.

„Wir haben im Vorstand beschlossen, das Pflaster einfach abzureißen und die Herausforderungen ins Auge zu fassen, damit die neuen Leute in der Verantwortung die richtige Grundlage und nicht ein anderes Bild von der Realität haben. Nicht, dass wir ein falsches Bild abgegeben haben, wir wollten es jetzt aber richtig machen“, so Guldager.

Löcher sind gestopft worden

Es sind bei Sønderjysk Elitesport mittlerweile nur noch die Handballerinnen übrig, und hier scheint ein wirtschaftlich tragbares Fundament für die Zukunft gefunden zu sein.

„Die Löcher, die gestopft werden mussten, sind im Großen und Ganzen gestopft worden. Und wenn es noch kleine Löcher geben sollte, wird dies nachgeholt. Das heißt aber nicht, dass man sich jetzt zurücklehnen kann. Der Bedarf für Unterstützung ist weiter da, mehr denn je notwendig“, meint der Vorstandsvorsitzende von Sønderjysk Elitesport.