Eishockey

Blutrote Zahlen bei SønderjyskE: Kapitalzufuhr sichert die Existenz des Eishockeymeisters

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Betretene Mienen beim Pokal-Aus – und jetzt auch beim größten Defizit der Vereinsgeschichte.

SønderjyskE Ishockey hat das größte Defizit der Vereinsgeschichte erwirtschaftet. Eine Kapitalzufuhr in Millionenhöhe sichert, dass auch künftig Spitzeneishockey in Woyens gespielt werden kann.

SønderjyskE Ishockey hat im Haushaltsjahr 2023/24 ein Minus von 2,575 Millionen Kronen nach Steuern erwirtschaftet. Die Existenz ist durch das schlechteste Ergebnis der Vereinsgeschichte allerdings nicht bedroht, versichern Vorstandsvorsitzender und Direktor.

„Wir haben die Zusagen von einer lokalen Investorengruppe und werden eine Kapitalzufuhr bekommen, damit wir die Lizenzforderungen erfüllen können. Das Eigenkapital wird wieder hergestellt, und wir haben die nötige Liquidität“, sagt Klaus Rasmussen, Direktor von SønderjyskE Ishockey, zum „Nordschleswiger“.

Die Höhe der Kapitalzufuhr will er nicht kommentieren. Es ist aber mit Sicherheit von einer nicht unbedeutenden, einstelligen Millionensumme die Rede.

In keiner Weise zufriedenstellend

„Es ist in keiner Weise ein zufriedenstellendes Resultat“, so Kjeld Breum Søberg, Vorstandsvorsitzender von SønderjyskE Ishockey, in einer Pressemitteilung: „Seitdem feststeht, dass wir etwa durch eine geänderte Buchhaltungspraxis ein negatives Eigenkapital bekommen, arbeiten wir an einer Rekapitalisierung von SønderjyskE Ishockey A/S. Wir legen derzeit letzte Hand an an eine Kapitalzufuhr von einer lokalen Investorengruppe, um zu sichern, dass auch langfristig Spitzeneishockey in Sønderjylland gespielt wird.“

Kurz vor Weihnachten hatte es noch nach einem Minus von einer Million Kronen ausgesehen, doch die Summe ist durch die vom Wirtschaftsprüfer angeprangerten Periodisierungsprinzipien drastisch angewachsen.

Die Einnahmen werden bei diesen Periodisierungsprinzipien auf mehrere Haushaltsjahre verteilt, und die Probleme bei höheren Ausgaben vor sich hergeschoben.

Klaus Rasmussen hat das schlechteste Ergebnis der Vereinsgeschichte vorgelegt, glaubt aber dennoch auf eine gute Zukunft für SønderjyskE Ishockey.

„Nein, es hat nichts damit zu tun, dass Haushaltsberichte geschminkt werden. Wir wenden dieses Modell seit sieben Jahren an. Ein Modell, das die Wirtschaftsprüfer gutgeheißen haben und das richtig viele Sportunternehmen anwenden“, so Klaus Rasmussen.

Kein Schneeball-Effekt mehr

Die Abschaffung der Periodisierungsprinzipien sorgt für rund die Hälfte des Defizites.

„Das tut jetzt weh, aber wir lösen das. Es ist jetzt aufgeräumt, das Pflaster ist ab. Diese Probleme mit einem Schneeball-Effekt wird es künftig nicht mehr geben, und wir werden durch die Kapitalzufuhr stärker dastehen“, meint Klaus Rasmussen.

Das Defizit im Haushaltsjahr 2023/24 von 2,575 Millionen Kronen macht in einer Liga, die mit einer Gehaltsobergrenze arbeitet, einen mächtigen Anteil des Budgets aus.

Die Vereine in der dänischen Liga dürfen pro Saison 6,4 Millionen Kronen für die Entlohnung der Spieler ausgeben. SønderjyskE bleibt in der laufenden Spielzeit knapp darunter, doch die Frage ist, ob der Titelverteidiger in der kommenden Saison den Gürtel enger schnallen muss. Danach sieht es derzeit aus.

Weniger Geld für den Kader?

„Wir streben weiter die Top 4 an. Es kann sein, dass wir verstärkt junge Spieler in die Mannschaft integrieren werden, weil wir das wollen. Das hat nicht unbedingt etwas mit einem niedrigeren Budget zu tun“, so der SønderjyskE-Direktor.

Rote Zahlen haben bei den Eishockeyspielern von SønderjyskE keine Tradition.

„Wir haben von Anfang an fast ausschließlich schwarze Zahlen gehabt. Dieses Resultat hat für Irritation gesorgt“, versichert Klaus Rasmussen nach einer Saison 2023/24, in der der sportliche Erfolg teuer erkauft worden ist.

Eine Corona-Abrechnung, eine Trennung von Trainer Mario Simioni, eine Torwart-Nachrüstung, um knapp eine halbe Million Kronen teureres Material und ein doppelter Titelbonus, der angeblich eine halbe Million Kronen beträgt, sind schwer ins Gewicht gefallen. Rasmussen räumt dabei ein, dass SønderjyskE nicht tüchtig genug gewesen ist, aus den vielen Playoff-Heimspielen Kapital zu schlagen.